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Beim LZ-Pflanzfest dürfen sie nicht fehlen: Frau Wasser und Herr Wald zeigen in einem kleinen Schauspiel den Teilnehmern, warum sie zusammengehören. Foto: phs

LZ-Blätterwald: Mehr als 6700 Bäume für eine bessere Zukunft

Lüneburg . An gleich zwei Orten pflanzten Menschen aus Stadt und Landkreis Lüneburg am Wochenende mehr als 6700 Bäume. Insgesa mt rund 370 Teilnehmer engagierten sich beim LZ-Blätterwald am Sonntag im Bilmer Strauch und bei der Pflanzaktion der katholischen St.-Marien-Kirchengemeinde am Samstag im Lüneburger Tiergarten für mehr Laubbäume, mehr Trinkwasser und eine bessere Zukunft.

Sonnenschein, blauer Himmel und eine milde Brise sorgten an beiden Tagen für optimale Rahmenbedingungen, obwohl das Unwetter in der Nacht zu Sonntag die Blätterwald-Organisatoren mit sorgenvoller Miene zum Himmel starren ließ. Doch am Morgen waren die Sorgen vergessen, pflanzten rund 120 Naturfreunde aus der Region mehr als 1500 Laubbaum-Setzlinge und leisteten damit zum zwölften Mal in zehn Jahren einen wichtigen Beitrag für eine bessere Grundwasser-Neubildung und mehr Artenvielfalt. Mit dabei war auch Larissa, die schon mit sechs Jahren sehr genau wusste, „dass die Bäume, die wir heute pflanzen, unsere Natur schützen“.

LZ-Blätterwald: tausende Bäume für eine bessere Zukunft

Mehr Bäume gepflanzt, als Lüneburg Einwohner hat

2007 haben die LZ und der Verein Trinkwasserwald die Aktion „Blätterwald“ ins Leben gerufen, werden dabei seit Jahren unterstützt von den Lüneburger Partner-Unternehmen DBL Marwitz Textilpflege und Bockelmann Holz. „Wir haben in dieser Zeit gemeinsam mit euch und anderen mehr als 82 000 Bäume gepflanzt“, sagte LZ-Geschäftsführer Christian von Stern zur Begrüßung. „82 000 Bäume. Das muss ein wahnsinnig großer Wald sein.“ Oder anders ausgedrückt: „Wir haben mehr Bäume gepflanzt, als Menschen in Lüneburg wohnen.“

Weitere rund 1500 Bäume kamen gestern dazu: Nach dem mittlerweile schon traditionellen Schauspiel von Frau Wasser und Herrn Wald zogen die Teilnehmer mit ihren Spaten in das rund 1,2 Hektar große Waldstück nahe dem Sülbecker Fernsehturm, pflanzten mit Unterstützung der Pflanzhelfer des Vereins Trinkwasserwald, der Landesforsten und der Nabu-Kreisgruppe zwischen Nadelbäumen kleine Rot­eichen und Buchen.

Diese Laubbäume tragen in Zukunft zu einer besseren Grundwasserneubildung bei, genauer: „Wir kümmern uns heute um zusätzliches Wasser für rund 800 Menschen – und zwar lebenslang“, erklärte der erste Vorsitzende des Vereins Trinkwasserwald, Heiner Rupsch.

Bäume leben 140 bis 160 Jahre

Wie viele Baum-Patenschaften für den LZ-Blätterwald letztlich abgeschlossen wurden, konnte Rupsch noch nicht sagen. „Aber wir werden all die Bäume, die heute nicht gepflanzt wurden, in den kommenden Tagen pflanzen“, betonte er. Unterstützt haben die diesjährige Aktion ehrenamtliche Mitglieder der Feuerwehr Lüneburg und der DRK-Kreisbereitschaft.

Viele Helfer waren einen Tag zuvor auch bei der Pflanzaktion der Kirchengemeinde St. Marien im Einsatz. Und die waren auch nötig, um die Pläne Wirklichkeit werden zu lassen, die Diakon Martin Blankenburg und die Eltern der Erstkommunionkinder seit dem vergangenen Jahr geschmiedet hatten. Insgesamt 5200 Setzlinge wollten sie mit mehr als 250 Teilnehmern in den Boden bringen auf einer rund 1,2 Hektar großen Fläche, die Stadtförster Michael Stall und seine Mitarbeiter vorbereitet hatten. „Die Bäume, die wir pflanzen, werden 140 bis 160 Jahre alt. Damit tun wir nicht nur etwas für die kommende, sondern für die nächsten acht bis neun Generationen“, erklärte Stall den Teilnehmern. Die hatten ihren Einsatz begonnen mit dem „Gebet für unsere Erde“ aus der Umwelt-Enzyklika „Laudato si“. „Mit unserer Pflanzaktion wollen wir die Enzyklika und das in ihr verankerte Thema Nachhaltigkeit umsetzen“, erklärte Blankenburg.

Weniger theoretisch erklärte Familienvater Christian Raab seine Motivation: „Es ist cool, mit seinen Kindern etwas zunächst Unscheinbares zu unternehmen. Doch wenn ich längst nicht mehr bin, werden meine Kinder unter den dann hohen Bäumen hindurchgehen und sich an diesen Moment erinnern.“

Ohne Kooperationspartner kommt natürlich auch die kirchliche Pflanzaktion nicht aus. Mit dabei waren: St.-Ursula-Schule, St.-Marien-Hort und -Kita, Sprachheilkindergarten, Jugendhilfe St. Bonifatius, M-Team, Kolpingfamilie, SchubZ, Bingo-Umweltstiftung und die Initiative „plant for the planet“.

Von Anna Sprockhoff und Malte Lühr