Donnerstag , 20. Februar 2020
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Nadine Fischer ist die neue Quartiersmanagerin der Hansestadt Lüneburg Am Weißen Turm. Das Gebiet ist seit 2015 offiziell Sanierungsgebiet. Foto: Hansestadt Lüneburg April 2017

Wohngebiet Am Weißen Turm: Ein neues Zentrum fürs Viertel

Lüneburg. Das Büro ist soweit eingerichtet, die ersten Kontakte sind geknüpft, einige Bewohner aus dem Viertel haben auch schon vorbeigeguckt im neuen Quartiersladen Am Weißen Turm. Dort ist Nadine Fischer die neue städtische Ansprechpartnerin für das zwischen SaLü, Salzmuseum und Krankenhaus gelegene Wohngebiet. Am Sonnabend, 29. April, eröffnet Oberbürgermeister Ulrich Mädge den Quartiersladen um 11 Uhr offiziell. Im Anschluss sind bis 14 Uhr alle Interessierten zu Kaffee, Kuchen und Klönschnack eingeladen.

„Quartiersmanagement, das ist ja ein sperriges Wort, da weiß nicht jeder gleich, was wir hier eigentlich machen“, sagt Nadine Fischer über ihre Arbeit. „Aber alle, mit denen ich schon gesprochen habe, sind froh, dass etwas passiert.“ Zum Beispiel, wenn die 37-Jährige ihnen dann im Gespräch erläutert, dass Ideen für die großen Grünflächen zwischen den Hochhäusern gesammelt und umgesetzt werden können. Oder dass die Bewohner in der Nachbarschaft mit ihren Sorgen und Anregungen für den Alltag im Viertel ein offenes Ohr finden und so manchen Tipp bei ihr bekommen können.

Quartiersladen im Städtebauförderungsprogramm

Ermöglicht wird Fischers Arbeit sowie auch das Angebot des Quartiersladens, da das Land Niedersachsen das Viertel Am Weißen Turm 2015 ins Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt aufgenommen hat. Bund, Land und Stadt stellen über eine Laufzeit von zehn Jahren zusammen insgesamt mehr als 4,8 Millionen Euro bereit für soziale Angebote ebenso wie für bauliche Verbesserungen. Vorbild für dieses Prinzip ist Kaltenmoor, das Viertel ist seit 1999 im Programm, der Quartiersladen heißt dort Bürgertreff, der Quartiersmanager Uwe Nehring.

Nadine Fischer hat einst an der damaligen Lüneburger Fachhochschule Sozialpädagogik und Sozialarbeit studiert. Nach dem Abschluss verschlug es sie ein Stück weiter in den Norden: Vom Wohnsitz Hamburg aus pendelte sie zwölf Jahre lang zur Arbeit beim Kinderschutzbund des Kreisverbandes Stormarn. Dort hat sie sich um die Geschäftsstelle und das Spielmobil gekümmert, aber auch um offene Arbeit, also Angebote, die Menschen miteinander in Kontakt und ins Gespräch bringen sollen. Als die Stadt Lüneburg dann die neue Halbtagsstelle als Quartiersmanagerin ausschrieb, zögerte Fischer nicht, griff zu und zog wieder nach Lüneburg. Die Stadt und die Aufgabe liegen ihr, ein Fahrrad reicht für den Arbeitsweg und zusammen mit der Familie, also Mann und zwei Kinder im Alter von anderthalb und drei Jahren, „entdecke ich Lüneburg gerade noch einmal neu“.

Und wenn sie einen Wunsch frei hätte, was sie in fünf Jahren verwirklicht haben möchte für das Viertel? „Mein Traum wäre, dass es im Quartier einen echten Treffpunkt gibt, wo die Menschen zwanglos zusammenkommen, gemeinsame Aktionen planen, ein Dreh- und Angelpunkt für Informationen und gemeinsame Aktivitäten. Das kann bei mir im Laden sein oder anderswo, Hauptsache möglichst alle Altersgruppen und alte wie neue Bewohner fühlen sich angesprochen.“

Zusammenkommen können die auch am Sonnabend, 13. Mai, dann steht ein Quartiersfest für die ganze Familie auf einer der großen Grünflächen an. sp