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Die Polizeireiter sind während ihrer Zeit im Biosphärenreservat immer zu zweit mit Ihren Pferden in Gartow und Bleckede untergebracht. Foto: rg
Die Polizeireiter sind während ihrer Zeit im Biosphärenreservat immer zu zweit mit Ihren Pferden in Gartow und Bleckede untergebracht. Foto: rg

Polizeireiter mit Info-Flyer und Bußgeldzettel

Damnatz. Das Biosphärenreservat Niedersächsische Elbtalaue ist groß. Fast 570 Quadratkilometer umfasst es und erstreckt sich entlang der Elbe in den Landkreisen Lüchow-Dannenberg und Lüneburg. Eine einmalige Landschaft, ein einmaliger Naturraum – den es zu schützen gilt. Seit Freitag hilft bei diesem Schutz auch wieder die Polizei mit. Genauer: Polizeireiter aus Hannover und Braunschweig, die nun bis September durchs Reservat patrouillieren. Als „Ansprechpartner für die Besucher, für den Kontakt mit dem Bürger“, wie es Christian Hilmer, Sachbearbeiter Einsatz bei der für den Reitereinsatz im Reservat zuständigen Polizeiinspektion Lüneburg ausdrückt.

Sensibilisieren sollen sie ihr polizeiliches Gegenüber im Biosphärenreservat, aufmerksam machen auf die Besonderheit der Natur, die Schutzwürdigkeit, Verständnis wecken für die besonderen Regeln, die in dem Reservat gelten. „Dafür führen die Beamten auch Info-Material mit Verhaltensregeln im Biosphärenreservat mit, dass sie bei Bedarf verteilen“, so Hilmer. Aber natürlich sollen die Polizeibeamten auch aufpassen, dass sich auch alle an die Regeln halten. Denn das, sagt Hilmer, sei leider noch immer nicht der Fall.

Obwohl es schon deutlich besser geworden sei. Als die Polizeireiter 2012 das erste Mal auf Streife am Fluss gingen, da habe es „rund 400 Feststellungen gegeben“, blickt Hilmer zurück. Also 400 Verstöße gegen Regeln und Gesetze, etwa wildes Campen, offenes Feuer, Fahrten mit dem Auto oder dem Motorrad im besonders geschützten C-Gebiet des Biosphärenreservates, illegale Müllentsorgung oder Angeln dort, wo Angeln nicht erlaubt ist. „Diese Zahl von festgestellten Verstößen ist seither Jahr für Jahr zurückgegangen, und zwar deutlich“, freut sich Hilmer. Wohl auch wegen der Präsenz der berittenen Ordnungshüter, aber sicherlich auch wegen ihrer Aufklärungsarbeit.

Polizeireiter helfen beim Schutz der Natur an der Elbe

Daher ist man bei der Biosphärenreservatsverwaltung auch „ausgesprochen froh“ über den Einsatz der Polizeireiter. „Sie helfen uns sehr beim Schutz der Natur hier an der Elbe“, bedankte sich der stellvertretende Leiter des Reservates, Franz Höchtl bei den Beamten. Vor allem, dass bei dem Einsatz die Kommunikation im Vordergrund stehe, die Aufklärung, das Informieren, und nicht „das Durchsetzen von Law and Order“, so Höchtl, verleihe dem Einsatz eine so große und nicht zu unterschätzende Bedeutung. „Sie sorgen mit dafür, das zu erhalten, worum es uns vom Biosphärenreservat geht. Die Natur, den Lebensraum, die Ruhe und Beschaulichkeit.“

Ihren ersten Einsatz hatten die Polizeireiter, die während ihrer Zeit im Biosphärenreservat immer zu zweit mit Ihren Pferden in Gartow und Bleckede untergebracht sind, dann auch gleich am Ort ihrer Vorstellung zu absolvieren. Ausgerechnet dort, wo die Reiter sich der Öffentlichkeit präsentierten, an der Elbe in Damnatz, hatten Angler ihre Ruten ausgeworfen und waren mit ihrem Auto direkt bis an den Fluss gefahren. Doch nach einigen freundlichen, aber bestimmten Worten vom Pferd herunter packten sie zusammen und verlegten den Angelausflug an eine Stelle, an der das Angeln auch erlaubt ist. „Wir haben das gar nicht gewusst – nächstes Mal sind wir schlauer“, war einer der Angler gar nicht böse über den unerwarteten Besuch der berittenen Beamten.

Von Rouven Groß

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