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Der Strom wird teurer. Laut E.on zahlt ein Durchschnittshaushalt mit drei Personen monatlich rund sechs Euro mehr, macht 72 Euro im Jahr. (Foto: A/be)

E.on hebt Strompreis an

Lüneburg. Nachdem bereits zum 1. Januar 2017 mehr als 200 Versorger ihre Strompreise angehoben haben, ist nun E.on Avacon bei der zweiten Preiswelle ab 1. Mai mit dabei und zieht die Preise deutlich an.

E.on-Pressesprecher Maximilian Heiler begründete das gegenüber der LZ so: „Nachdem zum Jahreswechsel verschiedene staatlich verursachte Abgaben und Umlagen wie die EEG-Umlage oder die staatlich regulierten Netzentgelte auf ein neues Rekordniveau gestiegen sind, kann sich nun auch E.on der Kostenentwicklung nicht länger entziehen und muss die Strompreise leider anpassen.“ Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem durchschnittlichen Verbrauch von 2500 Kilowattstunden im Jahr bedeutet das dann eine monatliche Mehrbelastung von rund 6 Euro, also etwa 72 Euro pro Jahr.

Obwohl E.on für seine Kunden Vorteile bei der Strombeschaffung erwirtschaften konnte, kann der gestiegene Anteil laut Maximilian Heiler „nicht beeinflussbarer Kostenfaktoren damit nicht vollumfänglich ausgeglichen werden“. Grundsätzlich bilden sich die Preise am Markt und im Wettbewerb. Heiler sagt: „Der Anteil am Strompreis, den Versorger wie E.on selbst beeinflussen können, liegt aber mittlerweile bei nur noch einem Fünftel. Rund 80 Prozent bestehen aus Netzentgelten, Steuern und Umlagen. Insbesondere die Netzentgelte des Übertragungsnetzbetreibers Tennet wirken sich hier aus. Bis heute haben bereits rund 400 Energieanbieter ihre Preise verändert – E.on hat dabei den Preis länger konstant gehalten als zahlreiche Wettbewerber, die letzte Erhöhung liegt mehr als ein Jahr zurück.“

Deutlich angestiegen ist zum Jahreswechsel die Ökostromumlage – um 8,3 Prozent auf 6,88 Cent pro Kilowattstunde. Zusammen mit den Kosten für die Stromnetze macht das mehr als 50 Prozent des Strompreises aus. So zahlen die Kunden auch für die Energiewende kräftig mit. Laut der Bundesnetzagentur wird allein das Vergütungsaufkommen für Erneuerbare-Energien-Kraftwerke aus der EEG-Umlage auf 29,5 Milliarden Euro geschätzt, denen aber nur fünf Milliarden Euro an Einnahmen für diesen Strom gegenüberstehen.

Von Rainer Schubert

Rekordverlust eingefahren

Den höchsten Verlust der Unternehmensgeschichte hatte mit 16 Milliarden Euro der Energieversorger E.on im Geschäftsjahr 2016 eingefahren. Das teilte das Unternehmen Mitte März in Essen mit. Im Jahr zuvor lag der Nettoverlust bei 6,3 Milliarden Euro. Vorstandschef Johannes Teyssen wies darauf hin, dass die Bilanz von der Aufspaltung des Konzerns belastet war, die 2016 vollzogen wurde.

Bei der Abspaltung und dem Börsengang der Uniper SE, in der E.on das alte Geschäft mit den Kohle- und Gaskraftwerken und dem Großhandel gebündelt hat, wurden milliardenschwere Abschreibungen fällig. E.on kündigte an, mehr als 1000 Stellen streichen zu wollen. Trotz des riesigen Verlustes sollen die Anteilseigner Dividenden erhalten: Die Aktionäre erhalten für das vergangene Jahr 21 Cent je Anteilsschein und damit einen Cent mehr als Analysten im Mittel prognostiziert hatten. Im Jahr zuvor kassierten sie noch 50 Cent.

Für 2017 stellte der Konzern 30 Cent in Aussicht.

2 Kommentare

  1. Wilfried Bergmann

    Überrachung! Die Energiewende wird jeden Haushalt einen Cent im Monat kosten! Wunderbar. Inzwischen sind aus diesem einen Cent die höchsten Strompreise der Welt geworden! Wunderbar, wunderbar wie wieder einmal die Politik total am Bürger vorbei entschieden hat. Dänemark baut so gut wie keine Windräder mehr, da diese gesundheitlich schädlich sind, sowohl für Tier als auch für Mensch! Nix da, Deutschland geht weiter voran! Wir bauen und bauen und bauen. Und was stört es uns, wenn nur einige Bauer und Bauern Millionen scheffeln. Wir haben die klügsten Politiker auf der Welt, was Energie und die Wende betrifft. Oder etwa doch nicht? Seit Jahren ist es nur ein Trauerspiel. Aber die Deutschen lassen es ja gerne mit sich machen. Ungezählte Tote, darunter auch viele Kinder, weil man sich die Stromkosten nicht mehr leisten konnte und anders heizen und kochen mußte. Schöne Neue Welt kann ich da nur sagen. Diese Politik ist dermaßen abgehoben von der Realität, wie sie es noch nie im Nachkriegsdeutschland war! Da wird Strom gezahlt und berechnet, der nie produziert worden ist, aber hätte produziert werden können. Für wie doof halten die Politiker und Manager eigentlich die Deutsche Bevölkerung?

    • Andreas Janowitz

      „….Für wie doof halten die Politiker und Manager eigentlich die Deutsche Bevölkerung?“

      Für absolut und wie gelesen berechtigt.
      Den Zusammenhang mit Atomkraftwerken und deren gigantischen Altlasten sehen natürlich nur wirklichkeitsfremde Spinner. xD!