Mittwoch , 26. September 2018
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Susanne Nuria Gaßmüller ist als Deutsche geboren, im Alter von 21 Jahren aber zum Islan konvertiert. Sie würde sich niemals von einem Arbeitgeber verbieten lassen, ihr Kopftuch zu tragen. Foto: t&w

Europäischer Gerichtshof: Ist Kopftuch-Urteil richtige Botschaft?

Lüneburg. Chefs dürfen ihren Mitarbeiterinnen unter bestimmten Umständen während der Arbeitszeit das Kopftuch verbieten, das hat jetzt der Eur opäische Gerichtshof entschieden. Für Susanne Nuria Gaßmüller ist das ein großer Rückschritt in Zeiten, in denen der Islam durch Selbstmordattentäter immer mehr in Verruf gerät.

Die 51-Jährige ist Muslimin, sie geht nur mit Kopftuch aus dem Haus, trägt es auch bei der Arbeit. „Das würde ich mir von meinem Chef auch nicht verbieten lassen.“ Die Lüneburgerin trägt das Tuch, das locker um ihr Haar gewickelt ist, als Kopfbedeckung – sieht es nicht als Zeichen der Unterdrückung. „Haare ziehen viele Blicke an, mit dem Kopftuch fühle ich mich geschützt und gut.“

Islamische Mystik weckt Interesse

Das Interesse für den Islam flammte vor 30 Jahren auf, im Studium fühlte sie sich zunächst zu christlichen, dann zu islamischen Mystikern hingezogen. Gaßmüller lernte ihren heutigen Ex-Mann kennen, beide konvertierten zum Islam. Heute hat die Frau, die gebürtig aus dem Münsterland kommt und zehn Jahre auf Zypern gelebt hat, fünf Kinder. Seit sechs Jahren lebt die Familie in Lüneburg. „Ein tolerantes Pflaster, ich habe hier wenig schlechte Erfahrungen gemacht.“ Auch ihre Kinder hätten hier keine Probleme. Sie haben – wie ihre Mutter – neben ihrem islamischen einen deutschen Namen. „Den haben sie bislang nie in Anspruch genommen, dabei steht ihnen ihr Glauben heute frei.“

„Haare ziehen viele Blicke an, mit dem Kopftuch fühle ich mich geschützt und irgendwie gut.“
Susanne Nuria Gaßmüller, Muslimin

Susanne Nuria Gaßmüller hat sich aber nicht immer so gesehen gefühlt, sie habe viele Vorurteile ertragen müssen, selbst von ihren eigenen Eltern. „Sie haben die Entscheidung für den Islam als Entscheidung gegen sich gewertet und nicht einmal versucht, es zu verstehen“, erzählt sie. Aber auch von fremden Menschen fühle sie sich oft verurteilt. Das Misstrauen projiziert die Muslimin auf die Gewalttaten des IS. Immer häufiger werde dafür der Islam pauschal verantwortlich gemacht. „Es heißt dann, alle Muslime werfen Bomben oder sind Selbstmordattentäter.“

Welche Botschaft sendet Kopftuch-Urteil?

Genau in solchen Zeiten ein Urteil zu fällen, das es Firmen ermöglicht, muslimischen Frauen das Kopftuch zu verbieten, empfindet sie als falsche Botschaft. „Viele sehen das Kopftuch als Zwang, in Banken müssen weibliche Angestellte häufig Bleistiftrock und hochhackige Schuhe tragen – was ist das dann?“

Natürlich verurteile auch sie die Taten der Radikalen „aufs Schärfste. Ihnen fehlt der Zugang zum Islam, sie verstehen ihn nicht, missbrauchen ihn aber zur Machtdemonstration.“
Arbeitgeber hätten nie von ihr verlangt, das Kopftuch abzulegen. Problematischer sei es mit Kollegen. Denn als Muslimin betet die 51-Jährige fünf Mal am Tag, fastet zu Ramadan, isst nur mit der rechten Hand, trinkt keinen Alkohol, isst kein Schweinefleisch. „Wenn meine Kollegen dann über das nächste bevorstehende Fest reden, kann ich halt nicht mitreden.“

