Donnerstag , 22. Februar 2018
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Valentina Bucâtaru hat in Neetze die ersten reifen Erdbeeren gepflückt. Die wachsen allerdings noch in Folientunneln. Foto: t&w

Winsen und Neetze starten Erdbeer-Ernte

Neetze. Die Erdbeersaison hat begonnen. Rund vier Wochen vor der Haupterntezeit im Freiland lässt der Spargelhof Strampe in Neetze bereits die ersten reifen Frü chte aus Folientunneln pflücken. „Zwischen 100 und 150 Kilogramm waren es gestern“, sagt Obstbauer Max Strampe. Eine 400-Gramm-Schale kostet derzeit 4,50 Euro. „Die Saison hat gerade erst begonnen. Je größer das Angebot wird, desto günstiger werden sie. Nächste Woche geht‘s richtig los.“ Zur Hauptsaison werden dann bis zu zwei Tonnen der roten Vitaminbomben täglich geerntet.

Früchte in Tunneln

Elf weiße, bogenförmige Folientunnel stehen nebeneinander auf einem Feld, nicht weit vom Spargelhof Strampe entfernt. Ein Tunnel ist 150 Meter lang, sechs Meter breit, drei Meter hoch. Darin befinden sich jeweils drei, mit schwarzer Folie eingepackte Erddämme. Auf jedem Damm blühen zwei Reihen der Obstpflanzen – insgesamt rund 4500 Stück beherbergt jeder Folientunnel. Ein Tropfschlauch sorgt in jedem Damm für die nötige Bewässerung sowie die Düngung der Erdbeer-Pflanzen.

Mit langsamen Schritten läuft Max Strampe durch die langen Reihen, links und rechts hängen die ersten roten Früchte von den Dämmen herab. Eine Kostprobe: „Lecker! Schön süß.“ Er ist zufrieden mit der ersten Ernte. Immer wieder brummt eine dicke Hummel an seinem Kopf vorbei, landet auf einer der weißen Blüten. Rund 600 Tiere fliegen durch jeden Folientunnel, leisten dabei einen wichtigen Beitrag zum Erdbeeranbau.

Frost für die Ernte fatal

„Wir haben hier drin extra Hummelkästen platziert, damit die Tiere die Blüten bestäuben“, erklärt der 22-jährige Obstbauer. Hummeln seien besonders robust, zum Beispiel gegen Hitze. „In den Tunneln kann es ganz schön warm werden.“ Wenig später, als die Sonne gestern Mittag über Neetze herauskommt, ist das auch sofort zu spüren. „Da müssen wir immer schnell reagieren und die Türen öffnen, die Belüftung ist wichtig“, erklärt Strampe junior. Denn bei 20 Grad Lufttemperatur fühlten die roten Früchte sich am wohlsten. Es dürfe weder zu heiß noch zu kalt sein und auch nicht zu luftfeucht.

Vor allem nachts sei deshalb besondere Achtsamkeit geboten. Frostschäden an den Pflanzen wären fatal für die Ernte. Zum Schutz werden die Pflanzen deshalb mit einem Fleece bedeckt und die Tunnel geschlossen. Auf den Freilandfeldern dient außerdem die Bewässerung des Fleeces als weiteres Frostschutzmittel: „Das nasse Fleece gefriert und es bildet sich eine Eisschicht. Durch den Wechsel des Aggregatzustandes des Wassers von flüssig zu fest entsteht Wärme, die Blüte und Frucht vor Frost schützt“, erklärt Max Strampe das Verfahren. Gravierende Einbußen habe der Betrieb dieses Jahr aber nicht zu verzeichnen. „Höchstens ein bis zwei Prozent, das ist aber nichts Schlimmes.“

Nicht verschont geblieben ist hingegen der Erdbeer- und Spargelhof Löscher aus Hoopte bei Winsen/Luhe. „Es sind durchaus Ernteausfälle zu erwarten. Das langanhaltende schlechte Wetter hat uns in der Ernte außerdem 14 Tage nach hinten geworfen“, sagt Felix Löscher. Doch Ende vergangener Woche konnten auch dort endlich die ersten Erdbeeren aus Folientunneln geerntet werden. Ende Mai rechne man dann auf den Freilandfeldern, auf denen dennoch Fleece und Folie genutzt wird, mit den ersten Erdbeeren. Selbstpflücker müssen sich aber noch ein wenig gedulden: Da das Feld zwischen Reppenstedt und Lüneburg ohne die Hilfe von Verfrühungsmethoden bewirtschaftet wird, können dort Anfang/Mitte Juni die ersten roten Früchtchen gepflückt werden.

Von Patricia Luft