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Eine Gesellschaft soll den Libeskind-Bau vermarkten, doch erst eine Handvoll Veranstaltungen sind für 2017 geplant. Foto: t&w

Leuphana: Kaum was los im Zentralgebäude

Lüneburg. Vor knapp zwei Monaten wurde der Libeskind-Bau eingeweiht. Jahrelang war das Gebäude wegen der Baukostensprünge im Millionenbereich in den Schlagzeilen, jetzt ist es ruhig geworden auf dem Campus. Dabei steht die Universität unter großem Druck: Sie muss jährlich mindestens 300 000 Euro an Mieteinnahmen generieren, indem sie Flächen im Libeskind-Bau an Externe vermietet.

Aus einer gutachterlichen Bewertung, die der LZ vorliegt, geht hervor, dass die Uni eigentlich schon 2016 mit Einnahmen gerechnet hatte. Das Defizit muss im Wesentlichen Nathalie Heinrich ausgleichen, sie ist die neue Geschäftsführerin der Leuphana Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft.

Bis 2025 sollen drei Millionen Euro generiert werden

Die 51-jährige Hamburgerin gibt sich im Gespräch mit der LZ gelassen. „Herantesten und den Markt sondieren“, laute die aktuelle Devise. Konkret bereite sie zurzeit sechs Veranstaltungen vor. Dass die Flächen bis 2025 insgesamt 3 Millionen Euro einspielen sollen, möchte die Geschäftsführerin nicht kommentieren. Sie sagt lediglich, dass es richtig sei, dass die Vermarktung Einnahmen generieren soll, „aber dabei lassen wir uns lieber Zeit, als in Hektik zu verfallen“.

Um den Betrieb müsse sich die Uni nicht sorgen, betont Pressesprecher Henning Zühlsdorff, dieser sei durch Landesmittel gesichert. Das Land gibt aber keinen Extra-Zuschuss für den Betrieb. Dr. Margit Kautenburger, Sprecherin des Wissenschaftsministeriums, sagt, dass die Lüneburger Uni ebenso wie andere Stiftungshochschulen einen Zuschuss für laufende Zwecke erhalte: 55,8 Millionen Euro 2016, 57 in diesem und 58 im nächsten Jahr. „Diese Mittel umfassen die Betriebskosten aller Liegenschaften der Universität.“

„Wir lassen uns lieber Zeit, als in Hektik zu verfallen“.
Nathalie Heinrich, Geschäftsführerin der Leuphana Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft

 

Von Kostendeckung weit entfernt

Von den Vorgaben des Landesrechnungshofs, mit externen Veranstaltungen kostendeckend arbeiten zu können, scheint die Leuphana noch weit entfernt. Bislang konnten nur eine Handvoll Veranstaltungen im Zentralgebäude stattfinden, überwiegend kleinere Vermietungen, sagt Heinrich. Eine Fakultät durfte dort einen Kongress ausrichten. Und drei konkrete Buchungen hätten sich aus dem Besuch von 20 Eventagenturen ergeben, die den Bau vor der Eröffnung besichtigt hatten.

Eine Zahnarztpraxis plant mit 30 Personen eine Umschulung im Zentralgebäude, und im Dezember hat ein Kunde das gesamte Erdgeschoss für eine Weihnachtsfeier mit 200 Personen gemietet. Eine große Feier steht im Juli an: Da feiert die Serienwerft mit 600 geladenen Gästen die 2500. Folge der Fernsehserie Rote Rosen.

Heinrich, seit vielen Jahren im Veranstaltungsmanagement tätig, betont, dass die Lehre Priorität habe. Eine gewisse Flexibilität habe man wegen der drei ineinandergreifenden Räume: Neben dem Audimax können auch das 650 Quadratmeter große Foyer und das Forum mit 450 Quadratmetern gemietet werden.

Tochtergesellschaft der Leuphana GmbH

Was es kostet, das Audimax zu mieten, verrät Nathalie Heinrich nicht, sie sagt nur, dass es „nicht billig“ sei, Agenturen mit dem Preis-Leistungs-Verhältnis aber zufrieden wären. Nach LZ-Informationen soll eine Veranstaltung im Audimax rund 5600 Euro kosten, zusätzliche 800 Euro die Bestuhlung.

Um eine professionelle Struktur für das Veranstaltungsmanagement zu schaffen, musste die Uni mit der Leuphana GmbH im Januar 2016 zunächst ein eigenes Unternehmen gründen (LZ berichtete). Wofür diese Gesellschaft im Detail zuständig ist, blieb bislang unklar. Jetzt wurde der Geschäftsführer-Posten mit Thorsten Kurtz besetzt, er ist seit 2008 an der Leuphana, hat gemeinsam mit einer Kollegin den operativen Bereich des 100 Millionen Euro schweren Innovationsinkubators geleitet.

Der Fokus der Leuphana GmbH sei die Entwicklung weiterer Aktionen im Bereich der Qualifikation und Weiterbildung. Dabei wolle man aber nicht in Konkurrenz zur Professional School stehen, sondern Programme entwickeln, die die Universität nicht anbieten kann. „Beispielsweise Qualifizierungsangebote für Unternehmen“, sagt Kurtz, „dabei bietet das Zentralgebäude eine attraktive Infrastruktur“. Anfragen in diesem Bereich habe man bislang nicht bedienen können, zurzeit würden Angebote ausgearbeitet, Preise kalkuliert und Formate entwickelt.

Von Anna Paarmann

Was Stadt und Kreis planen

Stadt und Landkreis beteiligen sich bekanntlich mit insgesamt 7 Millionen Euro an den Baukosten des Zentralgebäudes, dürfen dafür insgesamt 30 Veranstaltungen im Jahr dort ausrichten – mietfrei. Sie müssen aber die Betriebskosten zahlen. Stadtpressesprecherin Suzanne Moenck: „Als Hausnummer gehen wir von 1000 Euro pro Nutzung aus, inklusive Basistechnik und Hausmeister vor Ort.

Wer besonders hochwertige Tontechnik braucht, Catering möchte oder andere Extras, wird mehr kalkulieren müssen.“ Am 8. Juni steht die erste Veranstaltung an: Die Wirtschaftsförderung nutzt zusammen mit der Metropolregion Hamburg das Audimax, zudem gibt es zwei Reservierungen für Meisterkonzerte des Theaters im November 2017 und April 2018. Auch könnten im Libeskind-Bau das Schleswig-Holstein-Musikfestival, die Bachwoche, Chorkonzerte, Verbandstagungen und Städtetage ausgerichtet werden.

Der Kreis plant kulturelle und repräsentative Veranstaltungen, Gremiensitzungen, Infoveranstaltungen sowie Gedenkveranstaltungen und Anlässe, bei denen es ein großes Bürgerinteresse gibt.

78 Kommentare

  1. Da hat es Hoppe in der neuen Arena wohl leichter. Dort soll er wohl weder Miete noch Pacht bezahlen sondern soll wohl stattdessen Einrichtungszuschüsse und Betriebskostenzuschüsse erhalten.