Rechtsradikale Bemerkungen im Dienstzimmer

Das sei für sie aber nicht schlimm, unerträglich werde es aber, wenn im Dienstzimmer rechtsradikale Bemerkungen fallen. „Dann gehe ich.“ Deshalb ist die Pflegerin heute auch in der Eins-zu-Eins-Betreuung tätig. Und mit ihren Kunden habe sie nur selten Probleme. Die Lüneburgerin arbeitet bei einer Intensivpflegegesellschaft in 12-Stunden-Schichten. „Die Eltern interessiert vielmehr, wie ich mit ihrem Kind umgehe.“ Zuvor hat sie unter anderem in einem Hospiz gearbeitet, Schicksalsschläge und auch der Tod gehören zu ihrem Alltag dazu. Kraft schöpft sie aus ihrem Glauben.

Deshalb würde Susanne Nuria Gaßmüller sich niemals verbieten lassen, ihr Kopftuch zu tragen. „Mir geht es nicht einmal darum, auf das Kopftuch zu bestehen, sondern ums Prinzip“, sagt sie. Eine solche interne Regelung müsse dann rigoros und in allen Bereichen durchgesetzt werden. Der Miniatur-Buddha müsse ebenso vom Schreibtisch verschwinden wie Tattoos oder Frisuren wie Sidecuts abgedeckt werden müssen, „schließlich sind das häufig auch Statements.“

Von Anna Paarmann

Zum Hintergrund

In Luxemburg hatten sich in der vergangenen Woche zwei muslimische Frauen gegen ihre Arbeitgeber vor Gericht gewehrt. Die Firmen hatten die Frauen entlassen, weil sie am Arbeitsplatz ein Kopftuch trugen. Das Gericht entschied, dass Firmen Kopftücher am Arbeitsplatz verbieten können, wenn ein Unternehmen generell eine religiöse und politische Neutralität festschreibt.

Privatunternehmen können dann das Tragen aller sichtbaren religiösen und politischen Zeichen ausschließen. Anwenden darf die Firma diese Regelung aber auch nur auf Mitarbeiter mit Kundenkontakt. Kundenbeschwerden können ein nachvollziehbarer Anlass sein. dpa

16 Kommentare

  1. Ich weiß .. das ist jetzt etwas pauschalisiert. Aber ist ein FKK Verbot (mit härtesten Strafen belegt) in arabischen Ländern „die richtige Botschaft“ ?! Ist das Verbot von Händchenhalten „die richtige Botschaft“ ?! Ist das Alkoholverbot „die richtige Botschaft“ ?! Sind diese Traditionen nicht tief in unserer Gesellschaft verankert ? Mehr Toleranz (von allen Seiten) .. das würde diese Welt viel einfacher und friedlicher machen. Leider wird Toleranz von einigen Seiten als Einbahnstrasse gesehen. Viele meiner Familienmitglieder & Kollegen sind Muslime … und ich wundere mich oft über die intolerante Weltsicht die ich dort erlebe. Vielleicht/Hoffentlich ist das nur ein Einzelfall.

    • Hanelore Drechsler

      Sieh mal Ron, wir wundern uns auch immer über deine Beschränktheit und deine intolerante Weltsicht, die wir hier erleben, besonders weil diese sich bei dir obendrein noch ständig mit einem geradezu verrrückten Mitteilungsdrang paaren. Aber wir sind zuversichtlich, weil auch wir uns sagen: „Vielleicht/Hoffentlich ist das nur ein Einzelfall.“

      • @ Hanelore
        Wo ist denn in meinem Kommentar „Intoleranz“ ?! Ich toleriere die Gesetze/Regeln des Islam .. passe mich dem an, wenn ich dort bin. Ich habe Moscheen besucht… den Koran (teilweise) gelesen.. alles kein Problem. Jeder darf nach seiner Fasson glücklich werden. Es gibt nur eine Bedingung … Freiheit ist die Freiheit der Andersdenkenden (R.Luxemburg) !!

