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Die Kosten für die Hundehaltung werden sich von 25 auf 50 Euro verdoppeln. Foto: A/t&w

Höhere Steuern für die Rehlinger

Rehlingen. Und wieder ist die Samtgemeinde schuld. „Amelinghausen fordert von uns Mitgliedsgemeinden insgesamt 950 000 Euro“, sagte Bürgermeister Herbert Tolksdorf (UWR) nach der Ratssitzung im örtlichen Feuerwehrhaus.

Grund ist die bereits umfassend bekannte, überaus angespannte Haushaltslage von 19,9 Millionen Euro Kreditschulden für Projekte wie das Waldbad, die Lopautalhalle, den Breitbandausbau und das neue Hilfeleistungszentrum in Amelinghausen. Darüber hinaus weist der geplante Ergebnishaushalt für das Jahr 2017 ein Defizit von 830 000 Euro aus.

Grundsteuer, Gewerbesteuer und Hundesteuer werden erhöht

Wie die anderen Gemeinden des kostenintensiven Zusammenschlusses beschloss der mit zehn Mitgliedern besetzte Rehlinger Rat zur Stabilisierung der Haushaltskasse Steuererhöhungen in mehreren Bereichen: Die Grundsteuer A und B wird von 350 auf 400 Prozentpunkte hoch gesetzt, die Gewerbesteuer von 330 auf 380 Prozentpunkte. „Eine moderate Erhöhung“, erklärte Bürgermeister Herbert Tolksdorf bei der Präsentation des Haushaltsentwurfs.

Die Kosten der Hundehaltung verdoppeln sich von 25 Euro auf 50 Euro, die Staffelung bei mehr Exemplaren pro Haushalt entfällt. Jens Winkelmann, Rehlingens Verwaltungsvertreter im Amelinghausener Rathaus, rechnet mit möglichen Beschwerden: „Einigen Hundebesitzern ist das bestimmt nicht recht.“

Zahlen alle Hundehalter?

Ob überhaupt alle Betroffenen der mit Bockum, Diersbüttel, Ehlbeck und Rehrhof aus fünf Ortsteilen bestehenden Gemeinde für ihre Vierbeiner zahlen, darf indes bezweifelt werden. „Ich habe mal durchgezählt und kam auf 219 Hunde“, gab der Einwohner Hans-Jürgen Sachs im Rahmen der Bürgerfragestunde zu Protokoll. Auf der Liste der Hundesteuer-Zahler vom letzten Jahr sind jedoch nur 120 Hunde verzeichnet. Hans-Jürgen Sachs empfiehlt diesbezüglich eine aufmerksamere Handhabung. „Da müsste die Gemeinde einfach mal besser nachprüfen. Immerhin würde das nach der neuen Satzung rund 3000 Euro Mehreinnahmen einbringen.“ ina

14 Kommentare

  1. 3000 von 830 000?! dann sinds in 110 Jahren ja nur noch 500 000! Es gibt sicherlich einträglichere Steuersünder und -trickser in der Region. Anders gesagt: Was haben vermeintlich zahlungssäumige Hundehalter und eine private lokale Hundevolkszählung mit Verschuldung durch Großprojekte in ein und demselben Beitrag zu tun? Skurril!

  2. wie wäre es mal mit der pferdesteuer, nur aus gerechtigkeitsgründen natürlich. oder sind die verwaltung und ihre kommunalpolitiker zu feige dazu?

    • Sie sind doch gegen die Hundesteuer, wie ich bemerke. Warum fordern Sie dann eine neue weitere UNGerechtigkeit für andere, anstatt gegen die Hundesteuer zu kämpfen?
      Ach so – es ist halt einfacher, mit dem Finger auf andere zu zeigen und „Die da auch“ zu schreien, als selbst für seine gefühlte Gerechtigkeit (keine Steuer auf Tierhaltungen) zu kämpfen?

      • KiLa
        ach, wären die pferdebesitzer auch für die abschaffung der hundesteuer, wäre sie im land der pferdebesitzer (niedersachsen ) schon längst geschichte. da aber die hundesteuer die gemeinden auch behalten dürfen und somit eine bequeme einnahmequelle ist, werde ich die abschaffung der hundesteuer wohl nie erleben dürfen. also, was soll ihr einwand? bequem ausruhen auf tatsachen? pfründe sichern und damit behalten, macht einfach richrtigen spaß ,oder?

        • Die Pferdebesitzer haben bei der TASSO-Petition, die die Klage des Salzhäusers Dr. Vitt begleitet hat – und die leider kaum Resonanz fand – zigtausende Unterschriften mit gesammelt.
          Leider ist die Klage vor dem Europ. Gerichtshof dann ja wg. kurioserweise verschollener Unterlagen gescheitert und der Klageweg in Deutschland müsste ganz von vorne aufgerollt werden. Das Thema Hundesteuerabschaffung ist natürlich schwierig. Weil die Hundesteuer uralt ist. Und sich leider Hundebesitzer sogar dahin gehend äußern, dass sie sie freiwillig zahlen. Ok, einige dachten, sie dürften dann die Haufen liegen lassen…
          Nichts desto trotz muss man doch nun nicht noch weitere Steuern erheben?

