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Dr. Matthias Krause, Geschäftsführer bei der Manzke-Gruppe, steht vor dem Areal der Firma TIRS in Melbeck. Hier soll ein Recyclinghof entstehen. Die „Antragskonferenz“ hat bereits stattgefunden. Foto: be

Melbeck: Neue Recyclinganlage geplant

Melbeck. Das charakteristische rote „M“ mit dem Schriftzug „Manzke“ sucht man vergeblich am Gebäudekomplex der ehemaligen Firma Zajons. Was nicht bedeutet, dass sich die Unternehmensgruppe mit Sitz in Vastorf für den Standort im Industriegebiet „Lüneburg-Süd“ nicht interessieren würde – im Gegenteil: Das ehemalige Betriebsgelände des Recycling-Unternehmens Zajons, das 2012 in Flammen aufging, ist der jüngste Zukauf der Manzke-Gruppe. Im Juli 2016 erwarb das Vastorfer Unternehmen das Areal und fusionierte mit der Firma TIRS Abbruch und Landbau GmbH zur TIRS Abbruch und Recycling GmbH. Das Unternehmen möchte eine Recyclinganlage in Melbeck betreiben. Während einer „Antragskonferenz“ Ende März stellte die Firma Manzke als Eigentümerin des Geländes das Vorhaben den Behörden vor.

„Die Antragskonferenz ist ein erster Schritt – bevor überhaupt Antragsunterlagen zusammengestellt werden“, sagt die stellvertretende Leiterin des Gewerbeaufsichtsamtes, Christina Freifrau von Mirbach: „Die Antragskonferenz hat zum Ziel, dem Vorhabenträger – in diesem Fall der Firma Manzke – einen Überblick zu verschaffen, wie umfangreich die Antragsunterlagen sein müssen, welche Gutachten beizubringen sind und welche Problemfelder es geben könnte.“ Dass das Gewerbeaufsichtsamt als Genehmigungsbehörde bei diesem Projekt den Hut auf hat, „liegt daran, dass die Anlage nach Bundesimissionsschutzgesetz genehmigt werden muss“, erklärt von Mirbach.

60-Tonnen-Brecher verarbeiten Bauschutt zu Recyclingmaterial

Darum geht‘s: Die Firma TIRS Abbruch und Recycling GmbH will auf dem Gelände unter anderem Bauschutt recyceln – und zwar „nicht gefährliche mineralische Abfallfraktionen wie Bauschutt, Beton, Asphalt oder Ziegel“, erläutert Dr. Matthias Krause, Geschäftsführer der Firma Manzke. Der mit Lkw angelieferte Bauschutt soll auf dem Gelände zwischengelagert und – wenn genügend Menge zusammengekommen ist – in mobilen Brecher- und Siebanlagen zu Recyclingmaterial verarbeitet werden. Diese mobilen Brecher, die Firma TIRS besitzt zwei davon, sind wahre Ungetüme. Mehr als 60 Tonnen sind sie schwer und können nur mit besonderer Genehmigung für Schwertransporte auf das Gelände transportiert werden. Dafür schaffen die Brecher auch einiges weg: „Mehr als 1000 Tonnen in einer Tagesschicht“, berichtet Krause.

Belasteter Aushubboden und Böden-Bauschutt-Gemische sollen in Melbeck zwar ebenfalls angeliefert, aber nur auf verdichteten Flächen, wo sie vor Wind und Wetter geschützt zwischengelagert werden können. Gleiches gilt für gefährliche Abfallfraktionen aus Abbrüchen. Die sollen ebenfalls in einer geschlossenen Halle oder in mit Planen abgedeckten Containern und Mulden witterungsgeschützt zwischengelagert werden. „Abtransport und Entsorgung erfolgen, sobald wirtschaftlich sinnvolle Mengen für einen Abtransport angefallen sind“, erläutert Krause.
In Melbeck sollen auch diverse, nicht gefährliche Holzfraktionen angenommen, zwischengelagert und aufbereitet werden, heißt es in der Antragsbeschreibung des Unternehmens. „Nicht gefährlich“ bedeutet, das Holz darf nicht mit umwelt- und gesundheitsbelasteten Anstrichen versehen sein. „Der Jägerzaun, der mit Teeröl gepinselt wurde, fällt zum Beispiel unter das Verbot“, erläutert Krause.

Zwischenlagerung von bis zu 34.000 Tonnen Abfall

Insgesamt sollen laut aktuellem Planungsstand bis zu 34 000 Tonnen Abfall zwischengelagert werden. Um Staubemissionen zu minimieren, sind Wassersprühanlagen vorgesehen. Zum Thema Lärm heißt es in der Antragsbeschreibung des Unternehmens: „Der geplante Betriebsumfang ist mit Schallemissionen verbunden, die verfahrensbedingt nicht vermieden werden können.“ Allerdings würden die Anlagen auch nicht permanent betrieben. Und Wohnhäuser befänden sich im großen Abstand zum Betriebsgelände.
Krause hofft, dass bis April 2018 die Pläne Realität sind und der Recyclinghof in Melbeck die erforderliche Genehmigung hat.

Von Klaus Reschke