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Im Brandfall hat die Rettung von Menschen oberste Priorität. Vor allem jene, die eingeschränkt mobil sind, brauchen dann Hilfe. Hier "rettet" Werner Riediger den Heilpädagogen Matthias Walldorf. Foto: t&w

Brandschutz: Richtig reagieren im Fall der Fälle

Lüneburg. Wenn‘s brennt, zählt jede Sekunde. Und jede helfende Hand – wenn sie denn für den Notfall geschult ist. Zu einer Fortbildung zum Thema Br andschutz haben sich deshalb jetzt in Lüneburg Experten mit Mitarbeitern sozialer Einrichtungen getroffen, um Erfahrungen auszutauschen und neue Konzepte zu erarbeiten. „Denn der Rauch wartet nicht, bis die Feuerwehr kommt“, erklärte Lüneburgs Kreisbrandmeister Torsten Hensel in seiner Begrüßungsrede.

Organisiert hatte das Symposium mit Vorträgen, einer Podiumsdiskussion und Workshops die „Mission Sicheres Zuhause“ in Kooperation mit der Freiwilligen Feuerwehr Lüneburg. Der Verein, dessen Mitglieder sich seit Jahrzehnten für dieses Thema einsetzen, startete 2008 als Projekt von Feuerwehrverbänden und operiert seit 2013 gemeinnützig. Die „Mission“ hat es sich zur Aufgabe gemacht, durch bessere Präventionsarbeit Brandopfer zu vermeiden.

Hinweise müssen leicht verständlich sein

„Menschen mit Hilfebedarf verfügen über unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten“, sagt Schriftführerin und Gründungsmitglied Angela Meyer, „Brandschutzaufklärung für diese Menschen sollte diese individuellen Stärken nutzen und jeweils nach den örtlichen und spezifischen Gegebenheiten angepasst werden.“ Im Mittelpunkt der meisten Konzepte stand dann auch die „Leichte Sprache“: Einfach verständliche Plakate und Comics für Menschen mit geistiger Behinderung, Senioren und Kinder – die Botschaft soll schnell erkannt werden.

Das gilt auch für Menschen mit Migrationshintergrund: Meral Fischer, stellvertretende Ortsbrandmeisterin der Feuerwehr Lüneburg, und Gabriele Lauenstein von der VGH Hannover/Niedersachsen präsentierten Kurzfilme, die in „sprachloser“ Form den in Flüchtlingsunterkünften lebenden Menschen unterschiedlicher Nationalitäten die Gefahren von Herd und Backofen, aber auch den richtigen Umgang mit Feuerlöscher und Verbandskasten verdeutlichen. Einen Projektor braucht man für die Präsentation nicht: Dank eines QR-Codes, der einen Aufkleber ergänzt und im jeweiligen Gefahrenbereich angebracht wird, kann der passende Erklärfilm mit dem eigenen Smartphone abgerufen werden.

Neben theoretischen Schulungen standen auch Beispiele aus der Praxis auf dem Programm: So erläuterte Mathias Becker, stellvertretender Vorsitzender der „Mission Sicheres Zuhause“ und Betreuer einer Wohngruppe von Menschen mit mehrfach-schwerster Behinderung, den Einsatz der Rettungsdecke als Hilfsmittel zur Räumung von Personen mit Gehbehinderung aus dem Wohnbereich oder spezieller Matratzen für Bettlägerige.

Von Ute Lühr

Rauchmelder retten Leben

Seit November 2012 sind sie in Niedersachsen für Neubauten, seit Anfang 2016 auch für bestehende Wohnungen und Häuser Pflicht: Rauchmelder. Und das nicht ohne Grund: „Bei jedem zweiten Alarm, der von einem Rauchwarnmelder verursacht wird, handelt es sich um einen realen Brand“, weiß Jens Rönnfeldt von der Feuerwehr Darmstadt.

Die „Mission Sicheres Zuhause“ empfiehlt deshalb:

▶ Rauchwarnmelder regelmäßig auf Funktionsfähigkeit überprüfen und gegebenenfalls leere Batterien auswechseln;

▶ bei Renovierungen Rauchwarnmelder abdecken;

▶ Testknopf drücken, um den Signalton des Rauchwarnmelders kennenzulernen und eine Verwechslung mit anderen technischen Geräten zu vermeiden;

▶ elektrische Ausschaltvorrichtungen für Küchengeräte einbauen, „denn stromlos geschaltete Küchengeräte können nicht brennen“.