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Die erste Kiste fürs Urban Gardening haben Paten und Helfer jetzt in der Jugendwerkstatt fertiggestellt. Foto: phs

Kohlrabi für den Clamartpark: Urban Gardening läuft an

Lüneburg. Über Mangel an Grünflächen kann Lüneburg nicht klagen, immerhin ist die Stadt mit insgesamt 16 Kleingarten-Kolonien üppig bestückt. Nun aber soll das Leben in der Stadt noch ein bisschen grüner werden. Neun stattliche Pflanzkästen sollen in den kommenden Wochen aufgestellt werden, das Besondere an ihnen: Sie dürfen nach Lust und Laune bepflanzt werden. am Donnerstag war der Startschuss für die Aktion, die sich Urban Gardening nennt.

Startschuss ist gefallen

Auf dem Hof der Jugendwerkstatt von job.sozial am Blümchensaal wird fleißig gearbeitet. Bretter, Bohrer, Sägen und Schrauben liegen bereit, Bert Holzhütter, Integrations-Coach der Jugendwerkstatt, kümmert sich darum, dass die Kästen ins rechte Format gebracht werden. Zwei Meter breit und 85 Zentimeter hoch sollen die hölzernen Behälter sein, „schließlich soll man ja auch gut daran arbeiten können“, sagt Constanze Keuter. Sie ist Grünplanerin der Stadt und hat mit der Urban-Gardening-Aktion eine Anregung des Lüneburger Bürgervereins aufgegriffen. „Die Idee von Urban Gardening ist es, Bewohnern ohne eigenen Garten eine kleine Fläche zum Bepflanzen, Säen und Ernten anbieten zu können“, sagt sie.

Mit von der Partie ist auch die fünfjährige Martje aus der Kita „Die Strolche“. Ihre Kita hat die Patenschaft für zwei Pflanzkästen übernommen, die demnächst im Clamartpark aufgestellt werden sollen. „Ich esse gern Salat“, sagt Martje, und den möchte sie schon bald auch in einem der beiden Kästen anbauen, den sie und die anderen „Strolche“-Kinder dann beackern dürfen. Gestern aber halfen sie zunächst beim Bau der ersten Kästen mit.

Jeder kann in seinem Kasten pflanzen, was er will

„Jeder Pate kann anpflanzen, was er möchte, egal, ob Salat, Kohlrabi oder bunte Blumen“, sagt Constanze Keuter. Vom Frühjahr bis zum Herbst stehen die mit Erde befüllten Behälter bereit, kleine Schilder an ihnen weisen auf die Aktion hin. Auch die Kita Awo am Liebesgrund macht mit. Sie ist Patin für drei Kästen, die an der Bastionstraße ihren Platz finden sollen. Weitere Paten sind der Stadtjugendring mit zwei Kästen im Rathausgarten, die Initiative „Lüneburg im Wandel“ mit einem Kasten im Clamartpark und das Museum Lüneburg, ebenfalls mit einem Pflanzkasten im Clamartpark.

Mit dabei ist auch der Kleingärtner-Bezirksverband Lüneburg. Neben gärtnerischem Sachverstand stellt er zusätzliche 15 Pflanzkästen in seinen Anlagen den Lüneburgern zur Bepflanzung zur Verfügung – „natürlich ebenfalls kostenlos“, sagt Christian Hansen, Vorsitzender des Verbands.

Stadt hofft auf viele weitere Paten

Finanziert und unterstützt wird das Projekt von sieben Sponsoren, darunter die Sparkasse Lüneburg, das Museum und der Bürgerverein. Auch die GfA und die AGL beteiligen sich mit Sach- und Arbeitsleistung. „Es ist ein erster Versuch. Wir wollen schauen, ob der schöne Gedanke des Urban Gardening von der Öffentlichkeit angenommen wird“, sagt Uta Hesebeck, bei der Stadt Leiterin des Bereichs Straßen- und Grünplanung, Ingenieurbau. Wer Interesse an einer Patenschaft hat, kann sich unter (04131) 3093944 an Constanze Keuter wenden. „Wir haben auch noch ein paar Kästen in Reserve“, sagt die Grünplanerin.

pätestens in der Woche nach Ostern sollen die dann fertigen Kästen an ihren Standorten aufgestellt und mit Erde befüllt werden, zusammen mit Wassertanks der AGL, damit die Paten mit ihren Gießkannen nicht so weit laufen müssen, erläutert Uta Hesebeck. Sie setzt zudem auf Rücksichtnahme der Lüneburger: „Die Pflanzkästen gehören in dieser Zeit den Paten und nicht der Öffentlichkeit.“

Von Ulf Stüwe