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Peter Strampe (r.) und Erntehelfer Thomasz Lachmanski können dieses Jahr besonders früh Spargel ernten. Foto: t&w

Neetze: Der erste Spargel ist da

Neetze. Wenn die ersten weißen Spargelköpfchen aus den aufgehäuften schwarzen Erdwällen herausschauen, ist das für Peter Strampe aus Neetze Gr und zur Freude. Nicht nur, weil der Frühling dann endlich da ist, sondern auch, weil der Spargelverkauf für seinen Betrieb die Haupteinnahmequelle ist. Gleichzeitig bedeutet das aber auch den Start einer anstrengenden Erntesaison. Und die hat gestern für ihn begonnen.

Spargel ist früh dran

Fast eine Woche früher als sonst kann Strampe den ersten Spargel des Jahres ernten. „Normalerweise beginnt die Saison in der ersten Aprilwoche“, erklärt der Landwirtschaftsmeister. Zwischen Hunderten Reihen von Spargeldämmen stehen gestern die ersten Erntehelfer aus Polen und Rumänien und stechen bei warmen Temperaturen in Handarbeit das beliebte weiße Gemüse aus. Bis zu 40 Kilogramm pro Reihe kommen dabei manchmal zum Vorschein, ein Feld besteht aus rund 156 Reihen.

Auf insgesamt 60 Hektar baut Strampe Spargel an. „Heute ernten wir ungefähr 300 Kilogramm, in der Hauptsaison sind es schon mal bis zu zehn Tonnen täglich“, sagt der Landwirt, der seit 1994 in dem Betrieb mitarbeitet, in dem seine Schwiegereltern schon in den 1960er-Jahren das edle Gemüse angebaut haben.

Sonnentunnel im Einsatz

Peter Strampe setzt beim Spargelanbau als einziger im Landkreis auf den Einsatz von sogenannten Sonnentunneln – und ist deshalb jedes Jahr der Erste, der Spargel anbietet. Die Tunnel funktionieren wie kleine Gewächshäuser. Auch seien die momentanen Temperaturen „genial“ – denn Spargel mag es warm. „Am besten sind 20 Grad an der Wurzel“, sagt Strampe.
Auch Dunkelheit mag das Edelgemüse. Und dunkel und warm, das ist es unter der Plastikfolie, die so weit das Auge reicht auf 25 Hektar Spargelfläche ausgebracht ist.

Drei Schichten übereinander verhindern das Wachsen von Unkraut, schützen die weißen Stangen vor Ungeziefer und zu viel Licht. „Ansonsten färbt sich der Spargel von rosa über violett zu grün. Die Deutschen mögen aber am liebsten den weißen“, sagt Strampe. Außerdem sei das durch die Handelsklassenverordnung vorgegeben, die bestimmt, wie „guter“ Spargel auszusehen hat: weiß, gerade, ohne Schönheitsmängel, mit bestimmter Länge und Durchmesser.

„Das wird ein gutes Jahr“

„Das ist nicht immer sinnvoll, denn Spargel mit Macken schmeckt auch gut“, findet Strampe. Entsprechen die Stangen nicht den Kriterien, dürfen sie nicht in den Einzelhandel. Dafür verkauft Strampe sie günstiger auf Wochenmärkten oder im Hofladen. Bis zu zwölf Klassen unterscheidet man, ein Kilo der besten Klasse kostet zur Zeit 15 Euro. Wegen des frühen Starts und der vielen Sonnenstunden ist Strampe schon jetzt überzeugt: „Das wird ein gutes Jahr“.

Traditionell wird die Spargelsaison dann am 24. Juni, dem Johannistag, vorbei sein. Doch schon Mitte Mai hat Strampe wieder Grund zur Freude: Da beginnt für ihn die Erdbeersaison.

Von Patricia Luft

Gesunder Genuss Das „königliche Gemüse“ konnten sich früher nur Wohlhabende leisten. Zwar gehört Spargel auch heute nicht zu den günstigsten Gemüsearten, doch jeder kann das gefragte Frühlingsgemüse genießen – und zwar ohne Bedenken, denn Spargel ist gesund.

Er ist reich an Ballaststoffen, Folsäure, Kalium, Calcium, Magnesium und Vitamin B.