Donnerstag , 20. September 2018
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Der neu gewählte Vorsitzende Christian Voigt (l.) und sein ebenfalls neu gewählter Stellvertreter Gerhard Zander stehen den rund 1100 Mitgliedern der Jägerschaft im Kreis Lüneburg vor. Foto: kre

Kreisjägerschaft wählt neuen Vorsitz – Wolf bleibt ein Reizthema

Bardowick. Nein, er scheide nicht im Bösen, sagte Torsten Broder. Er werde auch nicht auf Angriffsmodus schalten, versicherte der scheidende Vorsitzende der Lüneburger Kreisjägerschaft. Aber wenn man es nicht mehr schaffe, miteinander, sondern nur noch übereinander zu reden, sei es an der Zeit, das Mandat niederzulegen. Diesen Schritt hat der 64-Jährige jetzt vollzogen – mit einem für ihn versöhnlichen Abschluss. Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) zeichnete Broder für die geleistete Arbeit der zurückliegenden Jahren mit der Silbermünze des Landkreises aus.

Allerdings hatte es schon lange in der Führungsspitze der Lüneburger Kreisjägerschaft gebrodelt, personelle Querelen waren im Vorstand schon lange nicht mehr zu übersehen (LZ berichtete). Jetzt ist Broders Rücktritt das Signal für einen Neuanfang. Und den soll der Lüneburger Christian Voigt maßgeblich gestalten: Der 64-Jährige wurde jetzt während der Hauptversammlung der Jägerschaft einstimmig zum Nachfolger Broders gewählt. Uneingeschränktes Vertrauen sprach die Versammlung auch dem neuen stellvertretenden Vorsitzenden Gerhard Zander aus, der ebenfalls ohne Gegenstimme in dieses Amt gewählt wurde.

„Das Wolfsbüro gehört direkt in unsere Region und nicht in die Hauptstadt, wo Wölfe lediglich im Zoo zu finden sind.“
Manfred Nahrstedt, Landrat

Dass auf die Lüneburger Jägerschaft viel Arbeit wartet, das wissen nicht nur die beiden neu gewählten Vorsitzenden. Lüneburgs Landrat Manfred Nahrstedt sprach in seinem Grußwort ein ganz besonderes Reizthema an – die Rückkehr des Wolfes: „Es geht hier nicht um Panikmache“, betonte der Kreischef, aber es sei an der Zeit, dass etwas unternommen werde. „Sichtungen von Wölfen, die vor den Menschen nicht mehr weglaufen, nehmen ebenso zu wie die Anzahl der Wolfsrisse von Nutztieren“, gab Nahrstedt zu bedenken. Beides mache deutlich, dass Handlungsbedarf bestehe. Er habe sich deshalb im Januar schriftlich an Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) sowie an den grünen Umweltminister Stefan Wenzel gewandt, mit der nachdrücklichen Bitte, das Wolfsbüro, oder Teile davon, in der Region „bei uns vor Ort“ anzusiedeln. „Das Wolfsbüro mit den hauptamtlichen Wolfsberatern gehört direkt in unsere Region, nicht in die Landeshauptstadt, wo Wölfe lediglich im Zoo zu finden sind“, befand Nahrstedt.

„Ein schnelles Handeln“ in Sachen Wolf forderte auch der Lüneburger CDU-Bundestagsabgeordnete Eckhard Pols, der vor allem Niedersachsens Umweltminster Wenzel zögerliches Handeln vorwirft: „Statt offen und ehrlich darüber zu diskutieren, ob der Wolf wirklich noch einen Platz hier bei uns hat, wurden anfangs Wolfsrisse noch als unwahrscheinlich abgetan, stattdessen aus Hannover lediglich Schutzmaßnahmen zum Umgang mit dem Wolf präsentiert.“

Schröder-Ehlers: Über Regulierung der Wolfspopulation müsse nachgedacht werden

Dass Niedersachsen „Wolfsland“ und die Lüneburge Heide wieder „Wolfsregion“ geworden sind, davon ist auch die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers überzeugt. In spätestens zwei bis drei Jahren sei die Wolfspopulation so stabil, dass man über eine Regulierung nachdenken müsse, ist die Sozialdemokratin überzeugt.

