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Alltagsszene im Alter: mit dem Rollator zur bodengleichen Dusche. Ein Leben in den eigenen vier Wänden – ohne Barrieren. Die IG BAU plädiert dafür, die eigene Wohnung möglichst frühzeitig „fit fürs Alter“ zu machen. Foto: nh

IG Bau: Mehr Wohnungen seniorengerecht ausbauen

Lüneburg. Viele Menschen möchten auch im Alter nicht ins Heim. Deshalb werden deutlich mehr seniorengerechte Wohnungen im Landkreis Lüneburg gebraucht, stellt die IG Bauen-Agrar-Umwelt fest. Andernfalls drohe eine „graue Wohnungsnot“. Denn: „Im Jahr 2035 werden in Hansestadt und Landkreis Lüneburg bereits rund 52 000 Menschen leben, die zur ‚Generation 65plus‘ gehören“, sagt Matthias Maurer. Der Bezirkschef der Industriegewerkschaft BAU beruft sich dabei auf eine Regional-Untersuchung zur „Wohnsituation im Alter“ vom Pestel-Institut in Hannover.

Viele dieser Menschen seien dann auf eine altersgerechte Wohnung angewiesen – ohne Barrieren. „Das bedeutet, dass man keine Treppenstufen mehr gehen muss und mit einem Lift in die Wohnung kommt“, verdeutlicht Matthias Maurer. Die Senioren-Wohnungen sollten Türen haben, durch die ein Rollator oder Rollstuhl passe. Ebenso eine schwellenfreie Dusche.

Bis zu 12,5 Prozent Zuschuss von KfW

Das „Senioren-Sanieren“ ganzer Wohnhäuser liegt laut dem Bezirkschef der IG BAU „im Trend“. Im vergangenen Jahr habe die staatliche KfW-Förderbank 136 Mal den altersgerechten Umbau von Wohnungen im Kreis Lüneburg unterstützt. Dafür flossen Fördergelder in Form günstiger Kredite oder direkter Zuschüsse. Dennoch bleibe noch viel zu tun.

Maurer findet: „Es kann nicht sein, dass ältere Menschen nur deswegen ins Heim müssen, weil sie zu Hause keine seniorengerecht ausgebaute Wohnung haben.“ Von den gesamten Kosten für den altersgerechten Umbau, die gefördert werden können, zahlt die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) immerhin bis zu 12,5 Prozent als direkten Zuschuss – maximal 6250 Euro pro Wohneinheit. Die KfW ist die weltweit größte Förderbank und Anstalt des öffentlichen Rechts, die Rechtsaufsicht hat das Finanzministerium. Nach der Fusion mit der Deutschen Ausgleichsbank im Jahr 2003 hat sich auch der Name KfW Bankengruppe etabliert. lz