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Mit Plakaten und vielen Fragen meldeten sich Bleckeder Eltern auch in der jüngsten Schulausschusssitzung des Kreistags in der Oberschule am Katzenberg in Adendorf zu Wort. Foto: be

Oberschule Bleckede: Warten auf harte Zahlen

Von Ingo Petersen
Adendorf. Eher selten kommt es vor, dass die Einwohnerfragestunde die meiste Zeit einer Ausschusssitzung in Anspruch nimmt – in der jüngsten S itzung des Kreistagsausschusses für allgemein- und berufsbildende Schulen am Montag in der Mensa der Oberschule am Katzenberg in Adendorf war das der Fall. Der Grund: 30 angereiste Eltern von der Realschule Bleckede hatten wieder viele Fragen zu der vom Landkreis Lüneburg angedachten Zusammenlegung von Real- und Hauptschule zu einer Oberschule.
Anfang des Jahres hatte die Landkreisverwaltung Eltern und Lehrer in der Elbestadt mit Überlegungen aufgeschreckt, die Real- und Hauptschule zu einer Oberschule zusammenzufassen. Als Grund gab die Verwaltung zurückgehende Schülerzahlen an. Vor allem, dass die notwendige Zweizügigkeit der Hauptschule auf Dauer in Gefahr sei – und: schrumpft die Hauptschule zur Einzügigkeit, so Martin Wiese, Fachbereichsleiter beim Landkreis, dann müsse sie aufgelöst werden.
Schnell bildete sich in Bleckede der „Arbeitskreis zur Erhaltung der Realschule Bleckede“, der mit Schwung an die Arbeit ging. Massive Präsenz zeigten die Eltern in der Schulausschusssitzung am 20. Februar, rund 150 Bleckeder kamen zur Informationsveranstaltung, zu der der Landkreis für den 21. März ins Gymnasium Bleckede eingeladen hatte. Unter anderem Maren Kuhlmann von der Landesschulbehörde und Martin Wiese standen da für Auskünfte zur Verfügung.
Die Zweifel der Eltern der Realschule am Sinn der Einführung einer Oberschule blieben aber bestehen. Und so gab es auch in der Ausschusssitzung am Montag noch viele Fragen. Etwa die, ob ein Wechsel zwischen Real- und Hauptschulzweig einer Oberschule möglich sei, was Maren Kuhlmann bejahte. Oder die, ob denn an einer Oberschule erworbene Real- und Hauptschulabschlüsse ebenso akzeptiert seien wie die an getrennten Real- und Hauptschulen, was Hendrik Six, der in Adendorf die Oberschule am Katzenberg leitet, bestätigte.
Silke Bachem vom Arbeitskreis prognostizierte, dass die Schülerzahlen in Bleckede überhaupt erst durch die Schaffung einer Oberschule „wegbrechen“ würden, weil zurzeit noch zahlreiche Kinder auch aus dem Umkreis an die Real- und Hauptschule nach Bleckede kommen. Sie befürchtet künftig größere Klassenstärken, die Schülerzahl der Oberschule wäre dann kleiner als die der beiden bisherigen Schulen zusammen.
Die „Alterspyramide“ der Stadt Bleckede hatte Martin Wiese mitgebracht, sie sagt aus, dass die Geburtsjahrgänge 2007 bis 2016, sie wären künftige Oberschulkinder, „deutlich geringere Einwohnerzahlen“ aufweisen als die Geburtsjahre 1999 bis 2006, die heutigen Real- und Hauptschüler.
Zahlen, die die Eltern und Lehrer der Realschule ebenso wenig überzeugten wie Ausschussmitglied Martin Gödecke (Unabhängige), seine Gruppe aus FDP und Unabhängigen sei absolut gegen die Zusammenlegung zur Oberschule. Antje Aden-Meyer (Grüne) erklärte, „die Hauptschule ist ein Auslaufmodell“. Und: „Es gibt doch schon Oberschulen, wie in Adendorf, die gut funktionieren.“ Frank Stoll (Linke) plädierte dafür, den Elternwillen nicht zu übergehen, sprach sich aber zugleich für die Integrierte Gesamtschule aus.
Landrat Manfred Nahrstedt nahm dann erst einmal Dampf aus der Diskussion: „Wir müssen nichts übers Knie brechen. Wir warten die Anmeldezahlen für die Schulen ab, die Anfang Mai vorliegen. Es ist ja nicht so, dass wir die Schulen mit aller Gewalt zusammenlegen müssen. Wenn die Anmeldezahlen stabil oder sogar steigend sind, dann schauen wir mal. Wenn sie aber sinken, dann sind wir gefordert.“ Zugeich kündigte er an, verstärkt das Gespräch auch mit der Hauptschule suchen zu wollen.