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Den letzten Appell der Lüneburger Aufklärer auf dem Marktplatz gab es Ende April 2012. Foto: t&w

Stadt befürchtet Störungen beim Willkommens-Appell

Lüneburg. Mit einem Appell auf dem Marktplatz will die Stadt Soldaten willkommen heißen, die Aufklärer waren in den vergangenen Monaten im Rahmen einer internat ionalen Mission in Mali im Einsatz. Für die Veranstaltung am Donnerstag gegen 18 Uhr rechnet das Rathaus mit rund 150 geladenen Gästen, dazu 1500 Zuschauern. Doch es dürfte nicht nur freundlich für die Männer und Frauen zugehen. Linke Gruppen, die sich im „Bündnis gegen Militarismus“ zusammengeschlossen haben, kündigen Proteste an.

Bundeswehr auf Friedensmission

Stadtsprecher Daniel Gritz sagt zwar, es seien keine Gegenveranstaltungen angemeldet, doch im Internet finden sich Aufrufe, den Appell zu stören. Aus dem Aktionsbündnis heißt es: „Wir melden nichts an, denn wir sind keine Gegenveranstaltung, sondern ein Teil der Veranstaltung. Und wir erheben unsere Stimme. So wie in den vergangenen Jahren auch.“ Dann dürfte mit Parolen, Pfiffen und Trillerpfeifen zu rechnen sein.

Während die Bundeswehr betont, dass sie wie Soldaten aus anderen Ländern auch in dem westafrikanischen Land daran beteiligt war, zu helfen, ein Friedensabkommen zwischen zerstrittenen Gruppierungen umzusetzen, werfen Kritiker der Bundesregierung und Konzernen kurzgefasst vor, ihnen gehe es darum, Zugang zu Bodenschätzen zu haben und Flüchtlingsrouten zu unterbrechen. Der Protest sei ein demokratisches Recht. Die Polizei erklärt, sie sei mit ausreichend Kräften vor Ort, um Auseinandersetzungen zu unterbinden.

Auswirkungen auf den Verkehr

Die Stadt weist auf Auswirkungen für den Verkehr hin: Der Marienplatz steht ab 11 Uhr nicht mehr zum Parken zur Verfügung. Die Sonderparkplätze für Schwerbehinderte auf dem Marienplatz und in der Waagestraße verlagert die Stadt in die Reitende-Diener-Straße, Ecke Am Ochsenmarkt.

Ab 16 Uhr sperren Ordnungshüter nach und nach die verkehrsberuhigten Geschäftsbereiche Am Markt, Am Ochsenmarkt, in der Bardowicker Straße, An den Brodbänken, in der Rosenstraße, in der Großen Bäckerstraße und in der Waagestraße voll – auch für berechtigte Fahrzeuge. Der Straßenzug An der Münze ist während der Zeit aus Richtung Katzenstraße als Sackgasse ausgewiesen.
Taxis fahren am Donnerstag statt von Am Markt (Geschäft Tom Tailor) von der Reitenden-Diener-Straße, Höhe Klosterhof ab.

Alternative Bushaltestellen

Die Buslinien der KVG umfahren ab 17 Uhr bis Fahrplanende den Marktplatz. Die Haltestellen in der Bardowicker Straße und Am Ochsenmarkt stadtein- und -auswärts sowie Am Graalwall stadtauswärts fährt die KVG in dieser Zeit nicht an. Die Linien 5002, 5005, 5009, 5010, 5013, 5014, 5200 und 5202 halten ersatzweise am Reichenbachplatz. Die Linien 5009, 5013 und 5200 halten an der Haltestelle Am Springintgut statt Am Graalwall. Die Haltestelle Am Kreideberg der Linie 5014 entfällt stadteinwärts ersatzlos. Außerdem fährt keine der genannten Linien den Abfahrtsbereich B auf dem Platz Am Sande an. Als innerstädtischen Halt bittet die KVG ihre Fahrgäste, stattdessen den Reichenbachplatz zu nutzen. ca/sp

4 Kommentare

  1. Ja, die linken Gruppen waren in der Tat da und schrieen mal wieder lauthals „Nie wieder Deutschland „. Stadtbekannte Sozialschmarotzer und von der Stadt und Gewerkschaft gepäppelte Anna und Arthur Kunden aus der Katzenstrasse waren auch wieder dabei und es stellt sich wie immer die Frage, warum der Staat diese Gestalten immer noch päppelt anstatt sie bei Mamis Brust zu lassen.

  2. Die Veranstaltung war lächerlich. Menschen, deren Beruf es ist, andere Menschen umzubringen haben keine Ehrung verdient! Bei diesem militärischen Spektakel, bei dem die Soldaten als Friedensstifter*innen oder humanitäre Helfer*innen präsentiert werden sollen, wird der wahre Charakter der „Auslandseinsätze“ der Bundeswehr bewusst verwischt: Die internationalen Einsätze dienen nicht der Friedenssicherung, Menschenrechten oder dem Kampf gegen den Terrorismus. Tatsächlich geht es bei den Militäreinsätzen in erster Linie um wirtschaftliche und machtpolitische Interessen, sowie Profite für die Rüstungsindustrie. Deutschland ist aktuell an Militäroperationen in über 16 Ländern beteiligt. Die Zahl der deutschen Kriegseinsätze ist seit dem Kosovokrieg 1999 kontinuierlich gestiegen. Die Bundesregierung plant die Ausgaben für Krieg, Soldaten und neue Waffen von derzeit 34 Milliarden Euro bis 2020 auf 40 Milliarden Euro zu erhöhen. Als einer der fünf führenden Waffenexporteure gießt Deutschland zudem laufend neues Öl in das Feuer bestehender Konflikte. Gut dass es Proteste gab! Interessant, dass das Grundrecht auf freie Meinungsäußerung und die Versammlungsfreifreiheit nicht gelten, wenn das Militär sich mit seiner Kriegspropaganda zur Schau stellt. Die Protestierenden, die mit einer spektakulären Kletteraktion an einem Hochhaus über den Marktplatz ihre Meinung äußerten („Krieg ist Terror – nur mit mehr Geld“) wurden durch ein Sondereinsatzkommando aus Hannover geräumt und anschließend ihrer Freiheit beraubt. Vorwurf? Sie haben ihre Meinung geäußert! Wenn das die „Demokratie“ ist, die die Bundeswehr im Ausland verteidigt…

    • Friedensaktivistin
      klingt gut, hat wünsch dir was schon mal bei ihnen geklappt? ich war soldat (zeitsoldat) und habe diesen club der 10 000 verarschungen nach zwei jahren wieder verlassen. warum? es befehlen dort zu viele dumme menschen. es laufen dort zu viele menschen hinter dummen befehlen hinterher. die angst ist immer zugegen , wenn man einen dämlichen befehl verweigert. die politiker, die soldaten in den krieg schicken ,sind meistens noch dämlicher. wenn sich jeder auf seine grenzen zurückzieht, gäbe es keine kriege. dumm nur, meine, wie auch ihre wirtschaft, verdient daran. haben sie sich schon mal gegen unsere rüstungsindustrie gestellt, wenn sie über arbeitsplatzverluste philosphiert hat? die soldaten sind nur opfer der rüstungsindustrie und deren vasallen aus der politik. und die gibt es hauptsächlich in der sogenannten ersten welt.