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Überfall an St. Johannis möglicherweise nur ein Sturz

Lüneburg. Der 23-Jährige ist noch immer im Krankenhaus, doch inzwischen geht die Polizei davon aus, dass seine Verletzungen von einem Sturz herrühren und es den zunächst geschilderten Angriff (LZ berichtete) gar nicht gegeben hat.

Fall schlug Wellen in sozialen Netzwerken

Der Fall des jungen Mannes in der Nacht zum 1. Mai war über soziale Medien im Internet schnell und fleißig verbreitet worden. Von einem hinterhältigen Überfall war da die Rede, mehrere Personen hätten ihn brutal angegriffen. Die Polizei suchte Zeugen des vermeintlichen Angriffs, der sich gegen 1.45 Uhr im Bereich der St. Johanniskirche ereignet haben soll, startete Aufrufe auf allen Kanälen – indes niemand meldete sich.

Polizeisprecher Kai Richter sagt nun: „In Absprache mit dem jungen Mann haben wir die Verletzungen von einem Rechtsmediziner untersuchen lassen.“ Dessen Gutachten widerspreche den ersten Darstellungen. „Es gibt keine Anzeichen von Gewalteinwirkungen mit einem Gegenstand, stattdessen sprechen die Verletzungen mit hoher Wahrscheinlichkeit für einen Sturz auf das dortige Kopfsteinpflaster.“

Inzwischen ist auch der anfangs so fleißig geteilte Aufruf im Internet, in dem Zeugen für den „brutalen Überfall“ gesucht wurden, fast überall wieder verschwunden. Von der Polizei heißt es nun: Der junge Mann sei „sehr kooperativ“, könne sich aber nicht mehr an die Nacht erinnern, in der auch Alkohol eine Rolle gespielt haben soll. Denn der 23-Jährige war zuvor mit Freunden unterwegs. Richter: „Objektiv gibt es also keine Hinweise auf einen Angriff, wobei wir nicht gänzlich ausschließen können, dass der Mann geschubst wurde. Wir ermitteln weiter.“ lz