          Ich bin Hunde- und Pferdebesitzer. Zahle auch Hundesteuer und ärgere mich darüber.
          Warum soll ich für mein Pferd, dass den Hof als Rentner nicht verlässt – somit nicht auf Straßen läuft – zusätzlich etwas zur Haushaltskasse der Gemeinde beitragen? Ich lasse mein Geld bereits im Ort – kaufe lokal ein aus Zeitgründen und nicht in HH oder sonstwo. Und verreise auch nicht – wie z.B. Kollegen – 1-2x im Jahr. Meine Prioritäten, wie ich mein bereits versteuertes Gehalt ausgebe, sind einfach nur anders als die von anderen.
          Ich verdiene nicht mehr als z.B meine Kollegen und soll aufgrund meines Hobbys dann mehr zahlen?
          Reitsport / Pferdehaltung ist ähnlich wie Golfspielen heutzutage nicht mehr ein Sport der Priviligierten und mit Sicherheit ist eine allg. Grundsteuererhöhung der bessere Weg. Pfründe sind Einkommen – und ja, ich jobbe sogar noch nebenbei, um mir das Hobby Pferd überhaupt leisten zu können… 😉

  3. Die Gemeinde sollte sich eigentlich in Grund und Boden schämen.

    Vor allem für viele Rentner sind Hunde teilweise die einzige Möglichkeit, mit der Außenwelt noch in Verbindung zu treten, weil die Tiere sie auffordern, sich raus zu bewegen.

    Und denen wird auf Schlag gleich die Hundehaltung um 100% verteuert.

    Ich sehe es wie Herr Bruns – auch wenn ich sonst nicht oft seiner Meinung bin.

    Gerade in so dörflichen Gemeinden wie um Amelinghausen herum tun die Kommunen wohl so gut wie gar nichts, was die 50 € Steuern rechtfertigen würde.

    • Sie sehen es wie Herr Bruns? Bezieht sich das auf den obigen Kommentar?
      Dass also noch weitere „Grüppchen“ der Mitbürger einer Gemeinde zusätzlich belastet werden sollen? Also genau so unwillkürlich besteuert werden wie jetzt überall schon die Hundebesitzer?
      Irgendwie entzieht es sich meiner Kenntnis, wie man einerseits gegen eine Steuer bzw. Steuererhöhung sein kann und zeitgleich eine weitere fordert für andere Tierhalter.
      Und wenn das Geld dann auch nicht reicht (was anzunehmen ist) – trifft es danach die Hamsterhalter?
      Sinnvoll ist es doch, dass ALLE mit zum Ausgleich beitragen. Wenn es denn nur über Ausgabenkontrolle und Einsparungen irgendwann nicht mehr geht, dann über Grundsteuern. Die Anhebungen bei Grundsteuern treffen dann alle gleichmäßig und nicht einige mehr als andere.

      • KilLa
        ihre argumente sind scheinheilig. die pferdesteuer wird mit 50Euro im jahr nicht deren luxus gerecht. und von wegen grüppchen. niedersachsen ist doch ein pferdeland. wenn pferdebesitzer für zwei pferde im monat 1000 euro abdrücken müssen, was übrigens eine pferdebesitzerin mir so gesagt hat, kann sie locker 250 euro im jahr pferdesteuer bezahlen. luxus darf dementsprechend besteuert werden, sagt zumindest die gerichtsbarkeit. die einen müssen mit hartz iv auskommen, was weniger ist, übrigens, diese sind menschen, als die tausend euro für zwei pferde. ich halte nichts davon ,auch noch tiere zu besteuern, wenn es aber geschieht, dann auch für alle tiere. übrigens , ihr hamster würde wohl so niedrig besteuert , dass es sich, dank der teuren verwaltung ,das einziehen, nicht lohnen wird. schmunzeln

      • @KiLa:

        Das Sie Äpfel mit Birnen vergleichen, ist Ihnen aber schon klar, oder?

        Ich habe in der freien Wildbahn noch nie einen Hamster gesehen. Aber dafür neben den Hunden Pferde und Katzen.

        Wieso werden Hundehalter dafür bestraft, das sie ein Tier halten?

        Die Hundesteuer ist – um es auf deutsch zu sagen – Abzocke.

        Was hat der Staat wegen der Hunde zu leisten?

        Hier auf dem Land nichts, rein gar nichts. Und in der Stadt sieht es eigentlich genauso aus. Das dort städtische Mitarbeiter hin und wieder Kothaufen beseitigen, schön und gut. Aber die Straßen und Wege werden eh regelmäßig gereinigt.

