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Rund 150 Gäste folgten der Einladung des Landkreises Lüneburg ins Forum des Bleckeder Gymnasiums und diskutierten mit Vertretern des Kreises, der Landesschulbehörde und zwei Oberschulen über die Zukunft der Haupt- und der Realschule Bleckede. Foto: t&w

Bleckeder wollen Haupt- und Realschule behalten

Bleckede. Die Debatte um die Zukunft der Bleckeder Haupt- und Realschule geht in die nächste Runde. Am Dienstagabend hatte der Landkreis Lüneburg zur Informationsveranstaltung ins Forum des Bleckeder Gymnasiums eingeladen, Ziel der Verwaltung: Sie wollte über das Modell Oberschule informieren, dabei Chancen, aber auch Risiken einer Umwandlung vorstellen. Der Einladung folgten rund 150 Eltern, Schüler, Lehrer und Kommunalpolitiker – und die Botschaft der Bleckeder war eindeutig: Sie wollen ihre Haupt- und Realschule erhalten.

Kreis fürchtet ein Ausbluten der Hauptschule

Der Landkreis Lüneburg indes hat andere Pläne und die bereits Mitte Februar in einer Vorlage an den Kreisschulausschuss öffentlich gemacht (LZ berichtete). Darin hieß es, „die Umwandlung von Hauptschule und Realschule in eine Oberschule Bleckede soll zum Schuljahresbeginn 2018/2019 betrieben werden“. Eine „zu harte Formulierung“, wie Landrat Manfred Nahrstedt (SPD) im Nachhinein bekannte. Doch da waren die Bleckeder Eltern bereits auf den Barrikaden. Sie hatten sich vom Kreis übergangen gefühlt und ihrem Unmut während der Schulausschusssitzung Luft gemacht. Daraufhin hatte Landrat Manfred Nahrstedt die Vorlage der Kreisverwaltung zurückgezogen und eine zeitnahe Informationsveranstaltung angekündigt. Die folgte am Dienstagabend: Überzeugen ließen sich die Bleckeder trotzdem nicht.

Das Modell Oberschule mit seinen unterschiedlichen Unterrichtskonzepten (siehe Infobox) präsentierten die Dezernentinnen der Landesschulbehörde, Berit Rudolph und Maren Kuhlmann, sowie die Leiter der Oberschulen in Dahlenburg und Scharnebeck, Ulrich Haase-Mühlner und Rainer Griebel. Tenor der Referenten: Die Oberschule bietet viele Möglichkeiten – für Schule und Schüler. Einziger Nachteil, der offen benannt wurde: Für die Lehrer sei die neue Schulform anfangs eine Herausforderung.

Nahrstedt: „Langfristig Schulstandort Bleckede sichern“

Warum der Landkreis überhaupt eine Umwandlung der Bleckeder Haupt- und Realschule anstrebt? „Wir wollen damit langfristig die Zukunft des Schulstandortes Bleckede sichern“, sagte Nahrstedt. Und Fachdienstleiter Martin Wiese führte aus: „Die Schülerzahlen sinken vor allem an der Hauptschule und wir rechnen damit, dass in Zukunft noch weniger Eltern ihre Kinder an der Hauptschule anmelden werden.“ Aktuell sei die Hauptschule zwar noch zweizügig, aber es sei zu befürchten, „dass die Zweizügigkeit künftig nur noch wegen der Doppelzählung von Inklusionskindern und bestimmten Kindern mit fluchtbedingtem Migrationshintergrund sicherzustellen ist“. Auf Dauer kein Modell mit Zukunft.

Argumente, von denen sich die Eltern nicht überzeugen ließen. Sie sehen in der Haupt- und Realschule einen Standortvorteil für Bleckede und fürchten den Verlust der Wahlfreiheit. „Wenn wir auch noch Oberschule werden, dann gibt es im Umkreis ja nur noch Oberschulen“, sagte eine Mutter. Auch die Zahlen, die der Kreis präsentierte, reichten den Eltern nicht.

Eltern glauben, es geht allein ums Sparen

Sie wollten wissen: Wie viele Schüler kommen aus den umliegenden Gemeinden extra nach Bleckede, weil es dort noch eine Haupt- und eine Realschule gibt? Was wird aus den aktuell eher kleinen Klassen an der Hauptschule an einer Oberschule? Wie sind die Schülerprognosen für die kommenden Jahre? Wie konkret funktioniert ein Unterricht, in dem Haupt- und Realschüler gleichzeitig unterrichtet und trotzdem individuell gefördert werden? Viele Fragen, doch aus Sicht der Eltern nur wenig befriedigende Antworten.

Der Eindruck, den viele Anwesende hatten: Die Oberschule soll eingeführt werden, um eine Schulleiter-Stelle und damit Geld zu sparen. Wie berichtet, will Rolf Parlow als Leiter der Realschule im kommenden Jahr in den Ruhestand gehen und hatte mit dieser Ankündigung die Diskussion um die Zukunft der Bleckeder Schulen angestoßen. Wie die am Ende ausgeht? „Das müssen die Kreistagsmitglieder entscheiden“, betonte Nahrstedt. Doch bevor es so weit ist, wird es voraussichtlich weitere Informationsveranstaltungen geben. „Wir haben heute mitgenommen: Es gibt noch Gesprächsbedarf“, versicherte der Landrat.

Von Anna Sprockhoff

Über die Form entscheidet die Schule

Die Oberschule umfasst die Schuljahrgänge 5 bis 10. Ein gymnasiales Angebot kann, muss es aber nicht geben. Wie der Unterricht gestaltet wird, entscheidet die Schule. Im Kern gibt es zwei Möglichkeiten, die auch miteinander kombiniert werden können (wie an der Oberschule Scharnebeck).

Erstens: Der Unterricht erfolgt überwiegend schulzweigbezogen, das heißt, die Schüler werden weiterhin in getrennten Schulzweigen (Hauptschul-, Realschul- und eventuell Gymnasialzweig) unterrichtet.

Zweitens: Die Schüler werden jahrgangsbezogen, das heißt unabhängig vom Leistungsstand gemeinsam im Klassenverband unterrichtet. Im Verlauf der Schuljahrgänge – spätestens ab Klasse 7 – werden dabei zunächst die Kernfächer Deutsch, Englisch und Mathe in Fachleistungskursen unterrichtet, später wird der Unterricht auch in einem der Naturwissenschaftlichen Fächer Physik oder Chemie auf unterschiedlichen Anforderungsebenen erteilt. off

One comment

  1. Mit der Einführung der Oberschulen sollte die alte Hackordnung wieder hergestellt werden. Die Kinder reicher Eltern aus Gymnasium und der Pöbel auf Volksschule (Oberschule). Damit auch kein guter Realschüler mehr auf die Idee kommt sein Abitur nachzuholen, wird er zusammen mit den schlechten Schülern gesteckt, damit er nicht so viel lernt.