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Die Stahlträger der Brücke an der Bleckeder Landstraße leiden unter dem Rost. Foto: besoke

Bahnbrücke Bleckeder Landstraße: Leise rieselt der Rost

Lüneburg. Mehrfach wurde die Erneuerung der Bahnbrücke, die über die Bleckeder Landstraße, führt, schon verschoben. Dabei ist das Bauwerk sich tbar in die Jahre gekommen. Es rostet vor sich hin. Und das fällt nicht nur Lüneburgern auf.

Michael Besoke aus Eschede war mit dem Zug nach Lüneburg gereist, er hatte einen Facharzttermin. Als er vom Bahnhof kam und unter der Bahnbrücke hindurchging, fiel ihm ein „kleines Stück Rost, zirka 1 x 1 Zentimeter groß, auf den Kopf. Vermutlich wurde das ausgelöst durch die Vibration eines Zuges, der die Brücke überquerte“, berichtet er der LZ. Besoke machte Fotos. Für ihn zeigen die deutlich, dass das Material „stark korodiert ist“. Es sei Zeit, dass da was passiert. Er hakte deshalb bei der Bahn und bei der Stadt nach. Eine Antwort habe er jedoch nicht erhalten.
Die Erneuerung der mehr als hundert Jahre alten Eisenbahnbrücken für die Hauptlinie Hamburg-Hannover hatte die Bahn schon für 2013/2014 angekündigt. Die LZ hatte damals über das Vorhaben berichtet. 2009 waren bereits sogenannte Behelfsbrücken eingebaut worden. Die Erneuerung wurde verschoben, ein neuer Termin für 2015 ins Auge gefasst. Im Zuge dessen wollte die Stadt die Bleckeder Landstraße zwischen Lüner Damm und Pulverweg ausbauen.

Bahn will Ende 2019 mit Brückenneubau beginnen

Da hieß es noch, dass auch die Brücke über die Lünertorstraße erneuert werden sollte. Mitte Februar 2016 erklärte Sabine Brunkhorst, Pressesprecherin der Bahn, gegenüber der LZ: „Die beiden Brücken ‚Bleckeder Landstraße‘ und ‚Lünertorstraße‘ wurden mittlerweile als gemeinsames Projekt entkoppelt. Grund hierfür ist, dass an der Brücke Lünertorstraße aus Sicht der DB Netz AG kein technischer Bedarf für eine Erneuerung vorliegt und rein aus Gründen der Straßenverkehrsführung seinerzeit eine gemeinsame Projektierung sinnvoll erschien.“ Die Brücke Bleckeder Landstraße sei nun zur Erneuerung in den Jahren 2019 bis 2020 vorgesehen.

Heute sagt Sabine Brunkhorst, dass die Bahn an dieser Terminierung voraussichtlich festhalte. Konfrontiert mit den Schilderungen von Michael Besoke, erläutert sie: Die Bahn gewährleiste die Sicherheit ihrer Brücken durch Kontrollen (siehe Kasten). „Die Eisenbahnüberführung über die Bleckeder Landstraße steht bei uns im Fokus und wird regelmäßig in kurzen Abständen von Ingenieuren in Augenschein genommen.“ Offenbar sahen die Fachleute bisher keine Dringlichkeit einer Sanierung. Die Bahn danke aber für den Hinweis, die Ingenieure würden dem nun gesondert nachgehen.

Für die Stadt sagt Pressesprecher Daniel Gritz: „Wir haben diesen Vorfall, nachdem sich Herr Besoke an uns gewandt hat, der Deutschen Bahn gemeldet, und zwar unserem Ansprechpartner, mit dem wir den Brückenneubau planen. Wir werden Herrn Besoke darüber informieren und hoffen, dass sich das Unternehmen bei ihm meldet.“ Was den Brückenneubau betreffe, beabsichtigte die Bahn, mit den vorbereitenden Arbeiten im Gleisbett im Oktober nächsten Jahres zu beginnen. „Wir starten dann mit unseren Kanalarbeiten. Ende 2019 will die Bahn mit dem eigentlichen Neubau beginnen, den sie 2021 abschließen möchte“, skizziert Gritz den aktuellen Planungsstand.

Von Antje Schäfer