  2. Darum gibt es ja auch bald die neue Hoppe-Arena. Die soll auch eine Stadthalle sein, war eine, inzwischen nicht mehr so häufig betonte, Nebenbegründung für diese zweite Spezialanfertigung auf besonderen Wunsch. Wird die Auslastung, wenn schon nicht an der „Universitätsallee“ wenigstens im Schlachthofgarten gelingen?

    Mehr dazu hier: https://jj12.wordpress.com/2017/04/25/die-arena-ein-landkreis-unter-druck/#more-168

    Wenn ich mich recht erinnere, sollte Stadthalle Nummer eins, der Libeskind-Bau schon 2016 über 300.000 Euro einspielen (und dann, so auch in diesem Jahr, regelmäßig) damit das sogenannte „Finanzierungskonzept“ aufgeht.

  3. Gerhard Fließ

    „Herantesten und den Markt sondieren“?

    Ja, da baut man erstmal einen 125 Millionen-Palast und „testet“ sich dann an Nutzungsmöglichkeiten heran? So nach dem Motto: Wir graben mal ein Riesenloch und sehen dann, ob jemand eine Badeanstalt draus machen möchte oder ob die Bauern Gülle reinfahren?

    Was ich mich grundsätzlich frage: Haben wir es bei der Leuphana noch mit einer Hochschule zu tun – oder mit einem als Hochschule verkleideten Verkaufs- und Vertriebsunternehmen das sich den „kulturell“ aufgemotzten Deko- und Feigenblatt-Bedürfnissen von Industrie und Industrieverbänden gegen Bezahlung andient?

  4. Lieber Ratsherr Friedrich von Mansberg

    Kommerzkultur als Antwort auf die Herausforderungen der Inszenierungsgesellschaft des 21. Jahrhunderts? Mit dieser Frage hatte Läufi-Lena sich gestern an Sie gewandt, den langjährigen Theaterdramaturgen im „Kaufhaus Lüneburg“:

    https://jj12.wordpress.com/2017/04/25/die-arena-ein-landkreis-unter-druck/#comment-533

    Ich habe schon heute die Konsequenzen daraus gezogen. Anstatt mich bloß „heranzutesten und den Markt zu sondieren“, wie Nathalie Heinrich, die neue Geschäftsführerin der Spounschen „Leuphana Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft“, will ich lieber noch in diesem Sommer „drei Millionen Euro generieren“. Also genug des Herumgeschreibes an Seminararbeiten und Projektpapieren in Richtung Prekär-Existenz – ich eröffne einen philosophischen Drogeriemarkt. Dort wird es unter anderem Zahnpasta namens »TranszenDental« geben (gegen Wittgenzahnstein), Stahlbadlotionen in allen Geschmacksrichtungen, den Badreiniger »Hui Klo« sowie, um das Ganze etwas messianisch anzugehen, ganz viel »Gloria in excelsis-Deo«. Natürlich auch Bücher, wie »Aufweichsysteme 1800/1900« (Kittler) oder »L’archéologie du savon« (Foucault).

    Darf ich auf Sie zählen? Kommen Sie vorbei!

    Ihr Adrian Schulz

    • Sehr gut!

      Ratsherr Friedrich von Mansberg wird sicher schon am ersten Entwurf seiner Antwort feilen.

      • er wird nichts dergleichen tun.er nimmt nur sich für voll. ein spd-mann eben.

        • der allweise mann hat gesprochen herr bruns. oder soll ich sie *seher* nennen?

        • Edwin von der Ohe

          Sie unterschätzen Herrn von Mansberg, Klaus Bruns. Er ist ein großer LZ-Leserbriefsteller, aber einer, der stets darauf achtet, dass jedes seiner Worte zündet wie ein Raketentreibsatz, welcher wertvolle Botschaften ins Firmament der Herzen von Millionen niedersächsischen Wählern und Theaterliebhabern befördert.

          Ober verwechseln Sie hier vielleicht wieder die Namen von Mansberg und Manzke?

          • Elisabeth Illg

            Friedrich von Mansberg und Klaus Bruns, das ist auch so ein Gespann. Geistesheroen unter sich eben. Kennt man ja von Günter Grass und Gerhard Henschel. Die haben sich genauso umschlichen und sehr wenig Ersprießliches übereinander geschrieben.

          • liebe festgemeinde, ich empfehle heute sich prantl von der süddeutschen mal anzuhören. danach hat die spd angst und dieses nur vor dem wort rot und wenn dann noch demokratischer sozialismus dazu kommt, ist nur noch rosa zu erkennen. kraft und schulz haben den letzten schuss noch nicht gehört, sie werden ihn dieses jahr aber hören. soviel zu dem *seher*, Renate.
            theater ist eine lieblingsbeschäftigung der spd und sie haben jetzt ja auch den richtigen mann dabei. die große koalition lässt grüßen.

            Edwin von der Ohe, wo sehen sie einen unterschied zwischen manzke und von mansberg? in schleswig holstein haben spd anhänger cdu gewählt, weil sie keinen unterschied mehr sehen können.

          • Hermann Lüttjes

            Friedrich von Mansberg wird gemeinsam mit Niels Webersinn bei der übernächsten Landtagswahl das Direktmandat von Alexander Schwake zurück erobern. Bis dahin möchten die beiden den Volleyballern in Lüneburg und der Region ein gutes Leben ermöglichen!

            SZ-Prantl, ist das nicht der Verfassungsrichter, der mit dem Koch Andi Voßkuhle so erfolgreich ausbaldowert hat, wie man dem Vorwurf der Lügenpresse gekonnt entgegentritt? Darf der jetzt schon wieder mit dem Höneß zusammen öffentlich auftreten?

        • Andreas Maier

          Hallo Herr Bruns,
          Angehörige meiner Generation – ich bin Jahrgang 1975 – nutzen Social-Media durchaus intensiv. Sie gehen allerdings ganz anders damit um als die Jüngeren. Ich erkenne das vor allem daran, daß meine Facebook-Posts zwar sehr oft geleikt werden – aber meist nur telefonisch oder per Brief.

          • Andreas Maier
            Hallo, ich war für ein paar tage bei facebook angemeldet. diese tage haben mir völlig gereicht, um sich da schnell wieder abzumelden. asozial-media wäre die richtige bezeichnung. twitter ist da auch nicht besser.mir sind die möglichkeiten der einschränkungen bekannt. nur, waren die einschränkungen im sinne des erfinders?

