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Mit dem symbolischen Drücken des roten Knopfes schalten Michael Mollenhauer, Hermann Kraake, Norbert Hill, Thomas Koch und Ulrich Schulz das Glasfasernetz in Ellringen frei. Foto: be

Glasfaserausbau: Ellringen auf der Daten-Autobahn

Ellringen. Als Veranstalter für Oldtimer-Treffen genießt die 180-Seelen-Gemeinde Ellringen schon lange einen guten Ruf. Jetzt aber kann sich der Ort nicht nur der Liebe zum alten Blech rühmen, sondern auch mit High-tech punkten: Denn Ellringen ist nun auch an das Glasfaser-Netz angeschlossen. Damit ist angekommen. Möglich gemacht hat das – wie berichtet – der Biogasanlagen-Betreiber Thomas Koch, Geschäftsführer der „Bioenergie Ellringen GmbH und Co. KG.“ Mit einem symbolischen Akt schalteten jetzt Thomas Koch sowie Michael Mollenhauer und Norbert Hill vom Lüneburger Netzbetreiber LüneCom das Glasfaser-Netz frei, an das mehr als 90 Prozent der Ellringer Haushalte angeschlossen sind.

Schulz: „Ein Segen für Ellringen“

Das findet nicht nur der Ellringer CDU-Politiker Ulrich Schulz klasse: Er spricht von einem „Quantensprung“ für den Verbraucher und einem „Segen“ für den Ort Ellringen. Überhaupt hörte man  nur Gutes über die neue Technik und die Unternehmen, die das schnelle Internet in Ellringen erst möglich machten. Denn dass Thomas Koch beim Bau der Wärmeleitung von seiner Biogasanlage zu den Häusern im Ort auch gleich Leerrohre für das Glasfaserkabel mitverlegte, bezeichnete Schulz als „visionär.“ Beeindruckt zeigte sich der CDU-Politiker vor allem davon, dass die moderne Technik den Steuerzahler nicht einen Cent gekostet habe. „Das Projekt wurde ohne Zuschüsse oder öffentliche Fördermittel realisiert.“

Rund 120 000 Euro musste Koch in die Hand nehmen, um den Traum vom schnellen Internet in Ellringen zu verwirklichen. Diese Investition begründete der Unternehmer so: „Ich wollte mit dem Nahwärmenetz über die Bio-Energie hinaus einen zusätzlichen Nutzen schaffen!“ Das ist ihm mit dem Glasfaser-Netz gelungen.

Netzbetreiber plant zudem Einrichtung eines Hot Spots

Wie berichtet, wurden in Ellringen mehr als zehn Kilometer Glasfaser verlegt, direkt bis in die Häuser hinein. Jetzt stehen den Privatkunden 50 Megabit pro Sekunde zur Verfügung. Gewerbetreibende können sogar auf eine bis zu 10 Gigabit/s starke Verbindung setzen, berichten Michael Mollenhauer und Norbert Hill vom Lüenburger Netzbetreiber LüneCom, die das Glasfaser-Netz von Thomas Koch gepachtet haben. Und die beiden haben noch ein Bonbon in der Tasche, das vor allem die Besucher des Oldtimer-Treffs am Wochenende nach Ostern interessieren dürfte: Auf dem Gelände, auf dem die alten Karossen ausgestellt werden, wird die Firma LüneCom einen Hot Spot einrichten. Damit künftig auch die Handy-Verbindung auf dem Oldtimer-Gelände bestens funktioniert.

Aber auch Thomas Koch hat nach den Nahwärme- und Glasfaser-Projekten bereits neue Ideen: Er möchte auf dem Ellernhof eine Elektro-Tankstelle bauen. „Hier können die Ellringer dann kostenlos ein Jahr ihre Elektroautos aufladen“, wirbt der Unternehmer für ein weiteres Umwelt-Projekt. Oldtimer-Faszination und High-tech-Begeisterung – in Ellringen sind das eben keine Gegensätze.

Von Klaus Reschke

Schnelles Internet für die Region

Der Landkreis Lüneburg soll flächendeckend mit schnellem Breitband-Internet ausgerüstet werden. „Die Verhandlungen mit den Fachunternehmen sind abgeschlossen“, sagt Erster Kreisrat Jürgen Krumböhmer, „im Juni wollen wir den Vertrag unterschreiben“.

Und so geht es im Landkreis Lüneburg weiter: Nach den Verhandlungen mit dem Landkreis Lüneburg müssen die Firmen bis zum 12. Mai ein rechtsverbindliches Angebot abgeben. Die Breitband-Kommission trifft dann die Entscheidung, welches Unternehmen den Zuschlag für das Projektgebiet erhält.

Das schnelle Internet wird voraussichtlich ab 2018/19 zur Verfügung stehen. Im März hatte der Kreistag beschlossen, dafür in diesem Jahr schon einmal rund vier Millionen Euro bereitzustellen – sozusagen als erste Rate. Vom Bund hatte der Landkreis Lüneburg im vergangenen Jahr eine Förderzusage über bis zu 15 Millionen Euro erhalten. lz