Einig waren sich die drei Gastredner auch, dass die Waidmänner nicht nur Jäger, sondern auch Heger sind. „Jäger und Landkreis verfolgen das gleiche Ziel“, erinnerte Nahrstedt, „den Schutz und den Erhalt unserer einzigartigen Natur- und Kulturlandschaft sowie ihrer viefältigen Tierwelt.“

Deutlich werde diese gute Zusammenarbeit zwischen Jägern und Kreis bei der Bejagung der Nutrias, die vielerorts entlang der Elbe zu einer ernsthaften Plage geworden seien. Nutrias graben sich in die Deiche und Uferböschungen an der Elbe und ihren Nebenflüssen. Im schlimmsten Fall könnten die unterhöhlten Deiche bei Hochwasser brechen. Doch nicht nur Nutrias stören das Gleichgewicht der heimischen Natur. Gleiches gelte auch für Marderhund und Waschbär, deren Vorkommen ebenfalls zugenommen habe.

Von Klaus Reschke

15 Kommentare

  1. darf man es als scherz auffassen? was hat die kreisjägerschaft mit politik zu tun? da könnte ja gleich jeder schützenverein kommen. diese lobbyisten von sogenannten hegern und pflegern( trophäenjägern), sind überflüssig wie ein kropf. ihnen fehlt doch nur noch ein ausgestopfter wolf im hobbykeller.sie ballern in der gegend herum, gut ,köche haben ihren spaß daran, aber wo haben sie probleme beseitigt, oder gelöst? sie schaffen nur ständig selbst welche.Schröder-Ehlers: Über Regulierung der Wolfspopulation müsse nachgedacht werden. die hat den letzten schuss wohl selbst noch nicht gehört. sie gehört doch zu den straßenbauern. neue straßen , tote wölfe. warum also noch schießen und die mitmenschen zusätzlich gefährden?

  2. Tom Schulze-Helmke

    Offensichtlich gibt es immer noch einige, die Wölfe mit Rehen verwechseln. Rehe sind Fluchttiere die weglaufen wenn sie sich erschrecken. Ein Wolf bleibt ähnlich uns Menschen erst mal stehen um die Lage zu checken. Das macht ihn aber noch lange nicht verhaltensauffällig. Höchstens in den Augen derjenigen die immer wieder versuchen endlich Gründe zu finden, um diese faszinierenden Tiere abschießen zu dürfen.
    Der Wolf gehört nicht ins Jagdrecht!
    Facebookgruppe „Schützt die Wölfe“

    • Ok Herr Experte,

      Wenn der Wolf nicht ins Jagdrecht gehört, wie pendelt sich die Wolfspopulation von selbst ein?
      Welche Auswirkungen hat eine theoretisch unbegrenzte Vermehrung der Wölfe auf die Nahrungskette im Wald?

      • Eratosthenes

        schmunzeln, theoretisch wäre der wald dann leergefegt und die jäger könnten zuhause bleiben. und auch die wölfe hätten dann so ihre probleme. ob hier wohl noch angebot und nachfrage im einklang sind? die natur soll angeblich schlauer sein, als der mensch.

        • Gut Herr Bruns,

          Dann fühlen Sie sich doch auch mal angesprochen, was passiert wenn ein Tier, das in unseren Breitengraden keine natürlichen Feinde hat, sich immer verbreitet?
          Legt Wolf vielleicht irgendwann seine Scheu ab, da Wölfe schlaue Tiere und merken wenn etwas keine Gefahr darstellt?
          Schließlich tummeln sich bei uns in NDS, glaube ich, mehr Wölfe pro qm² als in Sibirien,Kanada oder USA.
          Wenn sich die Nachkommen immer neue Reviere suchen, und bald die „Naturräume“ durch andere Populationen besetzt sind, was dann?
          Begehen diese Jungwölfe dann pflichtbewusst Selbstmord oder versuchen sie dann nicht urbane Gebiete für sich zu erschliessen?

