Mittwoch , 20. September 2017
Aktuell
Home | Lokales | Millionenschaden: Großbrand zerstört Grundschule Echem
In der Nacht zu Gründonnerstag ist die Grundschule Echem komplett niedergebrannt. Niemand wurde verletzt, der Schaden beträgt 3 Mio. Euro. Foto: feuerwehr

Millionenschaden: Großbrand zerstört Grundschule Echem

Eine Schule brennt komplett aus, Millionenschaden entsteht. Menschen werden bei dem Feuer nicht verletzt, aber die Folgen für den kleinen Ort dürften erheblich sein.

Echem. Ein Großfeuer hat in der Nacht zu Donnerstag die Grundschule in Echem zerstört, auch die angrenzende Turnhalle brannte nieder. Den entstandenen Sachschaden beziffert die Polizei aktuell auf rund drei Millionen Euro. Mehrere Feuerwehren aus Echem und den umliegenden Gemeinden mit rund 130 Feuerwehrkräften waren im Einsatz, um den Brand zu löschen. Verletzt wurde niemand. „Wir können derzeit weder eine technische Ursache noch Brandstiftung ausschließen — die Ermittlungen dauern an“, so Kai Richter von der Polizeipressestelle in Lüneburg am Morgen.

„Wir stehen hier jetzt mit einem Riesenproblem, der ganze Ort ist wie paralysiert“,
Steffen Schmitter, Bürgermeister der Gemeinde Echem

Das gegen Mitternacht gemeldete Feuer hatte sich nach ersten Erkenntnissen der Polizei aus zunächst ungeklärter Ursache in einem Heizungsraum entzündet. Die Flammen griffen dann auch auf die angrenzende Turnhalle über. Das Schulgebäude und die Sporthalle brannten komplett aus, am Morgen standen nur noch die Außenmauern und Teile des Dachstuhls. Kleine Rauchschwaden stiegen aus den Resten der Turnhalle auf. „Das ist eine Katastrophe“, sagten Anwohner.

Auch die Schulsekretärin steht am nächsten Morgen fassungslos vor dem abgebrannten Gebäude. Zum Glück hatte sie kaum persönliche Gegenstände in ihrem Büro, sagt sie. Nur ein Bild, das ihre Tochter als Kind gemalt hatte. „Das hängt wahrscheinlich nicht mehr über dem Kopierer“.

Rund 130 Feuerwehrkräfte waren bei dem Brand an der Grundschule Echem im Einsatz.

Auswirkungen bedeuten Einschnitt in Freizeitgestaltung

Fassungslosigkeit herrscht unterdessen auch in der Gemeindeverwaltung. „Wir stehen hier jetzt mit einem Riesenproblem, der ganze Ort ist wie paralysiert“, sagte Steffen Schmitter (CDU), Bürgermeister der Gemeinde Echem mit rund 1000 Einwohnern. „Wir haben mit der Schule und der Turnhalle ein wichtiges Zentrum des Dorflebens verloren“, erklärt er.

Denn in den niedergebrannten Gebäuden wurden nicht nur die Grundschüler aus Echem und den umliegenden Orten unterrichtet, sondern nutzten auch viele Vereine und Verbände die Einrichtung für vielfältige Aktivitäten. Ob Blutspendetermin des DRK, Seniorensport oder andere Angebote des FC Echem: Laut Schmitter bedeutet der Verlust der Sporthalle einen tiefen Einschnitt in die Freizeitgestaltung vieler Echemer.

Echemer Grundschule nach dem Feuer

Samtgemeindebürgermeister bricht Urlaub ab

Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn erreicht die Nachricht von dem Feuer am Morgen in Grömitz. Der Verwaltungschef bricht seinen Familienurlaub ab, macht sich sofort auf den Rückweg. Im Rathaus sind währenddessen die ersten Maßnahmen angelaufen, um den Schulbetrieb nach den Osterferien sicherzustellen. Denn Schulträger ist die Samtgemeinde. Laut Gerstenkorn werden die Echemer Grundschüler vom 24. April an vorerst an der Grundschule Hohnstorf unterrichtet, zu der auch die Außenstelle Echem gehört. „Räume sind dort ausreichend vorhanden, Container brauchen wir nicht“, erklärt Rathauschef Gerstenkorn. Auch die Schülerbeförderung werde von Fachbereichsleiterin Lena Richter bereits organisiert.

Sind die Weichen für die weitere Beschulung der Kinder aus Echem und Umgebung gestellt, will die Samtgemeinde die Eltern laut Gerstenkorn kurzfristig zu einem Info-Abend einladen, „alle Fragen, im persönlichen Gespräch klären“. Zusätzlich will die Verwaltung die Eltern auch schriftlich informieren.

Diskussion um Schulstandort

Obwohl er die Katastrophe in seinem Ort noch nicht verarbeitet hat, richtet Echems Bürgermeister Schmitter den Blick auch schon wieder in Richtung Zukunft. Mittelfristig führt für ihn kein Weg am Wiederaufbau der Schule vorbei. „Erstens ist die Schule wichtig für Echem, außerdem reichen die Kapazitäten in Hohnstorf aus meiner Sicht nicht aus.“ Auch Gerstenkorn ist klar, „dass wir uns überlegen müssen, wie es künftig weitergeht“. Als Echemer habe er Verständnis für Schmitters Forderung, halte sich allerdings mit einer eigenen Beurteilung zurück. „Erstmal muss ich mir selbst ein Bild vor Ort machen, dann wird es in den kommenden Wochen und Monaten vor allem Sache der Politik sein, zu entscheiden, wie es weitergeht“, sagt der Rathauschef.

