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Viktor Linsel ist Breakdancer, sein Überschlag in der Bäckerstraße begeisterte das Publikum bei „Lüneburg tanzt“ 2016. Foto: A/phs

Tanzen in Lüneburg — auf der Straße statt auf dem Parkett

Lüneburg. Nach der erfolgreichen Premiere 2016 gibt es nun am Sonnabend, 29. April, die Neuauflage der Aktion „Lüneburg tanzt“, allerdings mit deutlich mehr Mitwirkenden und mehr Auftrittsorten. Organisiert von einem Netzwerk aus Choreografen, verschiedenen Tanzschulen, Tanzgruppen, Vereinen und der Volkshochschule agieren Profi- und Hobbytänzer zwischen 12 und 17 Uhr an acht Standorten in den Fußgängerzonen. Dazu gibt es ein Rahmenprogramm. Anlass ist der Welttanztag.

Ein Tag der Begegnung

„Es ist ein Tag, an dem man sich begegnet. Wir wollen Menschen durch Musik und Tanz zusammenbringen und so auch kulturelle Barrieren abbauen.“ So erläutert Nurka Casanova, eine der Organisatorinnen, das Ziel der Aktion: „Und wir wollen den Tanz zu den Menschen bringen, ohne dass sie in Tanzschulen gehen müssen und ohne dass es etwas kostet.“ Geboten wird ein breites Spektrum an Tänzen, unter anderem Kindertänze, Tango, Walzer, Line Dance, HipHop, Breakdance, Flamenco, Salsa, Jive, Discofox, Chacha, Jazzdance, Standard und Höfische Tänze. Nurka Casanova: „Und es gibt viel Neues, beispielsweise den arabischen Tanz Dabke oder Breakdance zu arabischen Rhythmen. Deutsche Volkstänze spielen eine große Rolle. Und erstmals ist auch Ikarus, die Kunstschule für Kinder, mit dabei.“

Das Spektakel läuft nicht nur in den Fußgängerzonen, Vorführungen etwa mit Nia, Biodanza oder Salsa Ruede gibt es an dem Sonnabend auch in der Volkshochschule an der Haagestraße, in der Familien-Bildungsstätte Bei der St.-Johanniskirche, im tanzraum an der Kalandstraße und in der Tanzschule Beuss an der Ilmenaustraße.

Die Auftaktveranstaltung zu „Lüneburg tanzt“ beginnt bereits am Freitag, 28. April, um 19.30 Uhr in der Volkshochschule, unter anderem mit einer Tanzkleider-Schau und der Fotoausstellung „Fotografie trifft Tanz – Bewegte Bilder“. Die Organisatoren weisen auf kostenlose Workshops hin: Am Donnerstag, 27. April, gibt es ab 17 Uhr bei Tanzkult an der August-Horch-Straße 17 einen HipHop-Workshop für Interessierte ab elf Jahren. Claudia Daniels bietet am Freitag, 28. April, um 16 Uhr Kids Dance für Sechs- bis Zehnjährige, um 17 Uhr Kids Dance für Neun- bis Vierzehnjährige und um 18.15 Uhr Capoeira für Erwachsene an. Und von Donnerstag bis Mittwoch, 27. April bis 3. Mai, zeigt das Scala-Programmkino an der Apothekenstraße täglich den Dokumentarfilm „Dancing Beethoven“, der verdeutlicht, wie Musik und Tanz kulturelle Barrieren überbrücken können.

Das komplette Programm finden Sie hier.

Von Rainer Schubert

Die weltumfassende Sprache

Der Welttanztag wurde vom Internationalen Komitee des Tanzes des Internationalen Theater Institutes innerhalb der Unesco angeregt und 1982 erstmals ausgerufen, um den Tanz als universelle Sprache in der Welt zu würdigen. Der Tag findet jedes Jahr am 29. April statt, dem Geburtstag des französischen Tänzers und Choreografen Jean-Georges Noverre (1727–1810), dem Gründer des modernen Balletts.

Noverre kämpfte im Geist der bürgerlichen Aufklärung gegen die Erstarrung und Prachtentfaltung des höfischen Balletts, gegen Reifröcke und Perücken, für Natürlichkeit und Humanismus im Tanz und für das dramatische Handlungsballett. Er wirkte unter anderem in Berlin, Straßburg, Stuttgart und Wien. In Paris steuerte Wolfgang Amadeus Mozart Musik zu Noverres Ballett „Les petits riens“ (1778) bei.