Donnerstag , 15. November 2018
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Sehr dicht am Sinatra-Original: Henning-J. Claassen begeisterte die Gäste bei der Feier im Fürstensaal mit einer Gesangseinlage. Foto: phs

Lüneburg: Ehrenbürgerwürde für Henning J. Claassen

Lüneburg. Es gibt einen neuen Ehrenbürger in Lüneburg. Beim Festakt im Rathaus der Stadt wurde dem Unternehmer, Hotelier und Mäzen Henning J. Claassen am Sonnabend die Ehrenbürgerwürde verliehen. Claassen, der sich auch ins Goldene Buch der Stadt eintrug, ist der 15. Träger dieser höchsten Auszeichnung, die die Stadt zu vergeben hat. Doch wer erwartet hatte, dass er sich ergeben in das Reglement des Zeremoniells würde einfügen würde, wurde angenehm überrascht.

Stehende Ovationen für gelungene Gesangseinlage

Musik, Rede des Oberbürgermeisters, Musik, Rede Henning J. Claassen, Musik – so sah es das Protokoll für die Festveranstaltung im Fürstensaal des Rathauses vor, eigentlich. Denn in einem Punkt kam es anders. Gerade hatte Oberbürgermeister Ulrich Mädge seine Laudatio auf den neuen Ehrenbürger der Stadt beendet, setzte Claassen gewohnt eigene Akzente. Nach einer kurzen und teils humorvollen Dankesrede vor den gut 200 geladenen Gästen griff der 73-Jährige unverhofft zum Mikrofon: „It was a very good year“ intonierte Claassen, begleitet von dem Musiker-Duo Jeroen Jacobs und Partner, beeindruckend perfekt den Frank Sinatra-Song „When I was seventeen“, ein Lied, in dem der große amerikanische Sänger im vorgerückten Alter das Leben Revue passieren ließ.

Nach der Verleihung der Ehrenbürgerwürde trug sich Henning J. Claassen im Beisein von Oberbürgermeister Ulrich Mädge (l.) ins Goldene Buch der Stadt ein. Foto: phs

Mädge würdigt Claassen

Die Gäste dankten mit stehenden Ovationen, auch Oberbürgermeister Mädge zeigte sich beeindruckt von der überraschenden Einlage: „Das war einfach klasse!“ Zuvor hatte Mädge das Wirken des gebürtigen Lüneburgs und dessen Bedeutung für die Stadt gewürdigt. „Sie haben für Lüneburg Bedeutendes und Wertvolles geleistet. Sie haben wesentlich zur Stadtentwicklung beigetragen und Lüneburg in vielfacher Hinsicht zu großem Ansehen verholfen.“ Beispielhaft nannte er hierfür die Umwandlung des historischen Wasser- und Hafenviertels zu einem „Juwel der Stadt“ und heutigem Vorzeigeobjekt in der Städtebauförderung.

Mit seinen Unternehmen wie zuletzt der Impreglon AG und der Umwandlung der Abts- und Lüner Mühle und des Alten Kaufhauses in First-Class-Hotels habe er zur Attraktivität der Hansestadt als Wohn- und Arbeitsort beigetragen, Arbeits- und Ausbildungsplätze geschaffen, sagte Mädge. Hinzu kam ein breites Engagement im sozialen und kulturellen Bereich, ob als langjähriger Vorsitzender des Vorstands der Bürgerstiftung St. Nicolai oder als Förderer und Sponsor junger Unternehmensgründer sowie Förderer der Leuphana Universität, als Gründer und Sponsor der Initiative Schützt die Opfer zum Schutz von Frauen und Kindern gegen Gewalt, als Sponsor eines Waisenheims von Tsunami-Opfern in Indien oder etwa als Unterstützer des Theaters Lüneburg.

Ein hansischer Kaufmann, wie man ihn sich vorstellt

„Was Ihre Arbeit und Ihr Wirken in und für Lüneburg prägt, ist Ihre persönliche Art: Sie sind zupackend und treffen schnelle Entscheidungen“, sagte Mädge, der Claassen einen hansischen Kaufmann, wie man ihn sich vorstelle, nannte. Und: „Sie sind ein Vorbild, ein Motivator und ein Glücksfall für die Hansestadt und unsere Bürgerschaft.“

„Ich hätte Ihnen noch stundenlang zuhören können“, dankte Claassen in Anlehnung an das Loriot-Bonmot gewohnt humorvoll. Auch freue er sich, die Auszeichnung jetzt, mit 73 Jahren, in Empfang nehmen zu dürfen: „Da sind die größten Fehler schon gemacht.“ Und wie kam er zu seiner beeindruckenden Sangesstimme? „Keine Ausbildung, das wurde mir mitgegeben“, verriet Claassen nach dem Festakt. Mit etwas Glück kann man ihn auch in der Piano Bar seines Bergström-Hotels hören.

Von Ulf Stüwe

4 Kommentare

  1. Andreas Janowitz

    Zur richtigen Zeit am richtigen Ort, das Richtige gemacht. Er selbst weiss wohl am Besten wieviel Glück zu seinem Vermögen verhalf.

    Nicht so die vielen anderen, wie z.B. Loewe Technologies: technisch alles richtig gemacht, aber zur falschen Zeit am falschen Ort.

    • Andreas Janowitz
      was, ihr wollt nicht so, wie ich will, dann verkaufe ich an die amerikaner. ein zitat von dem ,,tollen ehrenbürger. so ist das,wenn man geld hat, schon kann es passieren, dass man dafür geehrt wird.

  2. Mag sein, dass sogar ein Herr Claassen nicht ohne Fehler ist.

    Aber nennen Sie mir einen begüterten Lüneburger aus diesem Jahrtausend, der soviel Sehenswertes für seine Stadt getan hat, wie dieser geschäftstüchtige Mann. Dass er bei der meisterlichen Ausübung seines Berufes nicht vollkommen uneigennützig handelt, werden Sie auch einem exzellenten, aber gut bezahlten Unfallchirurgen kaum vorhalten wollen. Und selbst der spendierfreudig wohltätige Frührentner ringt um jedes Zehntel Prozentpunkt bei seiner Altersvorsorge.

  3. eine beschämende Lobhudelei