        Streunern tun hier in Deutschland auch die wenigsten Hunde. Tierheime sind in der Regel auch nicht kommunaler Natur, sondern werden – wie hier in Lüneburg – von einem e.V. getragen.

        Wenn ein Tierheim von einer Kommune unterstützt wird, dann vielleicht mit einer 4-stelligen Summe. Peanuts also.

        Wird also schon so eine sinnlose Steuer erhoben, dann soll man sie auch bei Besitzern anderer im Freien lebenden Tiere (außer Nutztieren von Bauern) eintreiben.

        Erst recht, wenn der Besitz der Tiere voraussetzt, das man ein mehr oder minder Beträchtliches Einkommen respektive Vermögen besitzt.

        Kein normalsterblicher Mensch, der 1000 Euro, oder sogar weniger, zum Leben hat, wird sich einen Gaul zulegen. Aber die das Geld haben, werden verschont.

        Dafür greift man dann – wie jetzt in Rehlingen – denjenigen in die Taschen, die sich vielleicht nicht mal einen Hund leisten können aber dafür auf Urlaub oder anderen Luxus verzichten und VERDOPPELT mal eben die Zwangsgebühr.

        • Susanne Jäger

          Lieber Herr Schröder,

          was ist eigentlich aus Blog.jj, dem Debattenforum für Lokalpolitik und Stadtkultur von Hans-Herbert Jenckel, geworden? Der Buttonknopf dorthin ist auf der LZ-Seite gar nicht mehr vorhanden. Das fand ich immer so aufregend, wenn Hiltrud Lotze und Niels Webersinn sich da über wirklich wichtige Themen in den Haaren lagen. Auch Sie, Claudia Schmidt, Dr. Verlinden und Eckhard Pols hatten dort oft sehr gedankenreiche Beiträge eingestellt. Weiß man in Deutsch Evern etwas darüber? Sie sind doch immer so gut informiert. Bitte schreiben Sie es mir!

          • Robin Williamson

            Liebe Frau Jäger,
            nicht mehr über die Startseite, dafür aber unter folgender Adresse ist Blog.jj jetzt zu finden: jj12.wordpress.com
            Viele Grüße aus der Online-Redaktion,
            Robin Williamson

          • Susanne Jäger

            Ah, jj12.wordpress.com. Vielen Dank. Ist das noch LZ oder ist das Privatbloggertum? Liegt ja ziemlich jottwehdee.

        • Antwort an Hr. Bruns:
          Ja, das mit der möglichen Besteuerung von allem was über den normalen Aufwand hinaus geleistet wird, ist mir bekannt.
          Bedeutet tatsächlich, dass man eigentlich nicht arbeiten gehen muss, wenn alles steuerlich belastet werden könnte. Ist fies, ist aber gerichtlich abgesichert und natürlich möglich. Ob es Sinn macht ist aber ein anderer Schuh.

          Antwort an Hr. Schröder:
          Die Gemeinden müssen leider nichts leisten für Hundebesitzer nach Einzug der Hundesteuern. Steuern werden nicht zweckgebunden verwendet. Wenn aus den Haushaltsmitteln heraus Straßen gereinigt werden oder Hundekotbeutelspender aufgestellt werden, dann ist das eine freiwillige Sache. Das ist ja gerade das ungerechte.
          Das wird aber auch nicht besser, wenn man nun anderen auch noch so eine Ungerechtigkeit aufbrummen möchte. Die Einnahmen sollen ja auch zum Schuldenabbau verwendet werden und nicht für Wege etc.
          Herr Bruns möchte aber nun „Grüppchen X“ (jetzt Pferdehalter) belasten. Und natürlich frage ich mich, welche Mitbürger danach betroffen sein sollen, wenn weder die Hundesteuererhöhung noch eine Pferdesteuer auch nur ansatzweise etwas bringt.

          Die 1000 Euro sind utopisch und nicht dem Durchschnitt entsprechend. Können Sie auch nicht sein, da ein überwiegender Anteil von Reitern und Pferdebesitzern den Kindern und Jugendlichen zugerechnet wird.
          Ich halte mein Pferd für unter 100 Euro im Monat. Und das artgerecht und gut und gesund auf privatem Grundstück einer Bekannten.
          Sie müssen die Gesamtheit der Reiter betrachten. Nicht nur die, die ihre Pferde in durchaus teuren Sportställen stehen haben sondern auch die, die sie hinterm Haus halten.
          Wobei – auch die, die sich 1000 Euro leisten können, haben genaugenommen ihr Scherflein an Steuern schon gezahlt. Nur nicht in die Gemeindekasse direkt, sondern über die Einkommenssteuer. Die 1000 Euro fallen ja keinem in den Schoß. 😉

  4. Grundsteuererhöhung um 14% und Gewerbesteuer um 15%. Das wird nun mittlerweile moderat genannt. Applaus.

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