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Der neue Vorstand des SPD-Unterbezirks Lüneburg (v.l.): Hiltrud Lotze, Achim Gründel, Andrea Schröder-Ehlers, Franz-Josef Kamp und Dr. Inge Voltmann-Hummes. Foto: kre

Andrea Schöders-Ehlers mit Dämpfer wiedergewählt

Brietlingen. Der „Martin-Schulz-Effekt“ hält an – auch bei den Lüneburger Genossen ist er zu spüren. Etwa 50 Neueintritte verzeichnete der SPD-Unterbezirk seit Jahresbeginn. „Das ist doch toll!“, freute sich die Unterbezirksvorsitzende Andrea Schröder-Ehlers am Sonnabend beim Unterbezirksparteitag. „Diese Euphorie in der Partei, diese Aufbruchstimmung, das tut gut“, befand auch Scharnebecks Ortsvereinsvorsitzender Dirk Meyer in seinem Grußwort und setzte nach: „Dieses schöne Gefühl dürfen wir jetzt auch mal genießen.“

Doch eine gute Stimmung in der Partei allein reicht nicht, um die Kanzlerschaft im Bund zu gewinnen und die Macht bei den Landtagswahlen im Januar 2018 zu verteidigen. Das wissen Andrea Schröder-Ehlers und die Lüneburger Genossen nur allzu gut: „Aber wir sind eine rote Hochburg. Und die gilt es jetzt weiter auszubauen“, gab Andrea Schröder-Ehlers das Ziel für den Wahlkampf und darüber hinaus vor.

Trotzdem: Es ist nicht alles Sonnenschein bei den Sozialdemokraten des Lüneburger Unterbezirks – das wurde bei den turnusgemäßen Wahlen zum Unterbezirksvorstand deutlich. Zwar wurde die bisherige Vorsitzende Andrea Schröder-Ehlers für weitere zwei Jahre bestätigt – allerdings stimmten von den 76 Delegierten zwölf gegen die alte und neue Chefin, vier Stimmen waren ungültig. Gewählt wurde geheim, trotzdem glaubt so manch führender Sozialdemokrat zu wissen, aus welchem Lager der Gegenwind für die Parteigenossin weht. „Die Gegenstimmen kamen aus dem Ortsverband Lüneburg“, vermutet ein Sozialdemokrat, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte. Aber in der Hansestadt hätten viele Genossen offenbar noch nicht verwunden, dass sich Andrea Schröder-Ehlers vor wenigen Wochen, wenn auch nur mit drei Stimmen Vorsprung, als Direktkandidatin für die Landtagswahl gegen Friedrich von Mansberg durchsetzen konnte (LZ berichtete).

„Wir sind eine rote Hochburg. Und die gilt es jetzt weiter auszubauen“.
Andrea Schröder-Ehlers, SPD-Unterbezirksvorsitzende

Für diese Vermutung spricht, dass auch bei der Wahl der beiden Stellvertreter die Kandidatin aus der Stadt Lüneburg ein schlechteres Ergebnis einfuhr als der Kandidat aus dem Landkreis: Die SPD-Bundestagsabgeordnete Hiltrud Lotze wurde mit „nur“ 56 Stimmen im Amt bestätigt, Franz-Josef Kamp aus Dahlenburg brachte es immerhin auf 64 Ja-Stimmen. Schatzmeister bleibt Achim Gründel aus Radbruch. 57 der 75 Delegierten sprachen ihm das Vertrauen aus. Neu im Vorstand ist dagegen Dr. Inge Voltmann-Hummes. Sie löst Dr. Hinrich Bonin als Schriftführer ab, der nicht mehr für dieses Amt kandidierte.

Und was sagt die alte und neue Unterbezirksvorsitzende zum Ergebnis ihrer Wiederwahl? Sie nahm die Blumen und die Glückwünsche entgegen und bedankte sich lächelnd: „Ich freue mich sehr über das Ergebnis.“

Von einem Streit zwischen Stadt und Landkreis will sie ohnehin nichts wissen, im Gegenteil. Sie erinnerte daran, dass das Wahlkampfmotto seit Jahrzehnten „Stadt und Land – Hand in Hand“ laute. Und den politischen Gegner sieht sie natürlich auch nicht in den eigenen Reihen, sondern bei der Konkurrenz, vor allem bei der AfD. Doch im Gegensatz zur „Alternative für Deutschland“ stehe die SPD nicht für Spaltung, sondern für den Zusammenhalt der Gesellschaft, für soziale Gerechtigkeit. Das sei auch die beste Antwort auf die, die gegen Europa vorgehen und Deutschland spalten wollen.

Dass Europa zurzeit vor großen Herausforderungen stehe, das machte als Gastredner auch der SPD-Europaabgeordnete Bernd Lange deutlich. Von Europas „Polykrise“ zu sprechen, hält Lange für verfehlt. EU-Bashing sei zwar gerade zu einem Volkssport geworden, doch der Europa-Politiker ist überzeugt: Nicht aufkeimender Nationalismus in einigen Mitgliedsstaaten sei die Lösung des Problems, sondern ein gemeinsames Miteinander in Europa. „Die EU muss mit einer Stimme sprechen, um global die EU-Interessen durchzusetzen.“

Von Klaus Reschke

4 Kommentare

  1. was soll sich eigentlich mit diesen herrschaften bei der spd ändern? die märchen bleiben doch die gleichen. sie sind hartz iv- abnicker und trauern dem ollen münte nach. wer nicht arbeitet, braucht auch nicht essen.

    • @Klaus Bruns

      Ganz meine Meinung. Und so etwas wird von den Gewerkschaften IGM , Verdi, usw, als „sozial und demokratisch“ bei der Bundestagswahl,bzw bei der Meinungsbildung dazu , unterstützt. Absurd!

  2. Wir sind eine rote Hochburg. Und die gilt es jetzt weiter auszubauen“
    ich habe wirklich selten so gelacht. Andrea Schröder-Ehlers macht witze. welches rot meint sie? dass mit gelb gemischt? also doch rosa. für rot ist die gnädigste nach meinem verständnis viel zu feige.

  3. SPD-Politiker treffen sich am Abend mit Linken und Grünen – das sorgt in der Partei für Ärger. Führende Sozialdemokraten verfolgen eine ganz andere Strategie: Sie wollen künftig die Cheflinke Wagenknecht attackieren. Das Rot von der SPD hätte ich gern mal gesehen. Frau Ehlers, wie rot sind Sie denn wirklich?