          • was passiert wenn ein Tier, das in unseren Breitengraden keine natürlichen Feinde hat, sich immer verbreitet?
            tja, jetzt kommen wir der sache näher. wir brauchen den bären. bruno ist ganz schlecht. sowas wird ja sofort erschossen. das kleine diebische volk am rande der alpen hat es ja gleich vorgemacht. ich liebe die natur, weil ich sie verstehe. wehe der mensch greift ein. schon ist die natur am ende. und wir haben nur die eine.

          • Was passiert wenn ein Tier, das in unseren Breitengraden keine natürlichen Feinde hat, sich immer verbreitet?

            Fürs zwölfte Jahrhundert ist diese Frage schon beantwortet: Es gründet mit seinen Artgenossen ein Dorf aus mindestens vier Vollhöfen und einem adeligen Gutshof und nennt es Repinstid, um davon dann am 1. März 1974 ein Gebiet mit fast 300 Einwohnern an die Kreisstadt Lüneburg abzutreten.

          • Alles Herr Bruns dann fordere ich von Herr Schulze-Helmke, das er mit der gleichen Vehemenz mit der er für den Wolf kämpft, auch für die Wiedereinführung von Braunbären kämpft. 🙂
            Ganz oder gar nicht, oder?

  3. Wieder mal Herr Bruns mit der üblichen Jagdhetze. Gähn.

    • E. Seedorf
      hetze von einem jägerfan, ist genau das richtige wort. wer hetzt hier wohl wen? gähn!!!!!!!!!!!!!!