  5. Seriös, Solide & Co.

    „Unabhängige Wirtschaftsprüfer haben in einem heute vorgelegten Gutachten die solide Finanzierungsplanung der Leuphana Universität Lüneburg für ihr neues Zentralgebäude bestätigt.“

    „Da die Universität plant, bestimmte Flächen des Neubaus an Wochenenden und in der vorlesungsfreien Zeit zu vermieten, also unternehmerisch zu nutzen, kann sie für diesen Teil eine Umsatzsteuererstattung beanspruchen. Dies hatte das zuständige Finanzamt bereits bestätigt. Die Gutachter haben jetzt noch einmal unterstrichen, dass die aus der Steuererstattung für den Bau eingeplanten 3,06 Millionen Euro eine tragfähige Finanzierungskomponente darstellen. Ihren Berechnungen zufolge wird der Finanzierungsbaustein durch diese steuerliche Begünstigung sogar noch um 0,4 Mio. Euro höher ausfallen, als bisher angenommen.“
    Quelle:
    http://www.juraforum.de/wissenschaft/leuphana-zentralgebaeude-solide-finanzierungsplanung-attestiert-377298 vom 1.11.11

    „Zum Thema der Umsatzsteuerrückführung ist zu sagen, dass wahrscheinlich ca. 8,xx Mio. Euro über einen sehr langen Zeitraum zurückzuführen sind. Dieses Zurückführen beruht auf die Nutzung für Veranstaltungen und deren Mieteinnahmen. Die genauen Mieteinnahmen wurden noch nicht kalkuliert, jedoch sieht ein Gutachter, dass diese Einnahmen mehr als ausreichen, die Umsatzsteuer wieder zurückzubezahlen.“
    Quelle:
    http://www2.leuphana.de/univativ/zentralgebaude-aktuell/ vom 4.7.13

    „Außerdem will man 4,7 Millionen Euro bei der Umsatzsteuer sparen, weil das Zentralgebäude nach der Fertigstellung großzügig vermietet werden soll. Geprüft wird, ob diese Einschätzungen seriös sind. Das Wissenschaftsministerium schweigt dazu.“
    Quelle:
    http://www.haz.de/Nachrichten/Der-Norden/Uebersicht/Kosten-fuer-den-Bau-des-neuen-Universitaets-Gebaeudes-der-Leuphana-in-Lueneburg-sollen-bis-zu-90-Millionen-betragen vom 2.2.14

    • Ja, ja, ja, man will, man plant und wünscht und möchte. Aber wie Fließ oben schreibt, das Problem beim bewirtschaften solcher Luftschlösser ist die Realität: „Da baut man erstmal einen 125 Millionen-Palast und „testet“ sich dann an Nutzungsmöglichkeiten heran? So nach dem Motto: Wir graben mal ein Riesenloch und sehen dann, ob jemand eine Badeanstalt draus machen möchte oder ob die Bauern Gülle reinfahren?“

      Natürlich kann man sich die Sache mit Hölderlins Hyperion schönreden:

      „Des Herzens Woge schäumte nicht so schön empor, und würde Geist, wenn nicht der alte stumme Fels, das Schicksal, ihr entgegenstünde.“

      Aber auch da lesen wir schon in der übernächsten Zeile:

      „Das Feuer geht empor in freudigen Gestalten, aus der dunkeln Wiege, wo es schlief, und seine Flamme steigt und fällt, und bricht sich und umschlingt sich freudig wieder, bis ihr Stoff verzehrt ist, nun raucht und ringt sie und erlischt; was übrig ist, ist Asche.“

    • „Seriös, Solide & Co.“

      Eine ehrliche Überschrift wäre gewesen: Pressemitteilung der Leuphana oder Stellungnahme der Universitätsleitung.

  6. Regina Schröter

    „Stadt und Landkreis beteiligen sich bekanntlich mit insgesamt 7 Millionen Euro an den Baukosten des Zentralgebäudes, dürfen dafür insgesamt 30 Veranstaltungen im Jahr dort ausrichten.“

    Wie es aussieht, werden Stadt und Kreis große Schwierigkeit haben, dieses Jahr auf 30 Veranstaltungen zu kommen. Wenn ich richtig gezählt habe, stehen bis jetzt nicht mehr als vier tatsächlich zur Debatte. Wie es im nächsten Jahr werden wird, ist schwer zu sagen. Die Zahl zehn dürfte realistisch sein.

    Also ist das Gerede über die Notwendigkeit einer zweiten Stadthalle an der Lüneburger Rennbahn wohl genau das Zweckmärchen, für das es von vielen misstrauisch auf diese neue „Investition“ Äugenden auch gehalten wird.

    • Hör bloß auf mit diese „Arehna Lüneburger Lannt“. Frag dich lieber mal, wie das geh´n soll, pro Jahr mindestens 50 Veranstaltungen für € 6.000 (= 300.000) plus 30 kommunale dazu machen insgesamt ein Minimum von 8o Bambulen. Wann soll denn da eigentlich noch „geforscht“ und gelehrt und studiert werden? Vor allem, weil „Bick Bissiness“ nie am „Wiek-änt“ feiert. Die Zahl der Arbeitstage beträgt im Jahr 2017 in Niedersachsen 251. Sie errechnen sich aus 365 Kalendertagen abzüglich 52 Samstagen, 53 Sonntagen sowie 9 gesetzlichen Feiertagen in Niedersachsen, die nicht auf das Wochenende fallen. Minus 80 macht 171 Tage an denen noch Seminare und Vorlesungen stattfinden könnten, — wenn man mal die Semesterferien von etwa 90 Tagen unberücksichtigt lässt. Sonst wärn gerade noch 81 übrich. Genausoviel fürs Pauken wie fürs Trompeten.

  7. Jasmin Schröter-Ehrenfels

    Zahnarzt-Umschulungen im Libeskind-Bau? Zweifellos erster Impuls für ein innovatives Nutzungskonzept. Aber die attraktive Infrastruktur dieses Lüneburger Leuchturmprojektes bietet ja noch viel mehr Potenzial! Wie wäre es z.B. mit einer Nutzung für Vorstandssitzungen der Otto Group , Assessment-Center für die Unternehmensberater von McKinsey oder Management-Schulungen-für Führungskräfte anderer, international führender Unternehmen, z.B. Rheinmetall, Krauss Maffei Wegmann oder der Bertelsmann Mediengruppe? Auch für Weihnachtsfeiern und Incentives großer Versicherungsdienstleister oder Event-Programme zur Stärkung der inneren Führung unserer Streitkräfte ließe sich das Premium-Umfeld m. E. super nutzen! Wirtschaftsnähe darf kein Tabuthema mehr sein, schon gar nicht für Universitäten, dafür steht schließlich das wegweisende Konzept der Leuphana.*
    Ich bin begeistert, zu lesen, das man, so kurz nach der Fertigstellung dieses Lüneburger Wahrzeichens, schon dabei ist, entsprechende „Formate“ für die erweiterte Nutzung zu entwickeln!
    Zusätzliche Maßnahmen zur Kostendeckung wären wünschenswert, z. B. exklusive Stuhl-Patenschaften durch Global Player aus dem Healthcare-Bereich, und ein nachhaltiges, globales Merchandising-Programm (falls es das nicht schon längst gibt).Mit Fußmatten, Kaffeetassen und eigener Facebookseite. Aber es stimmt natürlich: Hektik bringt jetzt gar nichts. Wir müssen uns Zeit lassen. Das gehört zu einer tragfähigen, zukunftsfähigen Bildungspolitik einfach dazu. Nun ja, vielleicht könnte so in zwei , drei Jahren, ein externer Dienstleister mit der konkreten Entwicklung eines kostendeckenden Nutzungskonzeptes beauftragt werden?
    Ich freue mich jedenfalls jetzt schon riesig- für die Studierenden, die hier eine nachhaltige Prägung im Sinne unserer global vernetzten Weltwirtschaft erhalten. Und ich wünsche der neuen, sympathischen Chefin der Vermarktungsgesellschaft viel Erfolg und Gestaltungsfreiräume bei der Sondierung und Bewältigung ihrer anspruchsvollen Führungsaufgaben. Zugute kommen ihr dabei ja, last not least, vielleicht auch ihre profunde Theaterkenntnisse. In diesem Sinne: Welcome to Leuphana! Wir sehen uns bestimmt im philosophischen Drogeriemarkt, dem Start-up von Leuphana-Absolvent Adrian Schulz!

