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Die Grundschule in Echem muss wieder aufgebaut werden. Das zumindest fordern viele Einwohner. Zur Versammlung im Schützenhaus, die die Gründung einer Bürgerinitiative in die Wege leiten sollte, kamen mehr als 200 Menschen.
Die Grundschule in Echem muss wieder aufgebaut werden. Das zumindest fordern viele Einwohner. Zur Versammlung im Schützenhaus, die die Gründung einer Bürgerinitiative in die Wege leiten sollte, kamen mehr als 200 Menschen.

Echem: Einwohner kämpfen nach Brand für ihre Schule

Echem. Drei Wochen ist es her, als in der Nacht zu Gründonnerstag die Grundschule in Echem samt Sporthalle komplett ausgebrannt ist. Der Schock in der Bevölkeru ng sitzt immer noch tief. Und der Wille, Schule und Sporthalle wieder herzustellen, ist groß. Mehr als 200 Echemer waren am Mittwochabend dabei, als im Schützenhaus eine Bürgerinitiative zum Wiederaufbau der Schule auf den Weg gebracht wurde.

„Ich hatte gehofft, dass so viele Interessierte kommen, aber dass es soviele werden, damit hatte ich nicht gerechnet“, war Bürgermeister Steffen Schmitter (CDU) überwältigt von der Resonanz. Mehr als 20 Prozent der Bewohner der 1000-Einwohner-Gemeinde waren im Schützenhaus. Bleckedes Bürgermeister Jens Böther leitete die Versammlung als Bürger der Gemeinde.

Und die Echemer setzten ein deutliches Zeichen: Mehr als 200 unterschrieben eine Erklärung, in der sie den Wiederaufbau von Schule und Sporthalle fordern. 81 Unterzeichner erklärten sich außerdem bereit, in der zu gründenden Bürgerinitiative für den Wiederaufbau der Grundschule mitarbeiten zu wollen. Zur Gründungsversammlung der BI will Schmitter in den nächsten Tagen einladen.

Den direkt Betroffenen wurde nach dem Brand schnell geholfen: Die rund 60 Grundschulkinder wurden in der Grundschule in Hohnstorf untergebracht. Die Sportler, darüber berichtete der 2. Vorsitzende des FC Echem, Jörg Fischer, fanden an verschiedenen Stellen Unterschlupf. Aber eine Dauerlösung, darüber waren sich alle einig, sei das nicht.

Informationen zur Bedeutung von Schule und Sporthalle hatten im Vorfeld der Veranstaltung Robin Backhaus und Carl Sasse zusammengetragen und als Info-Blatt ausgelegt. „Wir Echemer brauchen unsere Schule – das Herz unserer Gemeinde“, war ihr Fazit, sie wiesen darauf hin, dass die Bedeutung der im Jahr 2001 errichteten Grundschule weit über das Schulleben hinausgeht.

Der Brand der Grundschule stecke ihm noch in den Gliedern – und nicht nur ihm, erklärte Scharnebecks Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU). Für eine Entscheidung über einen Wiederaufbau von Schule und Sporthalle sei allein der Samtgemeinderat zuständig, betonte er.

Gestern Abend war das Schicksal der Grundschule auch Thema in der Sitzung des Echemer Gemeinderats (Bericht folgt). Dort stand eine „Resolution zum Wiederaufbau der Grundschule Echem“ auf der Tagesordnung, in der der Samtgemeinderat Scharnebeck aufgefordert wird, die Grundschule wieder aufzubauen.

Wie ernst es ihnen mit ihrer Forderung nach einem Wiederaufbau der Grundschule ist, dürfte sich auch in der Sitzung des Scharnebecker Samtgemeinderats am kommenden Mittwoch, 10. Mai, in Artlenburg (19.30 Uhr, Schützenhof) zeigen. Dort wollen die Echemer in starker Besetzung vertreten sein. Dabei, erklärte Bürgermeister Schmitter, wolle man auch die Resolution des Echemer Gemeinderats übergeben.

Von Ingo Petersen

Ermittlungen — Brandursache unklar

Auch drei Wochen nach dem Feuer an der Grundschule Echem ist die Brandursache noch nicht bekannt. Man ermittle in alle Richtungen, weder ein technischer Defekt noch Brandstiftung würden ausgeschlossen. Das erklärte gestern Polizeisprecher Kai Richter.

Darauf, dass die Polizei ihre Ermittlungen im Gebäude in dieser Woche abgeschlossen habe, wies Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn in der Bürgerversammlung hin. Er betonte, dass das Betreten von Gelände und Gebäuden weiter verboten sei.

Mit 1,7 Millionen Euro, bei „gleitender Neuwertregelung“, sei die Grundschule versichert, so Gerstenkorn. Wie hoch letztlich die Versicherungsleistung ist, sei nicht absehbar.

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