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Die Heimaufsicht kontrolliert Alten- und Pflegeheime in Lüneburg. Mängel müssen zügig behoben werden

Alten- und Pflegeheime: Bei Missständen droht die Schließung

Lüneburg. In Lüneburg gibt es elf Alten- und Pflegeheime mit insgesamt 1049 Plätzen, dazu 65 teilstationäre Plätze in verschiedenen Einrichtungen. Die Heimaufsicht der Stadt sorgt dafür, dass gesetzlich vorgegebene Qualitätsstandards in der Betreuung und Versorgung der Bewohner gewährleistet sind. Sie übernimmt die Beratung und kon­trolliert die Einrichtungen regelmäßig – auch mit Blick auf Missstände und Mängel. Gibt es welche und werden sie nicht behoben, droht die Schließung des Hauses. „In Lüneburg musste das noch nicht geschehen. Unterstützung und Beratung durch unsere Heimaufsicht funktionieren gut“, sagt Sozialdezernentin Pia Steinrücke, aus deren Dezernat zu diesem Thema auch von der zuständigen Mitarbeiterin Edda Hermann im Sozialausschuss vorgetragen wurde.

Beratung der Bewohner gehört zu den Aufgaben

Die Heimaufsicht der Stadt ist dem Bereich Soziale Dienste zugeordnet. Zwei Fachkräfte, die ihre Büros im Senioren- und Pflegestützpunkt haben, nehmen die Aufgabe wahr. „Sie beraten zum einen Bewohner, Angehörige sowie Betreiber und Pflegepersonal. Zum anderen ist ihre Aufgabe, bei angemeldeten und unangemeldeten Besuchen unter anderem die medizinische und pflegerische Versorgung der Bewohner sowie deren Verpflegung und die Personalausstattung zu kontrollieren und zu dokumentieren“, erläutert Pia Steinrücke.

Die Heimaufsicht ist auch Ansprechpartner für Bewohner, deren Angehörige oder eine nahestehende Person, wenn es um Beschwerden geht – zum Beispiel wegen unzureichender Verpflegung, Unregelmäßigkeiten bei der Medikation, unangemessenem Umgangston des Pflegepersonals oder weil es Missstände bei der pflegerischen Versorgung gibt. „Diesen wird dann nachgegangen und es gibt Empfehlungen an den Betreiber, wie die Mängel beseitigt werden können. Das geschieht in der Regel schnell, wird aber auch überprüft“, so Steinrücke.

Regelmäßig prüft die Heimaufsicht zudem zusammen mit dem Medizinischen Dienst der Krankenkassen sowie dem Prüfdienst der Privaten Krankenkassen die Heime. Das geschieht angemeldet, einmal pro Jahr auch unangemeldet. Dokumentiert werden die Ergebnisse zur Pflege, der medizinischen Versorgung, der Umgang mit Demenzkranken, zur sozialen Betreuung sowie zur Wohn- und Verpflegungssituation in einem Bericht. „Außerdem werden die Bewohner befragt, denn es ist wichtig, was sie berichten. Einbezogen werden auch Angehörige und Pflegepersonal.“

Lüneburger Heime besser als der Bundesdurchschnitt

Unterm Strich entsteht eine Gesamtbenotung der Einrichtung, die Skala geht von 1 bis 5. Laut Pia Steinrücke haben die Lüneburger Einrichtungen eine Durchschnittsnote von 1,2, liegen damit besser als der Bundesdurchschnitt von 1,3. Transparenzberichte gibt es unter www.pflegelotse.de.

Nach Einschätzung der Heimaufsicht gibt es in Lüneburg ausreichend stationäre Plätze, wobei einige Einrichtungen Wartezeiten haben. Es seien aber keine weiteren Einrichtungen geplant. Insgesamt steigt der Bedarf an Plätzen für demenziell erkrankte Menschen sowie der Bedarf an teilstationären Plätzen zur Entlastung von Angehörigen. Das DRK plant an der Soltauer Straße Wohnen für Senioren mit Betreutem Wohnen und integrierter Tagespflege. Mit Blick auf das Pflegestärkungsgesetz, mittels dessen alten Menschen ermöglicht werden soll, durch zusätzliche ambulante Betreuungsmöglichkeiten länger in den eigenen vier Wänden leben zu können, will die Stadt Lüneburg neue Wege gehen. „Wir haben zwei neue Stellen für die Seniorenberatung geschaffen. Die Fachkräfte werden in Stadtteilhäusern eingesetzt, um dahingehend zu beraten.“

Die Heimaufsicht der Stadt ist unter (04131) 3093213 zu erreichen.

Von Antje Schäfer