    * „Leuphana responds to sweeping social changes – such as globalisation, digitisation, demographic shifts and increased mobility – with the creation of a new model for universities. This pioneering and to date unique model expressly relies on close co-operation with stakeholders in the business community.“

    • O brave new world, That hath such people in't!

      Klasse, Jasmin Schröter-Ehrenfels. In der philosophischen Drogerie bekommen Sie bestimmt auch „RUWIRAST“ (Ruhe wie im Raum der Stille). Sie werden wissen, dass Gefühlsaufwallungen in einer schönen Welt neuen Typs unerwünschte Leistungshemmer sind. Um emotive Schwankungen zu vermeiden, die zu negativen Verstimmungen führen und vom Innovativsein abhalten könnten, empfiehlt Adrian den anregend wirkenden Stimmungsaufheller, der auch als Aphrodisiakum verwendet werden kann. Anders als Alkohol hat RUWIRAST bei üblicher Dosierung keine Nebenwirkungen und wird synthetisch hergestellt. „Ein Gramm versuchen ist besser als fluchen!“

      Der Brut- und Normdirektor schwärmt vor den Studenten:

      „Heutzutage – sehn Sie, das ist wahrer Fortschritt! – arbeiten die alten Männer, erfreuen sich ihrer Geschlechtskraft, sind immer beschäftigt, das Vergnügen lässt ihnen keine Muße, keinen freien Augenblick, um sich hinzusetzen und nachzudenken. Und selbst wenn sich durch einen unglückseligen Zufall eine Lücke in der ununterbrochenen Kette ihres Zeitvertrebs auftut, ist immer RUWIRAST zur Hand, das köstliche RUWIRAST! Ein halbes Gramm genügt für einen halbfreien Tag, ein Gramm fürs Wochenende, zwei Gramm für einen Ausflug in die Pracht des Orients, drei Gramm für eine dunkle Ewigkeit auf dem Mond. Und wenn sie zurückkehren, sind sie bereits über den Abgrund hinweg, stehn auf dem sichern Boden täglicher Arbeit und Unterhaltung, eilen von einem Fühlkino ins andre, von einem pneumatischen [großbusigen] Mädchen zum nächsten, von elektromagnetischem Golf zu …“ (Seite 60)

      Und was das beste ist:

      Die modernen Antworten auf die Herausforderungen der Zivilgesellschaft im 21. Jarhundert haben „nicht den geringsten Bedarf an Edelmut oder Heldentum. Derlei Dinge sind Merkmale politischer Untüchtigkeit. In einem wohlgeordneten Gemeinwesen wie dem unsern findet niemand Gelegenheit zu Edelmut und Heldentum. Solche Gelegenheiten ergeben sich nur in ganz ungefestigten Verhältnissen. Wo es Kriege gibt, Zwiespalt der Pflichten, Versuchungen, denen man widerstehn, und Liebe, die man erkämpfen oder verteidigen muss, – dort, ja, dort haben Heldentum und Edelmut einen gewissen Sinn. Heute gibt es keine Kriege mehr. Übergroße Liebe zwischen zwei Menschen verhindern wir mit möglichster Sorgfalt. Gewissenskonflikte gibt es auch nicht; man wird so genormt, dass man nichts andres tun kann, als was man tun soll. Und was man tun soll, ist, im ganzen genommen, so angenehm und gewährt den natürlichen Trieben so viel Spielraum, dass es auch keine Versuchungen mehr gibt. Sollte sich durch einen unglücklichen Zufall wirklich einmal etwas Unangenehmes ereignen, dann gibt es eben RUWIRAST […] Immer ist RUWIRAST zur Hand, Zorn zu besänftigen, einen mit seinen Feinden zu versöhnen, Geduld und Langmut zu verleihen. Früher konnte man das alles nur durch große Willensanstrengung und nach jahrelanger harter Charaktererziehung erreichen. Heute schluckt man zwei, drei Halbgrammtabletten, und damit gut! Jeder kann heutzutage tugendhaft sein.“ (Seite 199 f)

      Mehr dazu bei: Aldous Huxley: „Schöne neue Welt. Ein Roman der Zukunft“. Neuübersetzung: Uda Strätling, S. Fischer Verlag, Frankfurt/M 2013, 365 Seiten

      MfG, Miranda Sturm

    • Edwin Möller

      Sehr geehrte Jasmin Schröter-Ehrenfest,

      Spekulationen über eine Auftragsvergabe an die Firma Rheinzink unter Umgehung des Wettbewerbsrechts sind völlig haltlos. Dass Ulrich Grillo, der Eigentümer, zugleich Aufsichtsratsmitglied beim Rüstungskonzern Rheinmetall ist, hat nichts zu bedeuten. Das Zulieferunternehmen Rheinzink stellte keine Kanonen, sondern ausschließlich die gepanzerte Titanzink-Fassaden- und Dachbekleidung für das neue Zentralgebäude her. Im Gegenzug gestattet die Universität dem Unternehmen, mit dieser Sachleistung an die Leuphana für eigene Zwecke zu werben. Der Wert dieses Sponsorings für die Universität ist im Finanzierungsplan mit 500.000 Euro angegeben. Folgeaufträge oder Zahlungen an das Unternehmen sind mit der Vereinbarung nicht verbunden.

      Mehr dazu hier: http://www.leuphana.de/news/meldungen/titelstories/finanzierung-zentralgebaeude.html

  8. Adrian, wo wird denn deine Läufi-Boutique eröffnet? Sparkasse, Unibuch, Valinta und Campus-Copy müssen dann wohl raus, wenn du die Zeile von Klaus Hoppe übernimmst, entkernst, komplett modernisierst und rheinzinkverkleidest, um deine spacigen Drogerie-Artikel auf 100 m Länge und 15 m Breite als Premium-Goodies inszenieren zu können?

  9. Mädels und Jungens, ich wollte mich mal vom ganzen Herzen bedanken.
    Seit dem ich auf der Arbeit nicht mehr Baumann & Clausen hören kann, sorgt ihr kontinuierlich jeden Morgen für einen Schmunzler in meinem Gesicht.

