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Spurensuche nach einem Einbruch: Die Polizei sichert Fingerabdrücke an einem aufgehebelten Fenster. Je nach Vorgehen hinterlassen Täter eine „eigene Handschrift“. Foto: phs

Einbruch: Lüneburger Polizei reagiert mit Kontrollen

Lüneburg. Sie sind gut organisiert, und sie nutzen gern Autobahnen und Bundesstraßen: Einbrecherbanden, die ganze Regionen abgrasen: schnell hin, schnell wieder weg. Die Lüneburger Polizei hat reagiert und eine eigene Einheit gegründet, die sich speziell um Wohnungseinbrüche kümmert. Damit stehen die Lüneburger nicht allein, im Landkreis Harburg gibt es schon länger eine Truppe, die in diesem Bereich ermittelt, Hamburg bündelt Spezialisten in der Gruppe Castle, die mit Dienststellen rund um die Hansestadt zusammenarbeitet.

Organisierte Täter aus Hamburg

In Lüneburg wissen Leitender Polizeidirektor Hans-Jürgen Felgentreu und sein Kripo-Chef Steffen Grimme, dass einige der organisierten Täter aus Hamburg ins Umland fahren, um auch im Landkreis Lüneburg zuzuschlagen. Dass Taten zusammengehören, erkennen Fachleute am Vorgehen: Da werden Fenster aufgebohrt oder Terrassentüren aufgehebelt. „An dieser Handschrift lassen sich Zusammenhänge ablesen“, erklären die Beamten. Aber auch Hinweise beispielsweise auf Autos seien hilfreich.

Die mobilen Kriminellen haben vor allem das Land im Blick. In der Stadt sei die Situation in der Regel anders: Denn natürlich gibt es auch heimische Täter, die Serien hinlegen. Mal Drogenabhängige, die ihre Sucht finanzieren müssen, mal den „gewöhnlichen“ Gauner.

Sinkende Zahlen in Stadt und Kreis

Während in Adendorf die Zahl der Einbrüche wahrscheinlich durch einen „Zuzug aus Osteuropa“ angestiegen ist und wieder abebbte, sinken die Einbruchszahlen ansonsten in Stadt und Kreis. Von Jahresbeginn bis Ende März zählte die Polizei in der Stadt 29 Taten, im ersten Quartal 2016 waren es 36. „Auch im Landkreis geht die Zahl he­runter“, sagt Kripo-Chef Grimme. Das zeichnet sich in der gesamten Polizeiinspektion ab, zu der die Kreise Lüneburg, Uelzen und Lüchow-Dannenberg gehören. Für 2015 nennt die Statistik 603 Taten, 2016 waren es 483.
Solche Zahlen treiben die Bürger um. Wenn man allerdings weiter zurückschaut, erscheinen diese Werte gering: Nachdem der Eiserne Vorhang fiel, schnellten Einbruchszahlen gewaltig in die Höhe: 1993 registrierte die Polizei in der Region 1265 Fälle.

Felgentreu betont, dass auch die Aufklärungsarbeit seiner Mitarbeiter fruchte: Viele Häuser und Wohnungen sind heute viel besser gesichert als vor Jahren. So scheiterten Täter in knapp 40 Prozent aller Fälle: „Es bleibt beim Versuch.“ Präventionsteams besuchen Veranstaltungen oder bieten Beratungen bei der Polizei an, die werden rege nachgefragt.
Und in Zusammenarbeit mit dem städtischen Kriminalpräventionsrat ist ein neuer Arbeitskreis entstanden, der eben schon bei der Planung von Wohngebieten und Bauprojekten beraten will, wie man so baut, dass Einbrecher die lichten und gut beleuchteten Viertel eher ungemütlich finden.

Hundertschaft der Bereitschaftspolizei in Lüneburg

Lüneburg profitiert davon, dass eine Hundertschaft der Bereitschaftspolizei in der Stadt sitzt. Vor allem die jungen nachrückenden Beamten werden bei Kontrollen im Landkreis wie am Donnerstag bei Soderstorf eingesetzt. Das Auge des Gesetzes schaut auf Verkehrsverstöße, aber eben auch darauf, ob Auto- und Beifahrer mit Einbrüchen etwas zu tun haben könnten. Die Polizisten blicken skeptisch in einen Kofferraum, in dem typisches Einbruchswerkzeug liegt. Sie registrieren, wer überhaupt unterwegs ist.

Das ergibt im Fall der Fälle Ermittlungsansätze.
Sie erzielen so noch einen ­Effekt, sind sich Felgentreu und Grimme sicher: Mutmaßliche Einbrecher mögen nicht auffallen, die Kontrollen vertreiben sie aus der Region. Die Polizeichefs setzen überdies auf eine gute Nachbarschaft: Bürger sollen sich melden, wenn ihnen etwas Ungewöhnliches auffällt.

Von Carlo Eggeling

3 Kommentare

  1. Wie wäre es denn diese Banden gar nicht erst ins Land zu lassen, dann müssen die Bürger auch aus ihren Häusern kein Fort Knox machen und man kann wieder vertrauensvoll miteinander leben.

  2. Als das mit dem FKK aus der DDR bekannt wurde, hieß es: Nackig is nix. Und jetzt passt verhüllt unseren Sittenwächtern auch nicht. Überlegt mal: An welchen Stellen verlor der Urmensch zuerst das Fell? Egal, ob es kreisrunde kahle Stellen an den Knien waren oder eine nackte Nase, die aus dem dicht behaarten Gesicht ragte – es bedeutete lebenslanges Getrieze und Gehänsele von den Komplettbewachsenen.