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Der kleine Pfad zum alten Dorfwaschplatz gehört zu den Kleinoden in Kirchgellersen und könnte auch bei der Dorfentwicklung eine Rolle spielen. Foto: t&w

Frischzellenkur für Gellerser Dörfergemeinschaft

Kirchgellersen. Rund 100 Interessierte nahmen an der Auftaktveranstaltung für die „Dorfentwicklung Gellersen“ in der Aula der Grundschule Kirchgellersen teil. Vertreter des Amts für regionale Landesentwicklung informierten neben dem Ortsplaner über die Fördermöglicheiten sowohl für öffentliche als auch private Baumaßnahmen. Mit der Aufstellung des gemeinsamen Dorfentwicklungsplanes für Kirchgellersen, Westergellersen sowie den Reppenstedter Ortsteil Dachtmissen ist das Lüneburger Planungsbüro Patt beauftragt.

Anregungen der Einwohner sind gefragt

Als wichtige Grundlage für die Planungen sind aber Anregungen und Ideen der Einwohner gefragt. „Zirka 45 Personen haben sich bereits für den Arbeitskreis Dorfentwicklung in Teilnehmerlisten eingetragen“, sagt Gellersens Bauamtsleiterin Susanne Stille. Weitere Interessierte sind willkommen, vor allem wenn als nächstes die „Dorfwerkstatt“ stattfindet.

„Mitmachen kann jeder Bürger aus den teilnehmenden Orten, der daran interessiert ist, die Entwicklung seines Dorfes für die kommenden Jahre aktiv voranzutreiben“, sagt Stille. Das Land Niedersachsen hatte Dachtmissen, Kirchgellersen und Westergellersen nach der zweiten Bewerbung im vergangenen Jahr als Dorfregion in sein Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen (LZ berichtete).

Die Zielsetzungen der Dorfentwicklung sind vielfältig: Ein zentrales Anliegen ist beispielsweise die Stärkung dorftypischer Elemente und die Verbesserung der Wohn- und Lebensqualität. Weitere Themen sind die Pflege und behutsame Weiterentwicklung des Ortsbildes bis hin zu Ausbau und Gestaltung des innerörtlichen Straßennetzes. Neben den Gemeinden können letztlich aber auch private Eigentümer von Haus und Hof von der Dorfentwicklung profitieren.

Förderung auch für private Bauvorhaben

Der Regelfördersatz für private Antragsteller beträgt 25 Prozent der förderfähigen Baukosten, höchstens aber 30 Prozent beziehungsweise maximal 50 000 Euro. Gefördert werden können Maßnahmen, die der Erhaltung von ortsbildprägenden Gebäuden – bis Baujahr zirka 1955 – inklusive der Hof-, Garten und Grünflächen dienen. Gebäude jüngeren Baudatums können ebenfalls in die Förderung hineinkommen, wenn es beispielsweise um die Umnutzung von Gebäuden land- und forstwirtschaftlicher Betriebe geht für Wohn-, Arbeits-, Fremdenverkehrs-, Freizeit-, öffentliche oder gemeinschaftliche Zwecke. Hier kann der Förderzuschuss 25 bis 35 Prozent betragen, maximal aber 150 000 Euro.

Die Fördersätze für öffentliche Maßnahmen hängen von der Steuereinnahmekraft der jeweiligen Kommune ab. Die Regelfördersätze betragen für Kirchgellersen 53 Prozent, für Westergellersen 63 Prozent und für Dachtmissen ebenfalls 63 Prozent. Dabei ist jeweils noch ein Zuschlag von zehn Prozent möglich, beispielsweise für überörtliche Projekte im Rahmen der Dorfregion.
Stichtag für Anträge ist jeweils der 15. September eines Jahres. Mit der Baumaßnahme darf aber noch nicht begonnen worden sein und es besteht kein grundsätzlicher Anspruch auf Förderung, heißt es.

Nach der Auftaktveranstaltung sind jetzt die Anregungen und Ideen der Einwohner bei der sogenannten Dorfwerkstatt gefragt am Sonnabend, 13. Mai, von 9.30 bis 13 Uhr in der Aula der Grundschule Kirchgellersen. Für Imbiss und Getränke wird gesorgt.

Von Dennis Thomas

Teilnahme ist jederzeit möglich

Zusätzlich zur Dorfwerkstatt am 13. Mai sind insgesamt drei Dorfrundgänge geplant, um mögliche Maßnahmen vor Ort zu besprechen. Der erste Dorfrundgang findet statt in Dachtmissen am Freitag, 19. Mai, von 17 bis 19 Uhr, Treffpunkt ist am Dorfgemeinschaftshaus.

In Westergellersen startet der Dorfrundgang am Sonnabend, 20. Mai, von 10 bis 12.30 Uhr, Treffpunkt ist an der Grundschule Westergellersen. Den Abschluss macht die Gemeinde Kirchgellersen am Sonnabend, 17. Juni, von 10 bis 12.30 Uhr. Die Teilnehmer des Rundgangs starten an der Grundschule Kirchgellersen.