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Niemals brennendes Fett mit Wasser löschen: Denn was dann passiert, demonstriert Niklas Ostermann beim Tag der offenen Tür der Bleckeder Feuerwehr. Foto: t&w

Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr Bleckede

Bleckede. Der eine oder andere Besucher hätte sich vielleicht etwas schöneres Wetter am Sonnabend gewünscht. Heiko Deetz und Dennis Kiesewalter waren zweifellos froh darüber, dass die Temperaturen aber noch mehr an den April und weniger an den sonnigen Mai erinnerten. Die beiden Feuerwehrmänner waren schließlich anlässlich des „Tages der offenen Tür“ der Bleckeder Feuerwehr mit Vollschutzanzügen unterwegs. Eine schweißtreibende Angelegenheit – selbst dann, wenn die Blauröcke nicht zu einem Großbrand oder einem Chemieunfall ausrücken müssen.

Lehrgänge am Übungsdeich

„Wir retten Bleckede“: Unter diesem Motto präsentierten Stadtbrandmeister Henning Banse und seine Kameraden eine beeindruckende Leistungsschau auf dem gesamten

Das ist keine Begegnung mit einem Außerirdischen: Jannes (7) schaut nur interessiert durch das Sichtfenster von Dennis Kiesewalter. Im blauen Anzug steckt Heiko Deetz, der Vater von Jannes. Fotos: t&w

Gelände des Feuerwehrhauses. Besonders stolz sind die Bleckeder Brand- und Katastrophenschützer auf den maßstabgetreuen Übungsdeich auf ihrem Areal. „Hier können wir Lehrgänge durchführen und die Deichverteidigung üben“, erklärt Banse. Das Bauwerk auf dem Feuerwehr-Areal ist so konzipiert, dass auch diverse Schadenslagen eingespielt werden können – etwa Leckagen im Deich. Vom Artlenburger Deichverband war Deichhauptmann Hartmut Burmester zugegen. Mitgebracht hatte er eine der vier Sandsackfüllmaschinen. „Zwei dieser Abfüllanlagen stehen beim Artlenburger, die anderen beiden beim Neuhausener Deichverband“, berichtet Burmester. Jede Maschine verfügt über sieben Abfüllstationen. „Selbst ungeübte Mannschaften schaffen es mit Hilfe der Maschine bis zu 4500 Säcke in der Stunde zu befüllen“, sagt Burmester.

So wie bei dieser Vorführung am Sonnabend sieht es auch im Ernstfall aus: Feuerwehr und Bundeswehr arbeiten bei der Deichverteidigung Hand in Hand.

Wie wichtig gutes Equipment für die Deichverteidigung ist, haben die Bleckeder, aber auch die anderen Elbanrainer zuletzt beim Elbe-Hochwasser 2013 erfahren. Nicht zuletzt aus diesem Ereignis haben Landkreis, Stadt und Feuerwehr-Führung ihre Lehren gezogen und für 300 000 Euro eine örtliche Einsatzleitung bei der Bleckeder Feuerwehr installiert, die als Kommunikationszentrale bei Hoc

hwasser und anderen Sonderlagen dient. „Beispielsweise im November vergangenen Jahres, als durch den harschen Wintereinbruch etliche Bäume umgestürzt und viele Straßen nicht mehr befahrbar waren“, erinnert Bleckedes Bürgermeister Jens Böther (CDU).

Neue Drehleiter in Dienst gestellt

Freuen dürfen sich die Bleckeder Feuerwehrmänner und -frauen auch über eine „neue“ Drehleiter. 80 000 Euro hat deren Anschaffung gekostet. Sie löst die 40 Jahre alte Drehleiter ab, die nicht mehr zeitgemäß und nur mit hohem finanziellen und technischen Aufwand einsatzfähig gehalten werden konnte. Fabrikneu ist allerdings auch die neue Drehleiter nicht. Sie bringt es bereits auf 20 Einsatzjahre und ist damit halb so alt wie die jetzt ausgemusterte. „Für unsere Einsatz-Szenarien aber ist sie bestens geeignet“, sagt Böther. Bleckede ist damit neben den Feuerwehren in Lüneburg, Bardowick und Amelinghausen die einzige Feuerwehr im Landkreis, die in ihrem Fuhrpark über eine Drehleiter verfügt.

Den zahlreichen Besuchern wurden allerdings nicht nur die Fahrzeuge präsentiert und das Feuerwehrhaus geöffnet, zahlreiche Aktionen und Vorführungen rundeten den Tag der offenen Tür ab. So zeigten beispielsweise die Feuerwehrtrainer der Melbecker Wehr, wie gefährlich Fettbrände sein können, wie die Feuerwehr bei Verkehrsunfällen Verletzte aus dem Wrack rettet wurde ebenso gezeigt wie ein Einsatz der Rettungshundestaffel des DRK. Und auch die Bundeswehr war vor Ort – auf Einladung der Bleckeder Feuerwehr. 2013 hatte die 2. Kompanie des Artillerie-Lehrbataillons 325 mitgeholfen, die Bleckeder Deiche zu schützen. Seitdem besteht eine enge Verbindung zwischen den Blauröcken und den Flecktarnträgern.

Von Klaus Reschke