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Sechs Tage nach dem Brand laufen die Arbeiten der Ermittler in Echem auf Hochtouren. Endgültige Ergebnisse liegen noch nicht vor. Fotos: be

Echem: Spurensuche in der Ruine

Echem. Die Ermittler haben sich Hilfe aus dem Landeskriminalamt geholt: Die Brandursachenkommission ist gestern gemeinsam mit Lüneburger Spezialisten in der Ruine der Grundschule in Echem auf Spurensuche gegangen. „Ein Ergebnis steht noch nicht fest“, sagt Polizeisprecher Kai Richter. Brandstiftung sei ebenso wenig auszuschließen wie ein technischer Defekt. Der Hauptkommissar bestätigt aber, dass die Ermittler besonders die Heizungsanlage im Blick haben. Hier soll das Feuer seinen Ursprung haben.

Wie berichtet, standen die Schule und die benachbarte Turnhalle in der Nacht zu Gründonnerstag in Flammen. Geschätzter Schaden: rund drei Millionen Euro. Im Dorf sorgt für Unruhe, dass am selben Tag auf einer Weide ein Unterstand angesteckt wurde. Die Frage: „Besteht ein Zusammenhang?“ Das lässt die Polizei offen und verweist auf ihre Ermittlungen, die heute fortgesetzt werden.
Die Samtgemeinde Scharnebeck arbeitet unterdessen mit Hochdruck daran, alle Vorkehrungen für den Schulbeginn am Montag zu treffen.

Ein Blick in das Innere der einstigen Grundschule zeigt, mit welche Macht das Feuer gewütet hat.

Wie berichtet, bietet die Grundschule in Hohnstorf genügend Platz, um die 60 Schüler aus Echem aufzunehmen. Auch genügend Möbel stehen im Dorf an der Elbe zur Verfügung. „Aktuell bereiten unsere Bauhof-Mitarbeiter die Klassenräume vor“, sagt Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn. „Parallel klärt der Landkreis Lüneburg derzeit die letzten Details zur Schülerbe­förderung.“

Um die betroffenen Eltern über den aktuellen Sachstand und das weitere Vorgehen zu informieren, lädt die Samtgemeinde morgen Abend um 20 Uhr in das Landwirtschaftliche Bildungszentrum (LBZ) nach Echem ein. „Die Elternbriefe sind bereits verschickt“, sagt Gerstenkorn. Auch die Mitglieder des Samtgemeinderates hat der Verwaltungschef bereits schriftlich über den Vorfall informiert, heute treffen sich auf seine Einladung die Fraktionsvorsitzenden zu einem ersten Gespräch. Gemeinsam wird die Politik entscheiden müssen, ob die Grundschule in Echem wieder aufgebaut wird oder nicht. „Zunächst gilt es allerdings, die Versicherungsfragen zu klären“, sagt Gerstenkorn. „Die ersten Gutachter haben sich für heute angemeldet.“

Für Echemer Schüler und Eltern bieten Samtgemeinde und Schule am Freitag um 10.30 Uhr zudem die Möglichkeit einer „Schnupperstunde“ in der Schule in Hohnstorf.

Von Anna Sprockhoff und Carlo Eggeling