  2. In unserer Firma wird der Bäcker mittlerweile genötigt sicherzustellen, dass die belegten Brötchen nur in Kisten transportiert werden in denen nicht auch Salamibrötchen mit Salami vom Schwein etc. transportiert werden. Die Brötchen sind übrigens einzeln verpackt. Also in Deutschland sind wir nun mittlerweile soweit, das dem Handwerker vorgeschrieben wird, wie er unter religiösen Gesichtspunkten seine Arbeit zu verrichten hat. Das jemand kein Schwein essen möchte, seine Entscheidung, dass er andere dafür in „Haft“ nimmt ist ein Skandal und die Politik sollte sich mal über die Auswirkungen solcher Entscheidungen und Entwicklungen Gedanken machen. Integration bedeutet nicht, das ich einen Arbeitsplatz habe, sondern das ich mich mit der Kultur und den Gepflogenheiten vertraut mache und anfreunden kann.

  3. Genau, der IS ist das Problem, Saudi Arabien, Iran, Irak, Und der orientalische, Arabische Rest haben den Zugang zum Islam wenigstens gefunden. Erdogan übrigens auch. Toll, wenn man in der westlichen Welt lebt und sich die Rosinen herauspicken kann, wie es einem gefällt. Die Dame sollte sich mal mit dem Propheten auseinander setzen. http://derprophet.info/inhalt/
    http://www.zukunftskinder.org/islamkritik/islamkritik-kurzgefasst/
    Auch bei den soviel zitierten Menschenrechte der UN sollte man sich die Frage stellen, warum muslimische Staaten sooft damit hadern und schließlich eine eigene Kairoer Erklärung zu Menschenrechten entwerfen. Dort wird deutlich, dass Menschrechte davon abhängen inwieweit man sich dem Islam unterstellt. http://www.islamdebatte.de/konfliktfelder/menschenrechte-im-islam/
    Das die Dame scheinbar nicht mehr mit Kollegen zusammenarbeiten kann, liegt natürlich an den alten bzw. potentiellen Kollegen. Schöne Aussichten für die Zukunft in der Gesellschaft. Danke Politik.

  4. @Ron

    Ich weiß .. das ist jetzt etwas pauschalisiert. Aber ist ein FKK Verbot (mit härtesten Strafen belegt) in der Bäckerstraße „die richtige Botschaft“ ?! Ist das Verbot von Händchenhalten zwischen katholischen Priestern während des Gottesdienstes „die richtige Botschaft“ ?! Ist das Alkoholverbot in Kindergärten „die richtige Botschaft“ ?! Sind diese Traditionen nicht tief in unserer Gesellschaft verankert ? Mehr Toleranz (von allen Seiten) .. das würde diese Welt viel einfacher und friedlicher machen. Leider wird Toleranz von einigen Seiten als Einbahnstrasse gesehen. Viele meiner Familienmitglieder & Kollegen sind weiße, übergewichtige Protestanten … und ich wundere mich oft über die intolerante Weltsicht die ich dort erlebe. Vielleicht/Hoffentlich ist das nur ein Einzelfall.

    • Nackt durch die Bäckerstrasse zu laufen, Alkohol im Kindergarten trinken .. ist in Ihrer Tradition tief verankert ? Das erklärt vieles … 😉

      • Sie sagen es, Ron. Jetzt fassen Sie sich noch an den eigenen Trinkerzinken und beweisen uns, dass Sie zur Selbstreflexion fähig sind, indem Sie sich für Ihre beknackten Pauschalisierungen öffentlich entschuldigen!

        Das Lied zum Thema: https://www.youtube.com/watch?v=vt33SL8DrT8

        • Mir ist klar das es schwierig ist so ein (komplexes) Thema hier im Kommentarfeld zu diskutieren. Viele lesen nicht richtig .. interpretieren etwas hinein .. verstehen es nicht .. vermischen Themen .. sind emotional sehr engagiert .. schreiben Metapher-triefende Kommentare (die keiner mehr versteht) etc. etc. …. das kann ich alles tolerieren/akzeptieren. Wenn aber User hier beleidigt werden (z.b. Beschränktheit, Trinkerzinken, etc.) lässt das schon auf das Niveau des Verfassers schließen und ist nicht akzeptabel. „Netiquette“ ist hier das Zauberwort .. leider wird das hier in diesem Forum „nicht groß geschrieben“.

