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Kinder und Jugendliche sind schutzbedürftig. Droht ihnen Gefahr, können Jugendämter sie aus der Familie nehmen. Foto: A/be

Dauer-Rufbereitschaft bietet Hilfe bei häuslicher Gewalt

Lüneburg. Wenn Gefahr für das Wohl eines Kindes oder Jugendlichen zum Beispiel aufgrund von häuslicher Gewalt besteht, ist das Jugendamt berechtigt und verpflichtet, das Kind oder den Jugendlichen aus der Familie zu nehmen. Um das rund um die Uhr zu gewährleisten, hat die Stadt nun einen Rufbereitschaftsdienst im Allgemeinen Sozialdienst eingerichtet, erläuterte Sozialdezernentin Pia Steinrücke im Jugendhilfeausschuss.

Krisen- und Gefahrensituationen treten zu jeder Tageszeit auf, müssen umgehend beendet werden. Wenn die Polizei zum Beispiel gerufen wird, weil ein Kind von Gewalt betroffen ist, wendet sich diese an das Jugendamt. Während der Dienstzeiten ist der Allgemeine Soziale Dienst (ASD) des Jugendamtes dafür zuständig, die Kindeswohlgefährdung abzuwenden. Hierzu werden im Rahmen der Inobhutnahme Kinder in einer stationären Einrichtung der Jugendhilfe oder in einer Bereitschaftspflegefamilie untergebracht. Innerhalb von drei Tagen muss dann mit den Eltern eine Einigung erzielt werden, wie es weitergeht. Klappt das nicht, wird das Familiengericht eingeschaltet.

Dienst wird von Stadt und Kreis angeboten

Außerhalb der Dienstzeiten war bis Ende des vergangenen Jahres die Inobhutnahmestelle des Jugendamtes zusammen mit dem städtischen Kinder- und Jugendhaus Anlaufstelle für die Polizei, wenn es um Fälle in Stadt und Landkreis ging. „Da das Kinder- und Jugendhaus, inzwischen mit Sitz an der Bleckeder Landstraße, jetzt eine Einrichtung für unbegleitete jugendliche Flüchtlinge ist, kann dort der Bereitschaftsdienst nicht mehr gemacht werden“, so Pia Steinrücke. Deshalb haben Stadt und Kreis einen gemeinsamen Rufbereitschaftsdienst auf den Weg gebracht. Dabei sind jeweils ein Mitarbeiter des städtischen Jugendamtes sowie des Jugendamtes des Landkreises eingesetzt, die jeweils für ihren Bereich zuständig sind.

Weiteres Thema im Ausschuss war ein Trägerkonzept für städtische Kitas, das derzeit vor dem Hintergrund von gesetzlichen Vorgaben von der Stadt erarbeitet wird. Knapp gesagt, geht es dabei darum, wie die Betreuung, Bildung und Erziehung von Kindern in städtischen Kitas aussehen soll. Sozialdezernentin Pia Steinrücke machte dabei aber deutlich, „dass es nicht die konzeptionelle Arbeit der Einrichtungen mit ihren Schwerpunkten ersetzt“.

Bedarf an Kita-Plätzen hoch in Lüneburgs Osten 

Das Trägerkonzept enthält unter anderen Eckdaten und Standards für frühkindliche Bildung, Betreuung und Erziehung sowie zur Qualitätsentwicklung und Zielen der pädagogischen Arbeit. Des Weiteren ermöglicht es eine Übersicht der Einrichtungen mit Gruppenzahl und Betreuungszeiten, Anmeldeverfahren sowie Aussagen zur Gebührenordnung, Essensversorgung und Vorgaben zur Integration. Ein wichtiger Baustein sei auch die Einstellung und Fortbildung von Erziehern, denn es sei immer schwieriger, Mitarbeiter zu gewinnen. Eingebunden in die Gestaltung des Trägerkonzeptes sind die Kita-Leitungen und ihre Stellvertreter. Im Herbst soll es fertig sein.

Philipp Meyn (SPD) hakte nach in Sachen Kita-Anmeldeverfahren, das seit Ende Januar abgeschlossen ist. Er wollte wissen, wie viele Kinder noch keinen Platz haben. Pia Steinrücke erklärte, dass der Bedarf an Kita- wie auch Krippenplätzen im östlichen Bereich der Stadt groß sei. Deshalb wolle die Stadt unter anderem die Kita im Hanseviertel erweitern und die Awo-Kita neu bauen. Zurzeit gebe es noch 20 Fälle, wo noch Gespräche geführt werden. Eine wohnortnahe Unterbringung sei allerdings nicht immer möglich. Im kommenden Jahr soll es auch eine zentrale Krippen-Anmeldung geben.

Von Antje Schäfer