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Noch fährt Jörg Lickfett ohne Gepäck. Ab 20. Mai geht es dann, zwei Packtaschen am Rad, von Süderlügum an der dänischen Grenze bis nach Oberstdorf, alles für einen guten Zweck. Foto: t&w

Echemer radelt für den guten Zweck

Echem. Er hatte es versprochen. Und Jörg Lickfett hält Versprechen ein. Als der 56-Jährige aus Echem im vergangenen Sommer beim Wettbewerb „Business-Helden 2016“ des europaweit führenden Hotelbuchungsportals HRS im Internet um „likes“ für den Sieg warb, gab er eine Zusage: „Gewinne ich, mache ich eine Fahrradtour quer durch Deutschland.“ Der Erlös solle einer Initiative zugute kommt, die sich um die Ausbildung junger Geflüchteter kümmert.

Lickfett arbeitet für eine Gruppe von Lebensmittellabors, die die Qualität, etwa von Tees, Kräutern, Gewürzen und pflanzlichen Ölen, prüft. Gerade ist er aus Vietnam zurückgekommen, bald geht es wieder dorthin. Und Lickfett bekam wirklich die meisten „likes“ in der Kategorie „Pharma/Wissenschaft“ (LZ berichtete). Seit seinem Sieg bereitet er das große Abenteuer vor. Am 20. Mai soll es losgehen – von Süderlügum an der dänischen Grenze geht es dann in 13 Etappen und über 1200 Kilometer bis nach Oberstdorf, wo der Echemer am 1. Juni ankommen will.

Wer mitfahren will, soll sich bis zum 22. April melden

„Es geht viel an Flüssen entlang, möglichst ohne große Steigungen, damit auch nicht so Geübte mitfahren können“, sagt Jörg Lickfett. „Aber Sitzfleisch muss man schon haben.“ Zunächst folgt die Route der Nordseeküste, der Weserradweg, der Fuldaradweg, ein Teil des Mainradwegs und der Tauberradweg liegen an der Strecke.

Jörg Lickfett ist es gewohnt, zu organisieren. Aber eine Radtour quer durch Deutschland auf die Beine zu stellen, „das ist aber auch für mich neu“. Zumal er natürlich nicht allein fahren will. Jeweils zwei bis drei Begleiter pro Etappe hat er bereits dabei, es können aber auch noch gern ein paar mehr werden.

„Bei zehn pro Etappe ist aber Schluss“, sagt der Agrar- und Wirtschaftsingenieur, dann werde es zu kompliziert, die Tour und die Übernachtungen zu organisieren. Wer Jörg Lickfett begleiten will, muss sich bis zum 22. April bei ihm melden.

Gesammeltes Geld geht an die Flüchtlingshilfe

Es werde kein Rennen gefahren, sagt Lickfett, „aber eine sportliche Herausforderung ist das Ganze schon“. Auf jeden Fall für ihn, der die ganze Strecke fahren will, aber auch für Begleiter, die Tagesetappen von rund 100 Kilometern mitfahren wollen. „Sechs, sieben Stunden am Tag werden wir schon unterwegs sein.“ Lickfett selbst wird mit zwei Packtaschen am Start sein. Mit dabei auch viel Wasser und Energieriegel. „Gegessen wird an den Übernachtungsorten.“

Mit der Tour durch Deutschland will Lickfett Geld sammeln. Er sagt: „Es gibt unzählige Menschen, die reisen müssen, weil ihre Heimat durch Krieg und Zerstörung vernichtet wurde. Ich habe des Privileg, unbegrenzt und freiwillig reisen zu dürfen. Aus diesem Grund möchte ich die gesammelten Gelder denen zur Verfügung stellen, die bei uns eine neue Heimat suchen.“
Wie die Planung der Tour, ist die Sponsorensuche eine Herausforderung für Jörg Lickfett. „Ich bin da offen und dankbar für jegliche Hilfe“, sagt er. Wer möchte, kann einen einmaligen Spendenbetrag leisten oder auch pro gefahrenem Kilometer Geld für den guten Zweck beisteuern.

Die Route quer durch Deutschland ist im Internet unter http://tinyurl.com/fahrradtour2017 einzusehen. Wer sich anmelden will, nimmt den Benutzernamen „Radfahrer“ und das Passwort „2017“.

Von Ingo Petersen

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