  4. Hallo Klaus Bruns, hallo Leute, es gibt außer Jägern und Wölfen auch noch andere Themen. Sogar unter Mitgliedern der Kreisjägerschaft. Ein Beispiel ist der heutige Aufruf, zur Vernunft zurückzukehren von Christa Bauer: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/507382-in-lueneburg-purzelngleich-mehrere-rekorde#comment-80621
    Ein anderes Beispiel ist die Erinnerung an den schwedischen Chemiker Alfred Nobel von Kurt Petersen: https://www.landeszeitung.de/blog/lokales/365794-die-schonzeit-in-der-kreisjaegerschaft-ist-vorbei#comment-72808
    Und ein drittes Beispiel möchte ich selbst beisteuern: Ein spannendes Fußballspiel vom Wochenende. Sonntag, 5. März, 13:00 Uhr, TSV Gellersen III gegen SV Ilmenau III. Wir kamen, als der Torwart gerade seine Eröffnungsrede beendet hatte und der linke Verteidiger zu singen begann. Der rechte Verteidiger las Zeitung. In der Südkurve saßen wir inmitten einer Bande von Hooligans. Der Torwart der gegnerischen Mannschaft verkaufte schnell Würstchen und Hot Dogs. Ich nahm ein Würstchen und bestellte eine Cola, die aber erst noch eingeflogen werden mußte. Da begann der Anpfiff. »Foul!« schrie es plötzlich durchs ganze Stadion. Und tatsächlich: Der Schiri hatte dem Rechtsaußen ein Bein gestellt. Die Sanitäter holten ihn ab und stellten einen der ihren aufs Spielfeld. Es versprach ein spannendes Spiel zu werden. Eine Flugzeugflotte verfinsterte den Himmel. »Die bringen meine Cola!« dachte ich, und es stimmte. Das Spiel war jetzt in vollem Gange. Der Ball flog mal hierhin, mal dorthin, und es war eine regelrechte Freude, so etwas mit anzusehen. Der Kommentator, der zugleich der Stürmer war, wurde über Lautsprecher übertragen: »Ich gebe ab zu Ginger, Ginger schießt – Fehlschlag! Doppelte Kadrosse von Rüdiger! Heinzkurt, nimm an, verdammt! Und da das Abseits!« Das Abseits wurde von jungen Schauspielschülern gespenstisch dargestellt: rote Augen, funkelnd wie Fleischfliegen in der Sommerhitze. Ich sog an meiner Cola und wandte mich an meine Begleiterin: »Sylvia, was sagst du zu diesem hervorragenden Spiele? Nützt es dir?« Sie schmunzelte und biß in mein Würstchen. Mittagspause! Die Spieler verließen das Feld. Der Sanitäter hatte sich übrigens sehr wacker geschlagen. Er ging zum Trainer, der mit dem Publikum lachte, und sie tauschten Autogramme. Ende der Mittagspause! Grummelnd nahmen die Spieler ihre Plätze wieder ein, und das Spiel begann von vorne. Jeder Schuß, jede noch so kleine Bewegung wollte exakt noch einmal wiederholt werden. Die zweite Halbzeit stellt wohl die größten Anforderungen an den modernen Fußballspieler. Und höchste Konzentration ist auch vom Schiri verlangt. Die kleinste Abweichung wird mit der roten Karte bedacht. Ich rempelte Sylvia an: »Sylvia sag, ist das heute denn nicht ein herrlicher Tag? Das Werk ist vollbracht, man kann hier so herrlich entspannen! Das müssen wir öfter machen! Nicht stets nur Sex!« Sylvia schmunzelte nickend. Die Hooligans um uns herum nervten mit intellektuellem Gequatsche. Abstoß! Das Spiel war aus. Der Rechtsaußen hatte 3:2 gewonnen. Gemeinsam mit Sylvia machte ich noch einen Spaziergang auf dem Feld, auf dem die Spieler sich schon zur Nachtruhe gebettet hatten. Der Mond funkelte wie tausend Sterne am Himmel, und wir küßten uns lange.

    • Der Mond funkelte wie tausend Sterne am Himmel, und wir küßten uns lange. und wem wurde ins würstchen gebissen? komisch, als ich kopierte , kam ute hennings zum vorschein. schmunzel.

      • Ist die nicht als Abteilungsleiterin im Schweriner Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt von Mecklenburg-Vorpommern für Wasser, Boden und Immissionsschutz zuständig, Herr Bruns? Und mit der haben Sie sich geküsst?

        • Ingeborg, ihre neugier beweist mir, die leuphana hat heute ausgang bekommen. schmunzel. übrigens, ein gentleman genießt und schweigt.

  5. Lieber Herr Reschke,

    zwei Fragen:

    1. Was ist denn aus dem feschen, stattlichen Sascha Meyer geworden, den Torsten Broder im letzten Jahr zum Vorsitzenden durchpeitschen wollte – gegen den vehementen Widerstand der zornigen Frondeure unter der fintenreich agierenden Führung von Christoph Lüttgens und Hans-Christoph Chors?

    2. Wenn die Lüneburger SPD-Landtagsabgeordnete Andrea Schröder-Ehlers mit fester Stimme prophezeit, in spätestens zwei bis drei Jahren sei die Wolfspopulation so stabil, dass man über eine Regulierung nachdenken müsse, auf der Basis welcher Erkenntnisse tut sie das dann? Hat sie sich bei Eckhard Pols erkundigt oder hat Brigitte Mertz, die wissenschaftliche Mitarbeiterin der Friedrich von Mansberg-Überwinderin, eine Tür-zu-Tür-Umfrage bei Isegrims durchgeführt und belastbare Auskünfte über beabsichtigte Reisen, anstehende Umzüge, sowie über Auslandssemester, Hauptwohnsitze und Familienplanungen eingeholt?