    Bitte macht genau so weiter. Es ist wirklich besser als jede andere Comedy-Show.

    Aber das wird auch mein einziger Post bleiben. Ab jetzt bin ich wieder stiller Mitleser!

    Gruß Rutzi

  10. Elisabeth Illg
    wie kommen sie darauf, dass von mansberg und ich ein gespann wären? von mansberg lebt im theater(machen), ich in der wirklichkeit.

    • Clap your hands!

      Gibt es da denn einen Unterschied?

      • Bruns, wo bleibt die Antwort?

        • Kurti
          nicht immer wird alles hier erscheinen, was ich von mir gebe. schmunzel. aber weil sie es sind. natürlich gibt es einen unterschied. er liegt in der bezahlung. schmunzeln. und dann gibt es noch etwas, dass theater kann sich die welt schön machen. wissen sie , warum es die hölle gibt? die katholiken wollen es so.

  11. Hilde Lehmann

    „Wir lassen uns lieber Zeit, als in Hektik zu verfallen“.

    Das ist ja schon an der Bauphase abzulesen. Die Arbeiten am Fundament für das Bauteil Auditorium liefen im August 2012 an. Bis zum Herbst 2013 sollten die Rohbauarbeiten abgeschlossen sein. Das Richtfest für den Gebäudeteil „Audimax“ war für den 11. Januar 2013 vorgesehen und das komplette neue Zentralgebäude sollte dann an Ostern 2014, nach späteren Planungen aber erst bis Ende des Jahres 2014 fertiggestellt sein. Das Richtfest für das gesamte Zentralgebäude war tatsächlich aber erst am 19. Januar 2015. Die Inbetriebnahme des Eingangsbereiches erfolgte im ersten Quartal 2017. Am 11. März wurde dieser Bereich mit einer Eröffnungsfeier eingeweiht. Weitere Auftaktveranstaltungen wurden für die Eröffnungsphase von März bis Oktober 2017 eingeplant. Und Mitte Ende 2018 soll der Innenausbau dann wohl nach und nach fertig werden, so dass die stufenweise Ingebrauchnahme, die von einer Kaskade von Freudenveranstaltungen vorbereitet und begleitet sein wird, wahrscheinlich im Juli 2019 beginnen kann.

  12. Albert Hunold

    Daß Friedrich von Mansberg und Sie ein Gespann wären? Wie eine Dame darauf kommen kann, Bruns? Vielleicht liegt’s daran, daß Sie beide sich aufführen wie ein altes Ehepaar. Sie belfern ständig an ihn dran und er schaut in seine Zeitung und schweigt zurück. Genau wie Mark Twain es beschrieben hat: „Zuerst schuf der liebe Gott den Mansberg, dann schuf er die Frau. Danach tat ihm der Mann leid, und er gab ihm den Tabak.”

  13. Rainer Kungel

    Ich glaube, Friedrich von Mansberg, Klaus Bruns und Sascha Spoun werden glücklich sein, dass unser Bildungs- und Kulturvermarktungszentrum neuen Typs so herrlich leer läufit. Immer bloß an Geld zu denken, erhöht das Burnout-Risiko. Ohne Neid blicken die drei auf das Schlachthofszenario, wo Herr Bahlburg gellend „Vamos!“ ruft und Herr Nahrstedt und seine lieben Freunde exakt solange ein Geheimnis um den ungeeigneten Standort der Arena Lüneburger Land gemacht haben, bis Feldherr Sallier wie durch einen reinen himmlischen Wunderglücksgriff zu sehr ordentlichen Konditionen die Kaufverträge für – man reibt sich die Augen – gerade und genau das richtige Grundstück unterschrieben hatte, mit welchen er jetzt dortselbst dem Kreistag die Rahmenbedingungen für die geplante Hoppe-Halle diktiert.

  14. Hallo Herr Bruns, lieber Herr von Manberg,

    im Leuphi-Biotop an der Scharnhorststraße gibt es inmitten des künstlich geschaffenen Sumpfes eine kleine Insel, die von vielen wie ein Symbol für die Parallelwelt des Lüneburger Campus insgesamt betrachtet wird. Eigentlich war ich auf der Insel, um die Wirkung des dort üppig wachsenden Grases auf die menschliche Psyche zu untersuchen. Das Projekt wurde für die Dauer von zwölf Monaten mit einem Stipendium gefördert. Nach Ablauf der Frist war eine mindestens einhundertfünfzigseitige Abhandlung vorzulegen, andernfalls mußte die Stipendiumssumme komplett zurückgezahlt werden. Ein halbes Jahr war vergangen, und ich hatte noch nicht mehr geschafft, als den verheerenden psychotropen Effekt des Grases zu konstatieren. Es erzeugte ­– wahrscheinlich durch Sporen verbreitete – Angst sowie den zwingenden Eindruck der Sinnlosigkeit jedweden menschlichen Tuns und Trachtens. Deshalb mußte es dauernd gemäht werden. Vor meinem Eintreffen auf der nur von vier Wissenschaftlern bewohnten Insel hatten jene das Mähen nachlässig betrieben und infolgedessen an entsprechenden Zuständen gelitten. Daraus hatte sich für mich die Notwendigkeit ergeben, vom ersten Tag an mit dem Rasenmäher die Ursache der Angst zu bekämpfen, damit überhaupt wieder geforscht werden konnte. Wegen seines schnellen Nachwachsens mußte ich das Inselgras so oft mähen, daß man bald nur noch einen Gartenhelfer in mir sah. Vom Gartenhelfer war es dann nicht weit zum „Mädchen für alles“. Bald war meine Zeit ausgefüllt von diversen Instandhaltungs- und Reparaturarbeiten.

    Können Sie mir erklären, lieber Herr Bruns und lieber Herr von Mansberg, wann ein vielbeschäftigter Batschelohrstudierender wie ich dann noch darüber nachdenken soll, was eigentlich für und was gegen die Verwandlung einer Hochschule in einen Bespaßungstempel für die Jahrmarktskultur des Spektakulären spricht?

    • Rudi
      sie sollten sich von der dämlichen politk nicht beeinflussen lassen. die ,,angeblich,,rote hochburg ist nur dann hoch, wenn sie wirklich rot wäre. in nrw wurde nur gezeigt, wie ,,dämlich,, sich zum beispiel eine sogenannte volkspartei, die schon längst keine mehr ist, verhält. sie sollten nicht über die alten in der politik ihre zeit verschwenden und siich lieber fragen, warum es so wenige junge in der politik gibt. ein bespaßungstempel ist nie ,,nachhaltig,,, verzeihen sie diesen missbrauchten ausdruck. politiker reden nun mal gern stuss. ich hoffe, ihr macht es besser. ich selbst ,werde zu keiner wahl mehr gehen. ich habe kein interesse daran, dieses system dadurch zu unterstützen. würde wahlen in deutschland etwas verändern, wären sie schon längst verboten. warum ist das so? es sind die alten, die dafür sorgen. ich gehe auf die 70 zig zu und weiß leider , wovon ich rede.

