Mittwoch , 19. September 2018
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Grausiger Fund in Barnstedt: Familie Schröder hat zwei ihrer Heidschnucken tot aufgefunden. Foto: t&w

Barnstedt: Schock über tote Heidschnucken

Barnstedt. Die rund 40-jährige Familientradition, Heidschnucken auf dem Hof zu halten, fand jetzt ein plötzliches und blutiges Ende: zwei von drei Heidschnucken des Hobby-Schafhalters Axel Schröder in Barnstedt wurden in der Nacht zu Sonntag, rund 120 Meter vom Wohnhaus der Familie entfernt, von einem unbekannten Tier getötet. Einen Verdacht hat Schröder und alarmierte den ehrenamtlichen Wolfsberater Michael Flügge-Munstermann aus Barskamp.

Hat ein Wolf die Heidschnucken gerissen?

Bestätigen will Flügge-Munstermann nicht, ob es ein Wolf war, dafür muss, wie bei anderen Nutztierrissen üblich, zunächst die DNA-Untersuchung abgewartet werden. Doch die Biss-Spuren nähren den Verdacht, dass ein Wolf die Schafe am Ortsrand gerissen hat.

Landwirt Schröder sagt: „Mein Vater hat damals, nachdem wir auf dem Hof keine Schweine und Kühe mehr hatten, damit angefangen, ein paar Heidschnucken zu halten. Für die Kinder. Und das haben wir mit Freude beibehalten.“ Auch seine insgesamt drei Kinder im Alter von fünf bis neun Jahren hätten mittlerweile eine Beziehung zu den drei rund fünfjährigen Heidschnucken aufgebaut, die im Familiensprachgebrauch „Lämmis“ hießen.

Als Axel Schröder am Sonntagmorgen aus dem Fenster schaute, „hatte ich schon ein merkwürdiges Gefühl, als ich sah, dass die Schafe nicht wie üblich am Trog standen und darauf warteten, ihr Kraftfutter zu bekommen“. Schröder weiter: „Ich konnte nur ein Schaf sehen und hatte eine böse Ahnung.“

„Dass er auf einmal ins Dorf kommen könnte, damit habe ich nicht gerechnet.“
Axel Schröder, Hobby-Schafhalter

Einer der Kadaver lag auf der Weide mit den Beinen nach oben. Der Anblick war für die Familie ein Schock. Wolfsberater Flügge-Munstermann sagte nach der Besichtigung auf LZ-Nachfrage: „Bei den zwei toten Heidschnucken weist eine den für einen Wolf typischen Kehlbiss auf, und die Schulter war weggefressen. Beim zweiten Schaf waren mehrere Biss-Stellen zu sehen. Das ist einfach so getötet worden, ohne es zu verwerten, wahrscheinlich als Reserve für später.“ Ob es tatsächlich ein Wolf war, werde eine DNA-Analyse in einigen Wochen ergeben.

Mit einer Entschädigung für die getöteten Schafe rechnet Schröder indes nicht. Der Zaun seiner rund zwei Hektar großen Weide ist nicht wolfssicher. Zwar seien Wölfe in der Nähe schon häufiger gesichtet worden, aber „dass er auf einmal ins Dorf kommen könnte, damit habe ich nicht gerechnet“. Die überlebende Schnucke hat jetzt Asyl im Stall einer Nachbarin gefunden.

Von Dennis Thomas

Naturschutzbund bietet ehrenamtliche Hilfe an

Der Nabu Niedersachsen startet, unter Einbeziehung des Ehrenamtes, ein Herdenschutzprojekt in Niedersachsen. Mittels dieses Projektes sollen in den kommenden drei Jahren Partner für die Umsetzung von Herdenschutzmaßnahmen zur Sicherung extensiver Weidetierhaltung vor dem Wolf gefunden werden.

