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Felix Culemann und Lucas Kupfermann haben den Mercedes für 1000 Euro gekauft und fit gemacht für die Rallye. Finanziell unterstützt haben sie dabei zahlreiche Firmen aus der Region. Foto: bau

Zwei Freunde und eine Rallye durch Afrika

Dehnsen/Rehlingen. Die Vorfreude steigt von Tag zu Tag. Felix Culemann und Lucas Kupfermann steht ein großes Abenteuer bevor. Anfang Mai beteiligt sich das Duo aus Dehnsen und Rehlingen an der drei Wochen dauernden Dust-and-Diesel-Rallye durch Nord- und West-Afrika. „Das werden bestimmt aufregende und nicht alltägliche Erlebnisse“, sagen die Freunde.
Die Amateurrallye für jedermann führt zweimal jährlich mit Autos nach Westafrika und unterstützt einen sozialen Zweck. Am Ende der Tour werden die Fahrzeuge der Teilnehmer verkauft. „Der Erlös geht an das Deutsch-Mauretanische Hilfsprojekt AEPN für benachteiligte Kinder in Mauretanien“, sagt Kupfermann. „Dass wir mit dieser Aktion auch noch helfen können, ist klasse.“ Dass bei der Aktion der ganze Jahresurlaub „drauf“ geht, nehmen sie in Kauf.

Die Freunde verbindet neben der Abenteuerlust die Leidenschaft für alte Autos. „Vor zwei Jahren haben wir schon mal spontan einen Trip nach Italien gemacht, haben einfach unser Fahrzeug vollgeladen und sind losfahren.“ Daraus entstand der Wunsch, häufiger spontan einfach mit dem Auto zu verreisen – möglichst weit weg.

Roter Lack bei Käufern in Afrika verpönt

Der 21-jährige Felix Culemann wohnt in Dehnsen und ist bei Airbus in Hamburg als Fluggerätemechaniker tätig. Lucas Kupfermann arbeitet als Metallbaumeister in der Schlosserei und Schmiede Meyer & Meyer in Amelinghausen. Sie haben in einer ZDF-Reportage etwas über die Rallye gesehen und sofort beschlossen, mitzumachen. Die Anmeldung war erfolgreich, seit sechs Monaten wird geplant.

Dazu gehörte zunächst der Kauf eines geeigneten Autos – genauer gesagt zwei Fahrzeuge. „Den ersten haben wir gleich an vier Kollegen von Felix weiterverkauft, die auch bei der Rallye mitmachen wollten“, sagt Kupfermann. Ihr „eigenes“ Gefährt ist ein Mercedes 250 D Kombi. „Die sind gefragt und können gute Preise erzielen.“ Ganz wichtig: „Es muss ein Diesel sein, und kein roter Lack.“ Die Farbe ist bei den Käufern in Afrika verpönt.

Wüstentauglich dank erhöhtem Radstand

Das Auto kostete 1000 Euro. Entsprechend viel mussten die beiden schrauben, um den Wagen fit für den TÜV und wüstentauglich zu bekommen. „Vor allem den Radstand mussten wir erhöhen, um später durch den Sand zu kommen.“ Sie werden wohl reichlich schwitzen, das Auto ist schwarz, hat keine Klimaanlage. „Aber immerhin ein Schiebedach“, sagt Kupfermann. Schlafen wollen die beiden in einem Zelt auf dem Autodach.

Die Kosten für den Trip liegen nach ihren Angaben bei 4000 Euro. „Das ist für uns viel Geld“, sagen sie. Deswegen sind sie losgezogen, um Sponsoren zu gewinnen – mit Erfolg. „Toll, dass uns so viele Betriebe finanziell unterstützen, dadurch wird ja auch der Organisation und den Kindern geholfen.“

350 Kilometer pro Tag

Rund 20 Fahrzeuge, begleitet vom Afrika-erfahrenen Veranstalter Florian Schmidt und einem Rallyemechaniker, werden auf den Spuren der Rallye Paris-Dakar von Deutschland über Spanien, Marokko und Mauretanien in das westafrikanische Sénégal reisen. Start und Treffpunkt aller Teams ist am 2. Mai in Tarifa in der andalusischen Provinz Cádiz. Von der am südlichsten gelegenen Stadt des europäischen Festlands setzt der Tross per Fähre nach Afrika über. Von dort führen die Routen über staubige und sandige Pisten, häufig auch offroad, durch die Dünenfelder der Sahara und entlang des Atlantikstrands bis ans Ziel St. Louis im Sénégal. „Wir fahren etwa 20 Etappen und legen rund 350 Kilometer pro Tag zurück“, sagt Culemann. Sein Freund fügt an: „Wir fahren nicht auf Zeit, küren keinen Sieger.“

Nach Verkauf der Autos werden alle Teilnehmer via Buschtaxi in den Sénégal gebracht. Der Rückflug startet am 23. Mai. Doch daran denkt das Duo jetzt noch nicht. Die Freunde hat die große Lust auf ein unvergessliches Abenteuer gepackt.

Von Marcel Baukloh

Verein bietet Perspektiven

Die AEPN Mauretanienhilfe ist ein gemeinnütziger Verein zur Unterstützung von Kindern, Jugendlichen und deren Familien in Mauretanien.

Sie arbeitet mit ihrem lokalen Projektpartner, der Organisation AEPN, zusammen. AEPN ist die Abkürzung für „Association pour l‘Aide à l‘Enfance et aux Parents Necessiteux“ und heißt übersetzt „Organisation zur Unterstützung von Kindern und bedürftigen Eltern“.

Mauretanien, Wüstenstaat im westlichen Teil der Sahelzone, ist eines der ärmsten Länder der Welt. Analphabetismus und Zwangsarbeit sind allgegenwärtig.