    • Rudi
      als scherzkeks dürften sie in die analen der geschichte eingehen. die betonung liegt hier auf anal und eingehen. meine erste antwort wurde rücksichtsvolle weise nicht gebracht. um die ecke denken ,ist nicht jedermanns sache, finden sie nicht? die jugend von heute ist wirklich sehr problematisch. schmunzeln.

  15. Sehr geehrter Ratsherr von Mansberg

    Am 12. März, einen Tag nach dem Einweihungsauftakt des neuen Uni-Zentralgebäudes, von dem die Studierenden ausgeschlossen waren, hat Hans-Herbert Jenckel, der geschäftsführende Redakteur der Landeszeitung, in seinem Online-Forum mit nobler Zurückhaltung formuliert, die Leuphana treibe „nicht das Faktische, sondern das Fantastische“, sie „verstehe es, mit Symbolik, Metaphern und Mythen virtuos an der Lüneburger Uni-Geschichte zu schreiben“. Und er belegte den wortreich weggepolsterten Vorwurf der habituellen Lüge kursorisch folgendermaßen: „Als Prominente mit viel Tamtam den Grundstein für den Libeskind-Bau legten, vermisste niemand die Baugrube, die kam zehn Monate später. Als die Uni vor einem fröstelnden Auditorium im Januar 2015 Richtfest feierte, war nicht alles gerichtet, und am Wochenende bei der Einweihung sah es nicht anders aus. … Wo Fahrstuhl-Begleiter nötig sind, die einen nur bis zum 1. Stock chauffieren, und allerorten Türsteher einem den Durchgang verwehren, liegt der Verdacht nahe, dass eben noch nicht alles bestellt ist.“ Jenckels Fazit: „Ein bisschen Potemkin, scheint’s, ist auf dem Campus im Spiel.“ Und sein Rat: „Es einmal mit Aufrichtigkeit und Transparenz versuchen. Wenn’s teurer wird, dann muss man nicht abwarten, bis es nicht mehr zu verheimlichen ist, auch dazu kann man stehen. Wenn etwas schiefläuft, dann ist das allzu menschlich.“

    Nun erfahren die Lüneburger, dass auch der letzte Baustein, mit dem die Unileitung so etwas wie eine Geheimwaffe bei der Verteidigung ihrer zerschossenen und langsam, aber bitter „dekonstruierten“ sogenannten „Finanzierungsplanung“ zu kolportieren suchte, nur ein Zweckmärchen gewesen ist: „Die 300.000 Euro an Mieteinnahmen“, welche das Universitätsmanagement seit mehreren Jahren behauptet, zur Deckung seines Eigenanteils ab Januar 2016 jährlich mindestens „generieren“ zu können, „indem es Flächen im Libeskind-Bau an Externe vermietet“, waren natürlich nicht zu erzielen und es deutet sich an, dass sie, wie ebenfalls seit Jahren vielfach vorausgesagt, niemals zu erzielen sein werden.

    Jetzt habe ich gelesen, dass es von Hans Christian Andersens berühmten Leuphana-Antizipationsgleichnis schon eine Bearbeitung für das Theater gibt: „Des Kaisers neue Kleider“ für die Bühne eingerichtet von Peter Dehler. Das copyright für den Text hält seit 2006 der Theaterverlag Berlin GmbH. Die Werknutzungsrechte können vertraglich erworben werden von: henschel SCHAUSPIEL, Marienburger Straße 28 in 10405 Berlin. Die Musik von John R. Carlson ist bei Bedarf über das Mecklenburgische Staatstheater in Schwerin zu beziehen, wo am 29. November 2004 die Uraufführung stattfand. Außerdem gibt es auch eine Adaption von Fabian Sattler und Annette Pfisterer für Erwachsene ab fünf Jahren beim Hessischen Landestheater Marburg, wozu Sie das theaterpädagogische Begleitmaterial zur Inszenierung von Fabian Sattler für die Klassenstufen 1 bis 6 aus der Spielzeit 2012/13 hier finden: http://theater-marburg.com/tm/public/upload/Des_Kaisers_neue_Kleider_Theaterpaedagogisches_Begleitmaterial.pdf

    Meine Frage: Wäre es Ihnen, dem professionellen Dramaturgen auf allen Realitätsebenen, nicht möglich, daraus bis Ende November eine Weihnachtsaufführung als Benefiz-Veranstaltung für die notleidende Uni-Kasse mit Herrn Mädge in der Hauptrolle und mit Herrn Keller und Herrn Spoun in den Rollen des ersten und des zweiten Schneiders zu machen? Als Zeremonienmeister würde ich Herrn Althusmann vorschlagen, als Hofrat Herrn Nahrstedt, als Schranzen Frau Lotze und Herrn Pols und als flattrige Kammerfrau die Ministerin Wanka. Beamten, Volk und Wachen werden Sie leicht mit freiwilligen Laienschauspielern aus Rat und Kreistag besetzen können. Als den kleinen Jungen, der in kindlicher Ehrlichkeit am Ende allen Lüneburgern die Augen öffnet, würde ich Michael Zeinert prima finden.

    MlG, Ihr Gunter Petersen

    • Ik smiet mi wech! Denn ma los mit dat dingensdangens !

      • Ingeborg Krist

        Das ist ein Vorhaben, durch das die Kulturen der Kritik und der Aufrichtigkeit an der Leuphana endlich einmal ihre Zusammengehörigkeit demonstrieren können! Ich bin dafür, daß ein Lüneburger Sozialdemokrat es realisiert, durch dessen Adern Theaterblut rauscht.

    • Au ja, Herr von Mansberg, machen Sie das bitte. Ich nehme sofort 24 Karten für die Premiere, wenn die Inszenierung in trocknen tüchern ist!

      • die spd bekommt ihre ausschließeritis zu spüren. kraft hat selbst schuld, die spd hat selbst schuld. in nrw wird eine cdu mit der fdp weiter ihr unheil treiben, oder was soll sich nach einer wahl in deutschland verändern? ein seher sieht . und warum? er hat keine vereinsbrille auf. schmunzeln.

    • Warum so düster heuer, lieber Herr Bruns? Wollen Sie den Nachkommenden das Leben mit Ihrem sich überall hinterdrein wühlenden und herandrängelnden Almännerpessimismus verleiden? In uns selbst liegen die Sterne unseres Glücks, schreibt Heinrich Heine in seinen 1854 veröffentlichten Memoiren.

      Verraten Sie dem geistigen Lüneburg lieber mal, was Sie von Gunter Petersens schönem Festspielvorschlag halten!

      • Gunter Petersens schönem Festspielvorschlag halten!
        es interessiert mich nicht. warum? wir haben andere probleme , als zu feiern und nicht wissen, wie es am besten geht. schmunzeln. ansonsten sehr lustig.