Nabu-Projektleiter Peter Schütte sagt zum Projekt „Herdenschutz in Niedersachsen“: „Im Vordergrund steht die Ausbildung Ehrenamtlicher in der Fläche Niedersachsens, um in verschiedenen Einsatzgebieten praktische und schnelle Hilfe für Weidetierhalter leisten zu können und zur Erkenntnisgewinnung in der Interaktion Wolf/Nutztier/Mensch in dichtbesiedelten Regionen beizutragen.“

Das Projekt wird durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt und von der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung gefördert. Weitere Infos unter www.herdenschutz-niedersachsen.de.

20 Kommentare

  1. DIE IGNORANZ von einigen weidetierhaltern ist wirklich erstaunlich. taubenzüchter schießen auch keine raubvögel ab. geflügelhalter müssen ihre ställe und bei freihaltung ihre plätze sichern. fuchs, iltis, marder usw. sollen ja auch nicht ausgerottet werden.hier wird mit der alten angst vor dem angeblich bösen wolf stimmung gemacht.die dummheit vom menschen, kann für tiere genau so schnell tödlich enden, wie für den menschen selbst.

    • Kerstin Hering

      Das ist mit Sicherheit KEINE Ignoranz, sondern das verlogene Vorgaukeln der Politik, sowie Umwelt und Naturschutzverbänden und ihrem Gefolge !!! Das der Wolf scheu sei und WILD fressen würde haben jene gesagt !!!!
      Langsam wachen alle auf und glauben Euch Schönrednern garnichts mehr !!!
      Wir nehmen auch nichts mehr einfach so hin und das wird auch Zeit !!!
      Wenn der 1. Mensch wieder gerissen wird, was wir alle wissen, das es kommen wird, dann bin ich gespannt was Euch Wolfbefürwortern alles so als Ausrede einfällt !!
      Euch sollte jeglicher Schaden den der Wolf anrichtet, in Rechnung gestellt werden. Ihr wollt ihn schliesslich hier haben, wir nicht !!

      • Kerstin Hering
        machen sie sich auch ins hemd, wenn sie über die strasse gehen? auf unseren strassen stirbt jedes jahr mindestens ein dorf. als erfolg wird schon minus 5% gewertet. fahren sie auto? welche rechnung darf ich ihnen zustellen?

      • > Wenn der 1. Mensch wieder gerissen wird

        Dummes Zeug. Das hat es nie gegeben, außer in deiner Einbildung.

  2. Brigitte Sommer

    Immer wieder landen solche, absolut selbstverschuldeten Rissgeschichten in diversen Tageszeitungen. Immer in gleicher Art aufgemacht. Reißerische Überschrift und Wolf in Verdacht, obwohl noch gar kein DNA-Ergebnis vorliegt. Wir von der Initiative Wolfsschutz haben einige der Fälle mal nachgeprüft. In allen Fällen war zu wenig und teilweise sogar gar kein Schutz vorhanden. Wollen hier Nutztierhafter Risse absichtlich provozieren um danach in populistischer Weise Abschüsse von Wölfen und die Lockerung des Schutzstatus fordern zu können? Mit Uninformiertheit ist ein derart leichtsinniges Verhalten jedenfalls nicht mehr zu erklären. Zumal der Schnuckenbesitzer ja selbst einräumt, dass Wölfe in der Nähe gesehen wurden. Hier müssen anscheinend auch die Redakteure und Chefredakteure von Tageszeitungen an Ihre Pflicht zur Neutralität erinnert werden. Ich bin selbst Journalistin, und ich habe noch gelernt, dass man einen Artikel so schreiben soll, dass sich der Leser selbst eine Meinung bilden kann. Dies ist hier, sowie bei 90 % aller Artikel, in denen es um Wölfe geht, nicht der Fall. Stattdessen schlimmster Populismus!

