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Klein, aber fein ist das Baugebiet auf dem ehemaligen LSK-Platz in Wilschenbruch: Es ist das teuerste Pflaster Lüneburgs. Foto: t&w

Preise für Wohnraum in Lüneburg weiter steigend

Lüneburg. Die Immobilienpreise in Lüneburg kennen seit Jahren nur einen Weg: steil nach oben. Und ein Ende scheint nicht in Sicht. Experten haben jetzt eine deutschlandweite Kaufpreisprognose bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Danach gehört der Landkreis Lüneburg zu den Regionen, in denen die Preise am stärksten klettern. Unter bundesweit 402 Kreisen und kreisfreien Städten kommt Lüneburg auf Rang 34. Die Studie „Wohnatlas 2017“ im Auftrag der Postbank prophezeit in und rund um die Hansestadt ein dauerhaftes jährliches Wachstum von 1,06 Prozent.

Süden Deutschlands Spitzenreiter

Im Vergleich der Regionen bleibt vor allem der Süden Deutschlands ein teures Pflaster. Obwohl die Preise dort eh schon gepfeffert sind, werden sie in den meisten Regionen weiterhin steigen, sagen die Experten voraus. In den zehn Regionen mit der stärksten Steigerung sind gleich sieben bayerische Kreise zu finden. Drei dieser Kreise – Erding, Landkreis München und Ebersberg – zählen zum Speckgürtel der Landeshauptstadt.

In Norddeutschland gibt es dagegen nur drei Regionen, in denen die Immobilienpreise laut Prognose noch stärker anziehen als in Lüneburg, und zwar in Vechta, Oldenburg und im Emsland. Damit ist ein Immobilienkauf in Lüneburg nach Einschätzung der Macher der Studie weiterhin eine gute Altersvorsorge.

Die Berechnungen für 402 kreisfreie Städte und Landkreise hat das Hamburgische WeltWirtschaftsInstitut (HWWI) vorgenommen. Anhand verschiedener Regionaldaten zur Bevölkerungs- und Altersstruktur, Haushaltsgröße, Einkommensentwicklung und Wohnausgaben wurde die Nachfrageentwicklung berechnet. Sowohl die Entwicklung der Nachfrage wie auch des Angebots flossen in die Rangliste ein. Für Lüneburg geht die Studie auch für einen weiteren Bevölkerungszuwachs von jährlich 0,18 Prozent aus.

Der Grundstücksmarktbericht für Lüneburg, den die LZ im Februar vorgestellt hatte, nennt konkrete Preise, basierend auf abgeschlossenen Kaufverträgen. Ein zehn Jahre altes freistehendes Einfamilienhaus lag danach im vergangenen Jahr bei 341 000 Euro, ein etwa 40 Jahre altes Haus erzielte im Schnitt einen Kaufpreis von 219 000 Euro.

Niedrigzinsen und Wohnungsmangel als Hauptursachen

Für den Boom gibt es mehrere Gründe, neben den Niedrigzinsen bei Immobilienkrediten gilt Wohnungsmangel als eine der Hauptursachen für steigende Preise, die sich letztlich auch auf die Mieten auswirken. Die Stadt Lüneburg hat deshalb bekannlich ein Wohnungsbauprogramm aufgelegt, doch den Forderungen nach mehr Neubauten, die immer wieder erhoben werden, steht die Sorge vor weiterer Flächenversiegelung und zunehmendem Verkehr gegenüber. Gerade was den Einfamilienhausbau angeht, stehen gerade im Stadtgebiet nicht unbegrenzt Flächen zur Verfügung – zumal nach dem Bauboom der jüngsten Vergangenheit. Die Politik hatte sich deshalb auf einen Grüngürtel-West verständigt, um Teile der städtischen Peripherie von einer weiteren Bebauung auszunehmen.

Trotz steigender Preise sollten Kaufinteressierte ihr Investment vorab genau prüfen, raten die Experten. Denn in einigen Regionen würden zwar gute oder stabile Wertentwicklungen erwartet, aber bei besonders hohen Forderungen bestehe das Risiko, dass Wertgewinne bereits spekulativ in die aktuellen Wohnungspreise eingeflossen sind.

Von Alexander Hempelmann