        • Gunter Petersen

          Auch wenn Friedrich von Mansberg, Ihr Freund, Lieblingskontrahent und Bewunderer die Produktion und vielleicht sogar die Regie der Aufführung im Zentralgebäude übernimmt?

          Denn die Leere, auch wenn es nur die in einem bizarren Multimillionen-Palast ist, hat immer etwas Beängstigendes. Denken Sie an den Horror vacui, der nicht nur in den Naturwissenschaften eine prominente Rolle spielt, sondern auch in einem berühmten Film von Rosa von Praunheim aus dem Jahre 1984.

      • Laura Hille
        ich möchte nur wecken und nicht verleiden. sehen sie irgendwo die jugend in der politik? scherze, wie mit 14 wählen zu dürfen , helfen da nicht weiter.,, pupertirende,,
        sind bekanntlich nicht ganz zurechnungfähig. schmunzeln.

        • Alexander Schwake ist doch da! Der möchte den Menschen in der Region und in Lüneburg ein gutes Leben ermöglichen. Seine brillanten Reden haben sogar Bernd Althusmann und Eckhard Pols überzeugt.

        • Und alle düpierten Aspiranten singen seitdem: „Möchten hätten wir auch wollen, aber Dürfen haben wir uns leider nicht getraut.“

        • Ob Herr Schwake es richten wird?

  16. Liebes Läufi-Präsidium

    Fast wöchentlich müssen wir lesen, wie sich Amerikanische Elite-Universitäten um den akademischen Nachwuchs reißen: »Acht US-Elite-Unis wollen diese Teenagerin« (http://www.bild.de/news/ausland/universitaet/mehr-geht-nicht-alle-acht-us-elite-universitaeten-wollen-schuelerin-51157368.bild.html); »Alle Elite-Unis wollen diese 17jährige«; »Alle acht Elite-Unis der USA wollen diesen Schüler«; yada yada yada. Neu dabei ist, daß die umgarnten Jungen und Mädchen gar nicht mal durch einen finanzdynastischen oder sonstwie elitären Hintergrund bestechen, sondern durch Interesse, gute Noten und politisches Engagement. Hä?

    Wie wär’s damit: Die Leuphana als eine dieser Ivy-League-Klitschen sagt ab sofort konsequent allen Anwärter(inne)n EXTRA ab, die sich als besonders talentiert, ehrgeizig und erfolgversprechend abzeichnen. In den Medien heißt es dann: »Alle US-Elite-Unis gieren nach diesem Wunderkind – NUR DIESE EINE NICHT!« Schon ist das Läufi-Prestige noch höher, und es bewerben sich nur noch die wirklich Allergeilsten um eine Stuhlpatenschaft im Libeskind-Bau!

    Gut, nicht?

    Greetings vom Brettergymnasium Oedeme: Jonas Biermann

  17. Rainer Kungel
    15. Mai 2017 at 17:02

    Auch dann nicht, wenn diese in einer großen Sporttasche voller 500-Euro-Scheine stecken?

    auch dann nicht. ich hasse den spruch: wenn du an deren stelle wärst , würdest du dich auch so verhalten. nein!

    • Rainer Kungel

      Klasse! Niemand mag Angeber, Herr Bruns. Zurückgenommenheit dagegen ist gesellschaftlich akzeptiert. Deshalb machen sich in sozialen Netzwerken viele User wichtig, indem sie Angeberei in vermeintlichen Beschwerden verbergen. Die Amerikaner nennen dieses Inszenierungs-Phänomen, dessen Wirkeffekte auch im Leuphana-Präsidium mit viel Bedacht eingesetzt werden, „Humblebragging“. Das Wort ist eine Kombination aus dem englischen Adjektiv „humble“ (bescheiden) und dem Verb „to brag“ (angeben). Hierzulande könnte man diesen Neologismus etwa mit „leidprahlen“ oder „bescheidenheitsprotzen“ übersetzen. Wahrscheinlich war mit Helmut Schmidt die Rolle des deutschen Bescheidenheitsprotzes bisher am besten besetzt. Wollen Sie ihm diesen Rang nun ablaufen?

      • Rainer Kungel
        ich kenne keinen neid und geld ist für mich nur ein notwendiges übel. und da ich übelkeit hasse, besitze ich auch keine gier. für einen menschen wie sie, dürfte dieses unbegreiflich sein. versuchen sie doch mal mit wenig geld auszukommen, es schult ungemein. und man wird automatisch ein glücklicherer mensch. die jagd nach dem schnöden mammon kann so manchen charakter versauen, finden sie nicht?

        • Rainer Kungel

          Herr Bruns, Sie sind Helmut, dem Abkanzler, im Humblebragging schon weit voraus! Als neuer Vize im Präsidium an der Scharnhorsstraße würden Sie bella figura machen! Absolut! Ich stelle mir vor, wie Sie Arm in Arm mit Sascha Spoun auf der äußersten Spitze vom Bugspriet des Libeskind-Gleiters Ihre Zehen strecken und aus 40 Metern Höhe ins Lüneburger Land hinausschmettern: „Leuphana, die kleinste Riesenuniversität der Milchstraße!“

        • Rainer Kungel

          Mangelnde Bereitschaft zur Selbserkenntnis ist dem Leuphanatismus genauso zu eigen wie der Reppenstedter Bescheidenheitsprotzerei. Insofern sind die Voraussetzungen für eine aussichtsreiche Bewerbung als Vizepräsident doch gegeben, lieber Herr Bruns.

  18. Bernd Möller

    Lässt sich der Libeskind-Bau nicht als ¡Vamos! und Volleyballhalle nutzen? Im Erdgeschoss? Eine Win-win-Situation für Hoppe und Spoun! Geld!! Wenigstens für ein, zwei Jahre, bis die Leuphana Veranstaltungs- und Vermarktungsgesellschaft unter Nathalie Heinrich sowie die Leuphana GmbH unter Thorsten Kurtz ein, zwei oder drei marktfähige „Angebote ausgearbeitet, Preise kalkuliert und Formate entwickelt“ haben — während Stadt- und Kreisverwaltung ein großes Gelände oberhalb des Flugplatzes erwerben und zum integralen Sportwaldpark für SVG-Arena und LSK-Stadion nebst Restaurant und Event-Anlage „entwickeln“ konnten?

    • Jürgen Kerber

      Gute Idee!!!!! Rat und Kreistag, aufgreifen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

    • Läßt sich der Libeskind-Bau denn schnell genug von ¡Vamos! zu Volleyballhalle umrüsten und umgekehrt? Und stört das ewige Remmidemmi die Forscher nicht beim Forschen? Oder sind die schon weg, wenn Tausende jubeln und die Subwoofer Bühnen Konzert Lautsprecher-Anlage aufgedreht wird?

  19. Liebe Frau Nathalie Heinrich

    Wie wäre es denn mit einem Veranstaltungsformat der folgenden Güteklasse, um bis 2025 insgesamt drei Millionen Euro einzuspielen:

    „Weltarchitektur kennenlernen“: Fünfhundert von 180.719 Einwohnern in Stadt und Land dürfen am 20. Mai den Libeskind-Bau besichtigen. (Studierende müssen leider draußen bleiben!)

