Dienstag , 25. September 2018
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Die aufgepflasterten Einmündungsbereiche im Straßenzug Kirchweg in Adendorf verursachen Lärm und gehen vielen Anwohnern auf die Nerven. Nun soll dort eine Lärmmessung erfolgen. Foto: be

Adendorf: Ungewohnt einig bei Tempo 30

Adendorf. Einstimmige Entscheidungen sind selten geworden in den Ratsgremien der Gemeinde Adendorf, in denen seit der letzten Kommunalwahl sec hs Gruppierungen vertreten sind. Umso überraschender, dass der Ausschuss für Straßen, Verkehr und Grünflächen am Donnerstagabend mit allen Stimmen die Empfehlung abgegeben hat, sowohl in einem Bereich der Straße Im Suren Winkel als auch in einem Abschnitt des Kirchwegs Geschwindigkeitsbegrenzungen von jeweils 30 km/h einzuführen.

Die CDU-Fraktion hatte die Einführung von Tempo 30 in der Straße Im Suren Winkel, im Abschnitt zwischen Hausnummer 34 und Einmündung Am Bahndamm/Sandweg, in der jüngsten Ratssitzung beantragt. Die Verwaltung sprach sich dagegen aus: „Unfallzahlen oder die gefahrenen Geschwindigkeiten liefern keinen Grund“ für eine Temporeduzierung.
Auch die SPD-Fraktion sprach sich im Rat gegen den Antrag aus, schwenkte in der Sitzung des Verkehrsausschusses aber um. Man habe das Thema nochmal diskutiert, erklärte Ronald Steinberg, und wäre zu einem Kompromiss bereit: „Nicht nur im Suren Winkel soll das Tempo reduziert werden. Wir wollen die Anwohner des Kirchwegs nicht schlechter stellen.“

Man stimme dem CDU-Antrag zu, wenn auch eine Verkehrsberuhigung im Kirchweg auf den Weg gebracht werde. Dort solle zwischen den Einmündungen Neue Straße und Von-Stauffenberg-Straße die erlaubte Höchstgeschwindigkeit auf 30 km/h reduziert werden. Das unterstützte Bärbel Sasse für die Grünen, „toll“ fand das Hans-Detlef Jacobi (CDU), und Hans-Dieter Wilhus (Abae) freute sich. Der Antrag, den Verkehrsentwicklungsplan der Gemeinde fortzuschreiben, bleibe aber bestehen, so Ronald Steinberg.
Abschließend behandelt werden die beiden Beschlüsse nun noch im Verwaltungsausschuss und im Rat. Und auch dann können sie noch scheitern, denn der Landkreis Lüneburg muss die Maßnahmen genehmigen.

Die aufgepflasterten Einmündungsbereiche im Straßenzug Kirchweg gehen vielen Anwohnern vermehrt auf die Nerven – Anlass für den Antrag von Rainer Dittmers (SPD), an der Ecke Turmweg eine mehrwöchige Lärmmessung durchzuführen.

Die Aufpflasterungen verursachen unnötigen Lärm, klagten die Anwohner. Hans-Dieter Wilhus (Abae) hat in den Einmündungsbereichen „Wellen und Sprungschanzen“ beobachtet, und Matthias Wiebe (Grüne) wunderte sich, dass vor dem Verlegen der Pflasterungen kein Lärmgutachten eingeholt worden sei. Auch in diesem Punkt waren sich die Ausschussmitglieder einig und stimmten der Lärmmessung zu.

Von Ingo Petersen

Anfrage im Anschluss: Fällarbeiten für mehr Sicherheit

Schwer gelitten hatte der Adendorfer Kirchwald, als im vergangenen November viel zu früh, dafür aber umso heftiger mit Schnee und Eis der Winter hereinbrach. Wegen der Gefahr umstürzender Bäume musste die Verwaltung den Wald sogar monatelang sperren. Als dann Ende Februar Fällarbeiten durchgeführt wurden, um vom Umstürzen gedrohte Bäume zu entfernen, hätte der Umfang der Maßnahmen manchen Adendorfer gewundert, berichtete Thomas Pufahl (SPD).

Bürgermeister Maack berichtete, die Verwaltung hätte sich Rat vom zuständigen Forstamt geholt. „Es ist nur das Nötigste gemacht worden, und das immer unter dem Gesichtspunkt der Sicherheit.“ 5500 Euro hätte die Gemeinde für die Arbeiten ausgegeben, dem stünde eine Einnahme von 3200 Euro für das verkaufte Holz gegenüber.