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Die Werbeanlage der Bäckerei Harms an der Breiten Straße würde der neuen Gestaltungssatzung für die historische Innenstadt widersprechen, genießt aber Bestandsschutz.

Bleckede: Innenstadt künftig durch Gestaltungssatzung geschützt

Bleckede. Fortschritt bei der Städtebauförderung in Bleckede: Zwei Jahre nach der Aufnahme der Kommune in das Förderprogramm „Städtebaulicher Denkmalschutz“ haben die ersten Hausbesitzer die Sanierung ihrer Gebäude in Angriff genommen. „Insgesamt liegen uns acht Modernisierungs- und Instandsetzungsverträge vor“, sagt Bauamtsleiter René Ringhand. Gesamtvolumen der geplanten Privat-Investitionen: rund 600 000 Euro, „davon fließen 226 000 Euro Zuschüsse“. Parallel plant die Stadt Bleckede derzeit die Sanierung des Schlosses (Nordflügel) für insgesamt 1,75 Millionen Euro, rund 1,2 Millionen Euro sollen aus der Städtebauförderung fließen. „Noch sind wir allerdings in der Planungsphase“, sagt Ringhand, „Baustart wird frühestens 2018 sein.“

Gestaltungssatzung zum Schutz kulturhistorischer Strukturen

Die Chance auf eine Förderung aus dem Städtebauprogramm von bis zu 45 Prozent erhalten grundsätzlich alle Bleckeder, deren Gebäude in der historischen Innenstadt liegen. Die genauen Grenzen des Förder- oder Sanierungsgebiets hat der Rat der Stadt bereits im vergangenen Jahr festgelegt. Jetzt hat das Gremium bei seiner jüngsten Sitzung zudem eine Gestaltungssatzung für Innenstadt und Schlossensemble beschlossen. Das 29-seitige Werk umfasst verschiedene Bau- und Gestaltungsvorschriften „zum Schutz bedeutender kulturhistorischer Strukturen und der zukünftigen Gestaltung des Stadtbildes der Innenstadt Bleckedes“.

Das untere Fenster zeigt, wie eine traditionelle Schaufenster-Untergliederung laut Gestaltungssatzung aussehen sollte. (Foto: off)

Die Satzung gilt in Zukunft in der Innenstadt für alle „Neubauten, An- und Umbauten sowie bei Reparaturarbeiten, Instandsetzungen bzw. Erneuerungen einzelner Bauteile, wie zum Beispiel Einfriedungen, Fenster, Farbanstrich, Markisen oder Werbeanlagen“. Halten müssen sich an die Vorschriften alle Hausbesitzer – unabhängig davon, ob sie für ihr Bauvorhaben eine Förderung beantragt haben oder einen Bauantrag benötigen. Wer „vorsätzlich oder fahrlässig“ gegen ein Ge- oder Verbot der Satzung verstößt, ohne dafür eine Genehmigung der Stadt eingeholt zu haben, kann mit einer Geldbuße bis zu 500 000 Euro (Ordnungswidrigkeit) bestraft werden.

Konkret regelt die Satzung zum Beispiel die Dachformen. Sie sollten sich am traditionellen Vorbild orientieren, Anlagen wie Solaranlagen oder Satellitenschüsseln sollten auf der straßenabgewandten Seite angebracht werden. Auch zur Fassadengestaltung gibt es klare Vorschriften, ebenso zu Fenstern, Schaufenstern, Türen, Toren und Werbeanlagen. Keinen Einfluss hat die Satzung auf das, was bereits vorhanden ist. „So verstößt zwar die aktuelle Werbeanlage von Bäckerei Harms gegen die Gestaltungssatzung“, erklärt Ringhand, „aber sie genießt Bestandsschutz.“ Die Gestaltungssatzung tritt in Kraft, sobald sie im Amtsblatt des Landkreises Lüneburg veröffentlicht wurde.

Von Anna Sprockhoff

Gutachten zur Verkehrssituation

Die Bleckeder Innenstadt soll als Wohnstandort und touristischer Anziehungspunkt gestärkt werden. Auch das ist das Ziel des Städtebauförderprogramms, dafür erarbeitet die Stadt mit externer Unterstützung aktuell einen Rahmenplan mit entsprechenden Maßnahmen.

„In den kommenden Wochen wird in diesem Zuge auch ein Gutachten über die Verkehrssituation in der Innenstadt erstellt“, berichtet Bauamtsleiter René Ringhand. Dabei geht es unter anderem um eine Einbahnstraßenregelung in der Zollstraße. Zur Diskussion steht zudem nach wie vor eine Herabstufung der Breiten Straße von der Landes- zur Gemeindestraße.