    Und, – falls Sie Herrn von Mansberg treffen -, was halten Sie beide von meiner Gattungsdefinition:

    Zwei Formen, ein Werk: Oper ist Biathlon für Bildungsbürger.

    Tanja Schmid

  20. Der neue Leuphana-Krimi ist da!

    Klappentextauszug:

    »…erzählt die Geschichte einer Frau, der Erfolg und Ruhm zu Kopf steigen, die Familie und Freunde zugunsten von Geld und Karriere verrät, die im Morast aus Drogen und Sex unterzugehen droht und die letztlich einsehen muß, daß sie alles richtig gemacht hat.«

    Cornelius

    • Gabi Obermann

      Den muß ich haben. Mals seh’n, ob das Fantastische mit dem Faktischen mithalten kann. Krieg ich den bei Unibuch?

  21. Heiko Dittmer

    Endlich wird die Leuphana-Finanzierungsplanung des Libeskind-Baus mal Gegenstand einer kritischen Diskussion. Besser als nie!

  22. Und Sie, Karlheinz Fahrenwaldt

    Haben die letzten Monate des Stühlerückens im Leuphana-Management und im Lüneburger Politbetrieb als »ein von David Lynch inszeniertes ›House of Cards‹« umschrieben. Davon abgesehen, daß es mittlerweile selbst beim satirefremdesten Themenplakatierer en vogue zu sein scheint, zwar ungewöhnliche, aber simpelste Umstände als »lynchesk« zu bezeichnen, möchten wir wissen, was Sie uns mit dem Vergleich genau sagen wollen? Ist der Lüneburger Rat in weiße und schwarze Hütten geteilt? Sind die ganzen Landtagsnominierungen bloß ein Traum? Offenbart die Moßmann-Wahl gar unterdrückte sexuelle Komplexe eines ganzen Landkreises? Regiert bald ein weißes Pferd als Vize im Leuphana-Palast? Hat Niels Webersinn Korn gestohlen? Steckt Hannelore Kraft in Andrea Schröder-Ehlers? Was zum Teufel, Fahrenwaldt, wollen Sie uns sagen? Müssen wir erst selber googeln?

    Übelster Mindfuck: Petra Bahr

    • kennen sie kimme, korn ,rann? das korn hat niels webersinn bestimmt nicht gestohlen. schmunzeln.

    • Karlheinz Fahrenwaldt

      Der Ausschuss „Strukturförderfonds“ des Landkreises hat den Antrag der Stadt auf einen Zuschuss zur Suche von Blindgängern im Lüneburger Rathaus abgelehnt. Sorry – nicht im Rathaus – im Sitzungssaal des Landkreises 😉 . MWK hat beschlossen, die Fassaden von Leuphi zwecks Vermarktung an den Lüneburger Alpenverein zu vermieten, dort sollen Kletterwege mit verschiedenen Schwierigkeitsgraden entstehen und im Keller wird Keller eine Malteser Falkenzucht im Rahmen eines Joint venture Projektes mit Saudi Arabien eröffnen. Die Maschinen für die Ingenieure kommen zu Homann nach Dissen. Stellvertretender Unipräsident wird Chuck Norris. Und was Moosmann betrifft: auch darüber wird Gras wachsen. Und der Teufel steckt im Detail!

      • @Karlheinz Fahrenwaldt

        Leuphanatisme! Enrichissez-vous!

        Das wären meine Vorschläge für Werbe-Claims. Der erste für die Kletterzinker, der zweite für die Kellerzüchter. Und der Wahlspruch des neuen Sportparks mit Stadion, Arena und diversen Eventlocations oberhalb des Flugplatzes wird lauten: Make TKK great again!

  23. Hermann Kules

    Kaum was los im Zentralgebäude? Wie wird sich das ändern lassen? Mal fertigstellen den Bau? Dann einrichten und Studierende reinlassen? Endlich mit Forschung und Lehre beginnen?

  24. Waltraut Strotzki

    Wat ham hier alle imma mitm Fidde von Mansberg? Is der denn nich längs beim Land? Der hat doch am Bockelsberg seine Fingers nichmehr im Theater drinne! Oder?

  25. Liebe Ratsdame Claudia Schmidt

    was Münster von Lüneburg im Hinblick auf das Nutzen von dysfunktionalen und halbfertigen Protzpalästen à la Zentralgebäude lernen kann, ist schwer zu sagen. Aber was Lüneburg von Münster im Hinblick auf moderne, zeitgemäße Verkehrspolitik und Fahrradfreundlichkeit lernen kann, darauf finden Sie erste aktuelle Hinweise hier: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/neue-mobilitaet/fahrradfreundlichste-stadt-was-andere-staedte-von-muenster-lernen-koennen-15023519.html

    LG, Dörte Meinert

    • Simone Krüger

      Gute Frage an die Ratsdame Claudia Schmidt. Wäre auch mal einen gesalzenen Meinungsartikel von Hans-Herbert Jenckel wert die Sache! Ich meine, sieben Millionen in einen Renommierbau, mit dem die Uni jetzt nix anfangen kann, aber die notwendigen und von den Bürgern gewollten Pläne für den Ausbau der Fahrradstadt eins ums andere Jahr wieder an Geldmangel scheitern lassen? Geht gar nicht!

    • Hallo Ratsdame Claudia Schmidt

      sowie Dörte Meinert und Simone Krüger,

      Lüneburgs mieses Abschneiden im Fahrradklima-Test erläutert heute kritisch Anna Paarmann von der LZ: https://www.landeszeitung.de/blog/aktuelles/699392-adfc-lueneburg

      Vielleicht lassen sich die beiden großen Räume im Erdgeschoss des Libeskind-Bauwerks ja einige Jahre lang für die theoretische und praktische Verkehrserziehung von Grundschülern aus dem Landkreis nutzen, die im Audimax bei jedem Wetter richtiges Verhalten im Straßenverkehr mithilfe von Fahrrädern, Kettcars und kleinen Solarmobilen und Elektroautos auf realitätsechten Parcours trainieren, welche leicht auf- und wieder abgebaut werden können? Als eine Station von Klassenfahrten, bevor es weiter auf den MTV-Sportplatz, ins Museum und/oder ins Freibad geht?

      Olaf Kunert

  26. Hinrich Knacke

    Vamos und Volleyball passen nicht zum Leuphanazentrum. Parteitage auch nicht. Zuviel Unruhe. Das kann es wohl auch nicht sein. Mehr als den zehnten Teil einer Milliarde in Beton und Zinkplatten stecken, um Halligalli damit zu machen. Wollte die Geschäftsleitung nicht Gottesdienste in dem Bau abhalten? Für fromme Menschen aus allen Glaubensrichtungen? Bei der Fertigstellung muss ein Zahn zugelegt werden. Wenn auch die oberen Stockwerke irgendwann betreten werden können, wird man schon herausfinden, wozu diese zu gebrauchen sind.

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