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Könnte auch der Kindergarten Betzendorf bald in die Trägerschaft der Samtgemeinde Amelinghausen übergehen? Was früher als ausgeschlossen galt, soll nun „ergebnisoffen geprüft“ werden. Foto: A
Könnte auch der Kindergarten Betzendorf bald in die Trägerschaft der Samtgemeinde Amelinghausen übergehen? Was früher als ausgeschlossen galt, soll nun „ergebnisoffen geprüft“ werden. Foto: A

Wohin mit den Kindergärten der Samtgemeinde Amelinghausen?

Amelinghausen. Die Trägerschaft der Kindertageseinrichtungen in den fünf Amelinghausener Mitgliedsgemeinden könnte in neue Hände kommen. Und zwar in die der Samtgemeinde Amelinghausen. Einen entsprechenden Prüfauftrag, die Kindergärten aus der Verantwortung der Gemeinden zu entlassen und auf Samtgemeinde-Ebene zu bündeln, hat kürzlich der Samtgemeinderat beschlossen. Die Initiative dafür kam jedoch von den Bürgermeistern der Mitgliedsgemeinden, betonte Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch. Und: Ergebnisoffen soll das Prüfverfahren sein. Gleichzeitig plant die Samtgemeinde in Eigenregie den weiteren Ausbau des Krippenbereichs.

Vor nicht allzu langer Zeit reagierten die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden eher allergisch auf Versuche, den Verantwortungsbereich ihrer Kommunen zu schmälern. Besonders deutlich wurde das 2014, als der damalige Samtgemeindebürgermeister Helmut Völker für eine Fusion der Mitglieds- und Samtgemeindeebene zu einer Einheitsgemeinde geworben hatte, auch um Kosten zu sparen – bekanntlich vergebens. Mittlerweile ist das Kriegsbeil begraben. Zumal die neue Verwaltungschefin der Samtgemeinde, Claudia Kalisch, unermüdlich betont, dass auch in der Samtgemeinde alle in einem Boot sitzen.

Synergien bei der Personalakquise schaffen

Mit Blick auf das nun von den Gemeindebürgermeistern angeregte Prüfungsverfahren, die Trägerschaft der Kindergärten zu wechseln, sagte Kalisch: „Es geht auch darum, Synergien bei der Personalakquise zu schaffen. Wir sind gespannt, was der Prozess im Verlauf des Jahres ergibt.“ Jedenfalls dürfte eine Übertragung der Kindergärten die Haushalte der Mitgliedsgemeinden deutlich entlasten, die derzeit die Erhöhung der Samtgemeinde-Umlage stemmen müssen und deshalb reihum ihrerseits die Steuern anheben.

Der Betrieb der Kindergärten macht jeweils einen Löwenanteil in den Etats der Mitgliedsgemeinden aus. Beispielsweise muss Betzendorf 2017 rund 140.000 Euro Defizit verkraften, das durch Landes- und Kreiszuschüsse sowie Elternbeiträge für den Kindergartenbetrieb nicht abgedeckt wird. Damit diese Defizite später aber nicht die Samtgemeinde vollends finanziell in die Knie zwingen – sollte denn die ergebnisoffene Prüfung der Trägerschaft zugunsten der Samtgemeinde ausgehen – kündigte Kalisch jetzt schon an, dann auch das Gespräch mit dem Landkreis Lüneburg zu suchen. Denn der Kreis ist eigentlich der originäre Aufgabenträger der Kinderbetreuung. Wozu das im Extremfall führen kann, macht derzeit die Gemeinde Barendorf in der Samtgemeinde Ostheide vor. Angesichts steigender Kosten und ungleicher Finanzierungsanteile für die Kinderbetreuung hat sie die Veranwortung für den Kindergartenbetrieb dem Landkreis vor die Füße geworfen.

Investitionskostenzuschuss im Höhe von 200.000 Euro

Die Trägerschaft der Krippe in der Grundgemeinde Amelinghausen ist hingegen bereits bei der Samtgemeinde und die will sie auch behalten. Beim geplanten Anbau des Kindergartens Amelinghausen in Eigenregie der Gemeinde will sich die Samtgemeinde künftig einmieten, um dort eine vierte Krippengruppe einzurichten. Für die Baumaßnahme will die Samtgemeinde an die Gemeinde Amelinghausen einen einmaligen Investitionskostenzuschuss im Höhe von 200.000 Euro zahlen. Zudem beschloss jüngst der Samtgemeinderat, ein weiteres Prüfungsverfahren durchzuführen „für die Einrichtung einer fünften Krippengruppe an einem dezentralen Standort“, also Oldendorf/Luhe, Soderstorf, Rehlingen oder Betzendorf. Natürlich in Trägerschaft der Samtgemeinde, wo später auch die Kindergärten der Gemeinden gebündelt werden könnten.

Von Dennis Thomas

One comment

  1. Vor nicht allzu langer Zeit reagierten die Bürgermeister der Mitgliedsgemeinden eher allergisch auf Versuche, den Verantwortungsbereich ihrer Kommunen zu schmälern.
    dieses veränderte verhalten hat einen einfachen grund. cdu und spd wollen kitaplätze beitragsfrei stellen. wer spielt schon von den bürgermeistern gern den schwarzen peter?