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Unfall an der Bahnlinie Richtung Dannenberg

Lüneburg. Aus noch ungeklärter Ursache hat sich die Kette eines Baukrans an einem Bahnstrommast des Lüneburger Westbahnhofs verfangen. Durch den Stromschlag von 15.000 Volt wurde ein 23-jähriger Arbeiter schwer verletzt. Der Mann arbeitete in der Baugrube neben dem Kran, als der Lichtbogen übersprang. Die Bundespolizei hat den Kran beschlagnahmt.

Der Unfall ereignete sich am Sonnabend gegen 13:50 Uhr auf der Baustelle eines Rohbaus zwischen einem Hotel und der Bahnstrecke im Bereich der Straße „An der Wittenberger Bahn“. Nach ersten Ermittlungen der Bundespolizeiinspektion Bremen wurde der 40 Meter lange Ausleger des 30 Meter hohen Turmdrehkrans mit Steuerung über eine Fernbedienung zu weit gedreht, so dass sich die Lastkette an der Spitze eines Bahnstrommastes in einem stromführenden Halteseil verfing. Dadurch stand der gesamte Kran unter Strom. Der 23-jährige
tschechische Bauarbeiter soll sich ca. vier Meter neben dem Kran in der Baugrube aufgehalten haben. Er erhielt zwei Stromschläge – entweder durch überspringende Lichtbögen des Krans oder über Moniereisen am Boden.

Im Umkreis von 20 Metern besteht bei der Erdung von 15.000 Volt über den Boden unmittelbare Lebensgefahr. Arbeiter eilten zu Hilfe und reichten ihm eine lange Holzlatte, um den unter Schock stehenden Mann aus dem Gefahrenbereich zu ziehen. Sie hatten Glück, dass sie nicht selbst verletzt wurden. Der 23-Jährige erlitt schwere Verbrennungen am linken Bein und wurde in eine Hamburger Spezialklinik eingeliefert.

Die Bundespolizei sperrte den Gefahrenbereich im Umkreis von 25 Metern um den Kran. Die Polizei Lüneburg, ein Einsatzleiter der Feuerwehr und drei Notfallmanager der Bahn waren im Einsatz. Erst als die Oberleitung abgeschaltet und geerdet wurde, konnte man sich dem Kran nähern. Weil die Steuerung durch den Stromschlag ausgefallen war, konnte er nicht bedient werden. Unterdessen löste sich die Kette wegen der Windböen aus der Oberleitung und der Ausleger schwenkte zum nahen Hotel. Die Kette drohte in die Scheiben zu schlagen, weswegen die Bundespolizei zur Sicherheit mehrere Zimmer in drei Etagen räumen ließ. Einige Gäste mussten umziehen.

Die Bundespolizei prüft jede Form menschlichen und technischen Versagens. So ist es weiterhin unklar, ob eine Fehlbedienung oder ob ein technischer Fehler am Kran vorlag. Ein Techniker konnte den Ausleger des Krans erst um 18:30 Uhr sichern.

Die Bahnstrecke Richtung Dannenberg wurde bis 21:53 Uhr gesperrt und Ersatzbusse eingesetzt. lz

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3 Kommentare

  1. Die erste Frage sollte doch eher sein: Wer arbeitet warum am Sonntag auf einer Baustelle?

    • Haben Sie noch nie eine Metall-/Stahlkette an einem Kran nach Feierabend hängen sehen? Auf der nächsten Baustelle vielleicht mal genauer hinsehen. An solch einer Kette werden meistens Diebstahl gefährdete Baustellenmaschinen wie Baukreissägen u.ä. nach Arbeitsende zur Sicherheit in die Höhe gezogen. Und manchmal bleiben sie eben frei hängend am Haken. So einfach ist das. Es muss also niemand arbeitswütig gewesen sein.

      • Wer lesen kann, ist klar im Vorteil.
        @Klaus: „Der Unfall ereignete sich am Sonnabend gegen 13:50 Uhr “
        @Oskar: „Der Mann arbeitete in der Baugrube neben dem Kran“
        Im übrigen ist es überhaupt nicht unüblich am Wochenende zu arbeiten, wenn es erforderlich ist.