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Noch hält die Regionalbahn Erixx auf dem Weg zwischen Lüneburg und Dannenberg auch in Wendisch Evern. Doch könnte der Haltepunkt schon bald vom Streckenplan gestrichen werden. Foto: t&w

Wendisch Evern: Schlechte Nachrichten für kleinen Ort

Wendisch Evern. Mit gleich zwei schlechten Neuigkeiten eröffnete Bürgermeister Clemens Leder die Ratssitzung in Wendisch Evern. „Unser Dorfladen schließt am Sonntag für immer.“ Gerade eben hatte der kleine Laden noch seinen vierten Geburtstag gefeiert, doch nun ist Schluss. „Die beiden Betreiberinnen haben mitgeteilt, dass der Umsatz so weit zurückgegangen ist, dass sie den Laden nicht mehr halten können“, so Leder. „Wir werden sie schmerzlich vermissen.“

Auch die zweite Mitteilung betraf die Infrastruktur der Gemeinde Wendisch Evern: „Der Samtgemeindeausschuss hat sich dafür ausgesprochen, dass der Bahnhaltepunkt Wendisch Evern aufgelöst wird“, sagte Leder. Wie berichtet, soll in jeder Samtgemeinde entlang der Bahntrasse Lüneburg-Dannenberg ein Haltepunkt stillgelegt werden, damit die Züge schneller fahren können. In der Samtgemeinde Ostheide konnte man sich nicht einigen und so wurde die Frage nicht öffentlich im Samtgemeindeausschuss beschlossen. Allerdings lautete der Beschluss „Bavendorf zu erhalten“, wie Samtgemeindebürgermeister Norbert Meyer nicht müde wurde zu betonen. Ein Ende der Diskussion ist aber noch nicht abzusehen, da – wie berichtet – Dahlenburg einen Rückzieher gemacht hat.

Norbert Meyer (v.l.) ehrte Martin Peters für 40 Jahre Ratsarbeit. Vom Bürgermeister Clemens Leder bekam er noch die Wendisch-Evern-Tasse. Foto: cw

Nach diesen beiden Einbußen in Sachen Infrastruktur, wollten die Ratsmitglieder bei der Breitbandversorgung jetzt auf Nummer sicher gehen. Eigentlich gilt Wendisch Evern mit seiner Lüneburger Vorwahl zu den gut versorgten Gebieten und ist von der Kreisinitiative ausgeschlossen. Jetzt sollte der Rat eine Verzichtserklärung beschließen, die das besiegelt. „Ich stimme dagegen, weil wir eben nicht gut versorgt sind“, stellte CDU-Ratsfrau Gudrun Teickner fest. Auch ihr Fraktionskollege Christian Hauschildt sah das kritisch: „Wir sollten nicht gleich unterzeichnen und uns erst einmal informieren.“ Martin Peters von der SPD stellte klar: „Der Kreis baut jetzt mit Glasfaser bis ins Haus aus, damit sind wir ganz klar benachteiligt, weil wir nur Kupfer haben.“ Der Rat stimmte dafür, die Verzichtserklärung nicht zu unterzeichnen.

Einig waren sich die Politiker jedoch darin, den B-Plan 17 Feldstraße so zu ändern, das in dem jetzigen Gewerbegebiet künftig auch Wohnbebauung möglich ist. Auch die Änderung der Geschäftsordnung, die die Einwohnerfragestunde nun vor der Sitzung zulässt und digitalen Versand von Unterlagen möglich macht, wurde einstimmig geändert.

Besonders freuen durfte sich an diesem Abend Martin Peters, der von Norbert Meyer als Kreisvorsitzendem des Städte- und Gemeindebundes für 40 Jahre Ratsarbeit geehrt wurde. Er dankte und erklärte: „Wenn man Demokratie ernst nimmt, ist es gut auch im Rat mitzumachen.“ Er betonte, dies sei keineswegs ein Opfer sondern er habe auch persönlich sehr viel von dieser Zeit profitiert. „Ob ich allerdings die 50 noch vollmache, wage ich zu bezweifeln.“

Von Claudia Wesch