          • Guten Tag, Ron,

            wir geben Ihnen recht, auch innerhalb der Redaktion wurde die Frage diskutiert, ob Dieters Kommentar den regeln dieses Forums entspricht. Wir sind aber sicher, dass es sich nicht um eine ernsthafte Beleidigung handelt, sondern dass die Redewendung „sich an die eigene Nase fassen“ überspitzt wurde. Wir haben aber ein Auge drauf. Beste Grüße, LZonline//jdr

          • Ron ich stimme Ihnen zu und entschuldige mich bei Ihnen!

            „Netiquette“ oder Anstand ist wichtig! Ich habe jene verletzt und diesen missachtet. Tut mir leid!

            Sie möchte ich nur bitten, nicht laufend von Einzelfällen auf ganze Bevölkerungsgruppen zu schließen. Manchmal, zum Beispiel in einer von dumpfem Extremismus vergifteten Atmosphäre, ist es sogar besser, mal ganz auf einen Post zu verzichten, wenn er nur von Stimmungs-, aber kaum von Informationswert ist.

            „Ich weiß .. das ist jetzt etwas pauschalisiert. Aber… “
            So beginnen fast immer die schlimmsten generalisierenden Verunglimpfungen. Den Koran gelesen zu haben, gereist zu sein und ein paar Menschen muslimischen Glaubens zu kennen, berechtigt nicht dazu, über Millionen von Unbekannten mit zu urteilen!

            Denken Sie bitte einmal auch darüber nach.

      • Ron
        wenn sie nackt durch die bäckerstrasse laufen, gibt es bestimmt einen aufstand. um von dem, der da aufsteht abzulenken gibt es die möglichkeit, den kopf in den nacken zu legen, stehen zu bleiben und laut ,,oh,, zu rufen. was glauben sie, wieviele menschen dann nur noch nach oben blicken? glauben sie mir, es wird einige geben, die dort wundersame dinge erblicken, die sonst niemand erblickt. und das aufgestandene ist völlig unwichtig geworden. schmunzeln.

  5. Detlev Behrens

    Ich sehe das Problem nicht!

    In einer Bank z.B. gibt es auch Vorschriften für Beschäftigte bezüglich der Bekleidung – kurze Hose, Badeschlappen und T-Shirt sind für Mitarbeiter nicht zulässig. Das kann und darf der Arbeitgeber bestimmen und das ist auch gut so. Wie sich die Kunden kleiden (oder auch nicht), ist nicht der Punkt – aber auch in diesem Fall kann Hausrecht gelten (siehe Kirchen, Moscheen etc.).

    Ist das auch Zeichen von Weltfremdheit und Toleranz? Sehe ich nicht so. Niemand verbietet Frau Gaßmüller, auf der Straße oder bei sich daheim, ein Kopftuch zu tragen – warum auch?

    Wenn Sie, Herr Bruns, Frau Drechsler und Dieter, bei mir zum Kaffee eingeladen werden und sie haben das Verlangen, die Füße auf den Tisch zu legen, dann werde ich Sie bitten, das zu unterlassen und, wenn Sie es nicht tun, Sie meines Hauses verweisen.
    Bei sich daheim, oder in jedem Lokal, welches dieses Verhalten toleriert, dürfen Sie es natürlich gerne tun!

    Sehen Sie den Unterschied?

  6. Wilfried Bergmann

    Ach wie lieb und nett doch Alles so läuft. Wirklich? Sogar bento, das sonst nicht ernstzunehmende Jugendmagagzin von spiegelonline warnt vor den Predigern in „moderaten“ muslimischen Moscheen. Der Tagesschaumoderator Constantin Schreiber wuchs in Syrien auf und besuchte Moscheen in Deutschland, wohlgemerkt moderate Moscheen, und was er dort hörte und las hat ihn wohl nicht gerade beruhigt:

    „Dann gab es vor einem Jahr diese Begegnung in einer Moschee in Berlin: Da standen in einer Broschüre Sätze wie ‚Demokratie ist eine westliche Krankheit‘, verfasst von einem französischen Holocaust-Leugner. Der Vorbeter, also der Imam, sah, dass ich die Broschüre in der Hand hatte, kam dann auf mich zu und versuchte, sie mir wegzunehmen.