Schon jetzt scheint klar, dass der verheerende Brand die Diskussion über den Schulstandort Echem aufleben lassen wird. Jahrelang waren die Schülerzahlen rückläufig, konnte der Betrieb zum Ärger vieler Eltern und Kommunalpolitiker nur durch einen Schulbezirk sichergestellt werden. Eine Schließung des Schulstandortes hatte der Samtgemeinderat zuvor mehrheitlich abgelehnt. Zuletzt hatten sich die Schülerzahlen jedoch stabilisiert, die Standortdiskussion beruhigt.

Polizei prüft Zusammenhang mit brennendem Pferdeunterstand

Bereits am Nachmittag war am Hägenhorstweg in Echem ein Pferdeunterstand in Brand geraten und komplett zerstört worden. Die Polizei geht hier nach ersten Ermittlungen von Fremdeinwirkung aus. Der entstandene Sachschaden wird auf ca. 5.000 Euro geschätzt.

Hinweise darauf, dass es eine mögliche Verbindung zwischen den beiden Bränden gibt, liegen bislang nicht vor. Dennoch bittet die Polizei um Hinweise: Zeugen, die am Mittwochnachmittag oder in der Nacht zu Donnerstag Beobachtungen gemacht und diese noch nicht bei der Polizei gemeldet haben, werden gebeten, sich mit der Polizei Lüneburg unter Tel.: 04131/8306-2215, in Verbindung zu setzen.  lni/jdr/ml

Bildergalerie

8 Kommentare

  1. Spielt doch der Hohnsdorfer Schule unter Federführung von zwei Personen direkt in die Karten. Wollten Echemer Schule doch schon lange weg haben ( schließen ). Nun ist es soweit.

    • Es wundert mich doch sehr dass die LZ eine solche unterschwellige und völlig unbewiesene Schuldvermutung für eine Brandstiftung veröffentlicht. Kann man das verantworten? Geht das nicht schon in Richtung Verleumdung?

    • Juergen Hempel

      Ina ..ina

  2. Hallo Oskar, so wie ich den Artikel lese zitiert die LZ doch nur die Polizei. Sie nennt keine Person, keinen Namen oder Initialen. Verleumdung gegen wen??? Ich bin nur ein Laie, aber es wundert mich daß das Gebäude so schnell auf ganzer Fläche in Flammen aufgegangen ist wenn es nur einen Brandherd gegeben hat. Ist ja von der Grundfläche kein Einfamilienhaus. Außerdem hat so ein Gebäude einen gewissen Brandschutz – Brandwände, Brandabschnitte, Brandschotts und Brandmelder, Feuerschutztüren in unterschiedlicher Qualität und bestimmt noch einiges mehr. Für mich schon merkwürdig, aber Gedanken kann man sich ja machen: Der Brand am Nachmittag eine „Übung“ für den Brand in der Nacht??? Gott sei Dank sind keine Personen zu Schaden gekommen, sind ja Ferien und Ostern( skurril : Osterfeuer? ) Hoffe Echem kann mit diesem Unglück so gut es geht umgehen und die Schule schnell wieder aufbauen, denn Hohnsdorf ist ja keine Lösung ( Denkmalschutz, nahe Deichlage, nicht behindertengerecht ohne wahnsinnige Kosten ) Vielleicht haben andere Auch Überlegungen zu diesem Unglück ?

    • Matthias Hinrichs

      Nicht die LZ, Sie, Ina, tun das ( verleumden ). Natürlich ohne „Personen, Namen, Initialen“. Man sollte doch besser die Ermittlungsergebnisse abwarten. Auch der weitere Umgang mit der Schulsituation sollte besser in Ruhe durchdacht werden und ohne polemische Kommentare.

    • Schade. Heute Nachmittag war noch ein Artikel der LZ online in dem davon berichtet wurde, dass zumindest keine Brandschutzwände in dem Gebäude vorhanden waren. Leider kann ich diesen Artikel jetzt nicht mehr finden.
      Ob Brandschutzwände oder Feuer hemmende Türen in einem Schulgebäude vorhanden sein müssen entzieht sich meiner Kenntnis. Eigentlich kenne ich das zum Beispiel nur bei Räumen mit Öltanks um sie von anderen Räumen schützend zu trennen. Aber sie ziehen hier ja alle Register. Ich meine etwas unreflektiert. Ohne mich jedoch selbst mit Brandschutzvorschriften aus zu kennen.
      Gleichzeitig führen sie alle vermeintlichen Nachteile der Schule in Hohnstorf (übrigens nicht Hohnsdorf. Oder sollte das eine kleine zusätzliche Spitze sein?) auf. Was bezwecken sie damit?

  3. Gibt es da irgenwelche Empfindlichkeiten zwischen Bürgermeistern oder Orten oder wie ist der Widerspruch zu verstehen.

    Der Samtgemeindebürgermeister sagt zu der Grundschule Hohnstorf: „Räume sind dort ausreichend vorhanden, Container brauchen wir nicht“… Eine Schülerbeförderung sei zudem bereits organisiert.
    Der Ortsbürgermeister von Echem meint dagegen: „Erstens ist die Schule wichtig für Echem, außerdem reichen die Kapazitäten in Hohnstorf aus meiner Sicht nicht aus.“ Was stimmt denn nun. Gibt es genug Räume und Lehrer in Hohnstorf oder nicht.

    • Zeichen setzen, Heidi!

      Sorgt im Text stets für. den Aha-Effekt: der sprıngende Punkt!

      LG, B.asti