    • Ich habe mir nach ihrem durch und durch neutralen Post jetzt meine eigene Meinung gebildet. Das Ergebnis ist, dass einem die Wölfe eigentlich Leid tun müssen wenn sie nicht besser vor der ach so verführerischen Beute geschützt werden. Diese bösen Nutztierhalter aber auch. Ich hätte ihnen zuvor nicht zugetraut dass sie sich derart provokant verhalten. Und mein Schlachtruf lautet jetzt: Entwaffnet alle Jäger! Sofort!

    • Ach Frau Sommer, ich bin dafür den Wolf einzugattern und den anderen Tieren ihre Freiheit zu lassen, anstatt das ganze Land mit Wolf sicheren Zäunen zu durchziehen. Wo wollen sie eigentlich aufhören? Jeder Hundehalter muss in Zukunft sein Grund und Boden Wolfssicher einzäunen, wenn das so weiter geht mit der Kuscheltier Romantik beim Thema Wolf und seinen Unterstützern. Es macht auf dem Land auch bald kein Spaß mehr seine Kinder am Feldrand spielen zu lassen, da man weiß, dass dort Wölfe rumziehen. Jeder Nutztierhalter sollte seine Nutztiere vor Raubtieren mit der Waffe schützen dürfen, so wie in Schweden, dann erübrigt sich das annähern der Wölfe an den Menschen und seine Siedlungen. Der Wolf ist lernfähig, er geht dem Risiko aus dem Weg.

    • Und wenn dann die gleiche Zeitung einen reißerischen Artikel zum Thema Befriedung von Jagdbezirken schreibt, dann beschweren Sie sich nicht, Frau Sommer.
      Lassen Sie es doch einfach sein zu versuchen, die Berichterstattung zum Wolf abwürgen zu wollen. Das wird nicht funktionieren.

      Engagieren Sie und Ihre Mitstreiter sich doch einfach im NABU-Herdenschutz-Projekt. Die suchen dringend ehrenamtliche Helfer. Aber ich wette schon heute, dass es zu mehr als verbalter Tastenquälerei bei Ihnen und Herrn Bruns nicht reichen wird.

      • E. Seedorf
        sie werden es mir wahrscheinlich nicht glauben,. aber irgendwie tun sie mir leid. schon drollig , wenn man ein wildtier mit einem von menschen missbrauchten ,,nutztier,, vergleichen will. wem nützt denn ein nutztier? der mit dem tier geschäfte machen will, wem sonst? die heide ist übrigens eine von menschenhand gemachte ,,natur,, .der tourismus steht auf sowas. wer braucht sonst noch eine künstliche natur? hermann löns? schmunzeln.köche finden nutztiere und wildtiere gut. der wolf ist noch nicht auf der speisekarte gelandet. zumindest sein fell will man aber schon verkaufen. es wird zeit , dass der bär bei uns auch wieder heimisch wird. nichts geht eben über eine intakte natur. der mensch kann sie gebrauchen. wussten sie schon , der deutsche feldhase erfriert bei uns im sommer, dank unserer turbolandwirtschaft. und der hase hat auch noch nie eine großmutter gefressen. hat ihn das was genützt?

        • Und wieder nur Polemik ohne Fakten und Belege, Herr Bruns ? Anderen „Hetze“ vorwerfen aber die eigene Hetze nicht erkennen ?
          Wie gesagt: fassen Sie doch einfach mal mit an. Die Gelegenheit bekommen ja alle, die sich so vehement für den Wolf stark machen, mit dem Herdenschutzprojekt des NABU. Dann wird sich zeigen, wer nur Maulheld ist und wem es wirklich ernst ist.

    • Sie sind wirklich beeindruckend sachlich !

    • Ganz sachlich betrachtet, liebe Frau Sommer, finden über 60% aller Nutztierrisse durch Wölfe in Sachsen mittlerweile an vollständig als „wolfssicher“ bezeichnet geschützten Geländen statt. Ich weiß ja nicht, wo genau Sie ihre „Stichproben“ genommen haben, aber repräsentativ können die nicht gewesen sein.

