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Noch müssen die Hühner in großen Teilen des Landkreises Lüneburg im Stall bleiben, doch ab Sonnabend steht ihnen der Weg ins Freie wieder offen. Foto: t&w

Ende der Stallpflicht im Landkreis Lüneburg naht

Lüneburg. Die Nachbarkreise Lüchow-Dannenberg und Harburg haben die Aufstallpflicht für Geflügel bereits aufgehoben, nun zieht auch der Landkreis Lüneburg nach. Wie Kreissprecherin Katrin Holzmann jetzt bestätigte, darf Geflügel ab Sonnabend wieder ins Freie – und zwar im gesamten Kreisgebiet. Die entsprechende Allgemeinverfügung des Landkreises ist ab sofort im Internet unter www.landkreis-lueneburg.de/gefluegelpest zu finden.

Seit Mitte Februar durften nur die Tiere im Westkreis die Ställe verlassen, in den östlichen Regionen galt zum Schutz vor der Geflügelpest nach wie vor die Aufstallpflicht (LZ berichtete).

Per Runderlass hatte das niedersächsische Landwirtschaftsministeriums bereits am 4. April eine weitere Lockerung der Stallpflicht veranlasst, weil „die Zahl der Wildvogelfunde mit Geflügelpest erheblich zurückgegangen“ sei – landes-, aber auch bundesweit. Lediglich in Landkreisen mit einer Geflügeldichte von mehr als 1000 Tieren pro Quadratmeter (Cloppenburg, Oldenburg und Ammerland) müssen die Tiere laut Erlass weiterhin im Stall bleiben. In diesen Regionen rechnet das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) als nationales Referenzlabor mit einem „hohen Eintragsrisiko durch Verschleppung des Virus zwischen Geflügelhaltungen“

Hygieneregeln gelten weiter

Die Gefahr einer Ansteckung durch Wildvögel indes scheint in den elbnahen Gebieten so gering, dass auch das Veterinäramt des Landkreises ein Ende der Aufstallpflicht für „tragbar“ hält. „Allerdings müssen sich die Geflügelhalter weiterhin an die Hygie­neregeln, die sogenannten Biosicherheitsmaßnahmen halten“, sagt Kreissprecherin Katrin Holzmann.
Das bedeutet, Geflügelhalter müssen Schutzkleidung tragen und ihre Schuhe vor Betreten der Ställe oder Ausläufe desinfizieren. „Füttern und Tränken des Geflügels im Freien und Kontakt zu Oberflächengewässern und größeren Gewässern sind zu vermeiden“, erklärt Holzmann. „Futter sollte zudem vor Wildvögeln geschützt gelagert und verfüttert werden. Futterreste sollten immer sofort beseitigt werden, damit sie keine Wildvögel anlocken können.“

Endet die Stallpflicht am Wochenende, mussten Geflügelhalter im östlichen Kreisgebiet ihre Tiere insgesamt fünf Monate einsperren. „Eine harte Zeit“, sagt Hühnerhalter Henrik Burmester aus Bleckede. Zwar hätten sie versucht, ihren Hennen das Leben im Stall so erträglich wie möglich zu machen. „Aber eingesperrt bleibt eingesperrt.“ Hinzu kommt, dass er seine Hühnereier seit Ende Februar nicht mehr als Freilandeier vermarkten durfte (LZ berichtete). „Offiziell waren wir nach der Frist von zwölf Wochen Bodenhaltungsbetrieb, mussten unsere Eier entsprechend kennzeichnen“, erklärt Burmester. Noch hat er keine genauen Zahlen darüber, wie sehr der Absatz seitdem eingebrochen ist. „Aber der Rückgang war deutlich zu spüren.“ off/lk/ho

Vier bestätigte Virus-Fälle
Der Landkreis Lüneburg hatte die Aufstallpflicht zunächst nur in den direkten Elb-Regionen, am 5. Dezember 2016 dann aber für das gesamte Kreisgebiet erlassen. Ab dem 19. Februar durften die Tiere im westlichen Kreisgebiet wieder ins Freie, an der Elbe blieb es bei der Aufstallpflicht.

Mit dem Einsperren sollte der Kontakt zwischen Wildvögeln und Hausgeflügel – und damit das Einschleppen der seit November grassierenden Vogelgrippe vermieden werden.

In dieser Zeit hat der Kreis 48 tote Wildvögel und 5 Stück Hausgeflügel untersuchen lassen, vier Mal bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut den Verdacht auf das Virus bei Wildvögeln im Kreis Lüneburg, zuletzt Anfang März 2017.

One comment

  1. Ende der Stallpflicht im Landkreis Lüneburg naht
    dürfen die lokalpolitiker jetzt wieder aus der deckung kommen, oder gibt es doch noch eine oberaufsicht?