    Das hat mich echt ratlos zurückgelassen. Also habe ich mich ab da in Moscheen in ganz Deutschland gesetzt, um herauszufinden, was an einem ganz normalen Freitag in einer ganz normalen Moschee so vor sich geht.“

    „Es gibt genau zwei rote Fäden, die sich durch alle Predigten ziehen. Zum einen warnen die Imame vor dem Leben in Deutschland – manche eher subtil, andere mit offener Hetze. Zum anderen betonen fast alle, dass die Welt nicht religiös genug sei.

    Was sich unterscheidet: Türkische Predigten waren immer sehr politisch, da ging es viel um den Putsch in der Türkei. Die arabischen Predigten hingegen sind sehr theologisch und spirituell, zum Teil geradezu religiös abgedreht.“

    „Ich habe mich bewusst nicht in die als salafistisch eingestuften Moscheen gesetzt – ich wollte ja das normale muslimische Leben mitbekommen. Da hat es mich schon erschreckt, wenn ich Sätze hörte wie ‚Ihr könnt nicht Demokraten und Muslime sein‘.

    Die Imame hätten ja gerade im vergangenen Jahr viele Themen finden können, in denen man die Gemeinsamkeiten betonen kann. Etwa, wenn sich Deutsche für Flüchtlinge einsetzen oder wenn nach dem Anschlag in Berlin viel über Solidarität geredet hat. Stattdessen dachte ich mir fast nach jeder gehörten Predigt: Das war jetzt wenig hilfreich für unser Zusammenleben.“

    Und das sind nur Berichte aus „nicht salafistischen“ Moscheen. Gemeinsames Leben beruht auf Gegenseitigkeit, wenn diese nicht vorhanden ist, ist Zusammenleben nur sehr schwer vorstellbar.

    Während die ganze Welt die Erklärung der Menschenrechte der UN von 1947 anerkennt, haben die islamischen Staaten ihre „Kairoer Erklärung der Menschenrechte“ dagegen gesetzt. Alle Rechte stehen unter dem Vorbehalt der Scharia.

    Es gibt keine Reiligion sonst, die darauf beharrt, sie sei die einzige seelig machende. Für Toleranz bleibt da wenig Spielraum.

    • Das ist lange bekannt und der Hauptgrund warum ich mich vom links-grünen Milieu losgesagt habe und von einem Ideologie geprägten Menschen zu jemandem geworden bin, der Versucht diese Themen nicht mehr nach Wunsch (Ideologie) zu beurteilen sondern nach Wirklichkeit. Früher war es für mich nicht möglich, ich hatte geradezu eine Blokade, weil meine Welt im rechts-linken Denken feststeckte. Ich wollte alles sein, nur nicht rechts, weil ja böse, also blendete ich diese Themen aus, bis ich ein paar Schlüsselerlebnisse mit Vertretern dieser religiösen Zunft hatte und merkte, das es nicht mehr um rechts oder links geht sondern ob wir uns nicht genauso vor einer Entwicklung unserer Zeit wegducken, wie wir es gerade Generationen vor uns vorwerfen, als sie die Signale einer Entwicklung ihrer Zeit nicht wahrnehmen wollten. Es ist schon erstaunlich, dass der Widerstand gegen diese Entwicklung nicht aus der Mitte der Gesellschaft kommt, denn die haben sich wie damals bequem eingerichtet in ihrem Leben und wollen alles, nur nicht gestört werden. An den Rändern oder eventuell sogar wegen ihres Widerstands an den Rand gedrängten Menschen entwickelt sich Widerspruch gegen die Ausbreitung islamischen Gedankenguts und der damit zu großen Teilen einhergehenden Mentalitäten.
      Das erschreckende des Berichts bei Bento aus den sogenannten moderaten Moscheen ist doch, das dort niemand aufgestanden ist und Stop oder so nicht geäußert hat. Es herrscht eine schweigende Duldung und gar Zustimmung der muslimischen Gemeinden zu diesen Haltungen und Einstellungen. Das Erdogan den Europäern bereits mit der Umma der Muslime droht zeigt einmal mehr wohin die Reise geht und das die, die davor warnen, nicht in die rechte Ecke gestellt gehören.