  3. Erst mal Stimmung machen – es KÖNNTE ja ein Wolf gewesen sein…
    ES KÖNNTE auch ein Hund der Jäger gewesen sein…
    Es KÖNNTE es KÖNNTE es KÖNNTE… Aber erst einmal Stimmung machen gegen den „bösen“ Wolf. Haustiere absichern? Fehlanzeige. Brauchten wir ja schließlich 150 Jahre nicht, in denen es die Jäger geschafft hatten, den Wolf und andere größeren Raubtiere auszurotten! Also bitte schön soll es jetzt auch nicht verlangt werden?
    Bei ca. 124 Wölfe, die es in Deutschland gibt, ist es traurig, daß die Zeitungen ihre Auflagen nur noch mit Hetze halten können. Erst die Flüchtlinge, jetzt die Wölfe, wie armselig…
    Wie wäre es denn mal, wenn Sie, Herr Thomas, Ihren journalistischen Beruf nutzen und ENDLICH die Bevölkerung aufklären. Dafür sollten Sie aber keine leichtsinnigen Weidetierhalter oder Jäger fragen sondern Wildtierforscher, Wissenschaftler, Wildbiologen. Oder gar Menschen aus den Ländern, die wunderbar mit den Wölfen leben können!!!

    • Na Frau Schleußner in welchen dicht besiedelten Ländern und Gebieten leben denn die Menschen wunderbar zusammen? Im dicht besiedelten Norwegen wurden gerade fast 2/3 der 240 Wölfe zum Abschuss freigegeben. Im ebenfalls dicht besiedelten Schweden gibt es das oben genannte Gesetz, dass Nutztierhalter ihre Nutztiere mit der Waffe gegen Raubtiere schützen dürfen.

  4. Beate Fritzges

    Ich verstehe nicht, warum es so schwer für die Nutztierhalter ist, ihre Tiere zu schützen. Man könnte den Eindruck erlangen, dass Ihnen Ihre Tiere recht egal sind. Mir tut das für die gerissenen Tiere auch sehr leid, aber wenn ich doch weiß, dass ich im Garten Kaninchen habe und ein Marder in der Gegen sein Unwesen treibt, dann ist es doch nur logisch, dass ich meine Kaninchen mit einem dafür vorgesehenen Zaun schütze! Jeder der einen Teich mit wertvollen Fischen hat, spannt ein Netz als Schutz vor dem Reiher usw. Nur die Schaf- du Rinderhalter bekommen das nicht hin. Es ist mir unbegreiflich! Und dann dem Wolf dafür die Schuld zu geben, ist meiner Ansicht nach nur unbegründete Hetze!

    • Beate, sie scheinen wirklich schon lange davon entwöhnt zu sein in und mit der Natur zu leben. Ziehen sie doch einfach mal mit Schäfer Jahnke über das Land und bauen sie täglich Herdenschutzzäune mit entsprechender Höhe und bitte nicht den Untergrabungsschutz vergessen. Wie ich sie einschätze, haben sie wahrscheinlich sogar eine Putzfrau um körperlicher Arbeit aus dem Wege zu gehen aber von anderen immer Fordern.

  5. Sind Wölfe oder Heidschnucken für den Erhalt der Heidelandschaft wichtiger? Warum haben Weidetiere gegenüber Wölfen ein untergeordnetes Lebensrecht? Wann finden gleich noch die nächsten Wahlen in Niedersachsen statt?

  6. Vermutlich auch wieder ein Artikel, der bei gewissen Leuten unter die Kategorie „Hetze“ fällt :
    http://www.taz.de/Woelfe-in-Deutschland/%215385189/

    Im Vergleich zu anderen europäischen Ländern :
    http://m.taz.de/Wolfsregion-in-Spanien/!5393631;m/

    Es mache sich jeder selbst ein Bild.