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Noch ist das illegal: Radfahrer wünschen sich schon lange freie Fahrt in beiden Richtungen in der Lüner Straße. Foto: t&w

Lüner Straße: Endlich legal im Gegenverkehr

Lüneburg. Knapp zwanzig Jahre hat es seit der ersten Anfrage gedauert, nun soll sie kommen, die durchgehende Befahrbarkeit der Lüner Straße für Fahrräder in bei den Richtungen. Das hat der Verkehrsausschuss der Stadt einstimmig bei einer Enthaltung beschlossen. Bis zum Sommer will die Stadt die Voraussetzungen für das Radeln im Gegenverkehr geschaffen haben.

Tropfen soll Aufmerksamkeit erzeugen

Der Ausschuss, dem ein entsprechender Antrag der Jamaika-Gruppe zur Entscheidung vorgelegt wurde, folgte dem Vorschlag der Stadt, der ein zweistufiges Verfahren für die Anpassung der Lüner Straße zwischen Bardowicker Straße und Rotehahnstraße vorsieht (LZ berichtete). So soll zunächst im Einmündungsbereich an der Bardowicker Straße mittels Fahrbahnmarkierung in Form eines Tropfens ein Schutzstreifen neben dem Schuhhaus Schnabel angelegt werden. Dieser soll den einfahrenden motorisierten Verkehr auf mögliche entgegenkommende Radfahrer aufmerksam machen und ihnen zugleich einen Schutzraum bieten. Wegen der geringen Straßenbreite sollen gleichzeitig drei der auf der anderen Straßenseite vorhandenen Parkplätze entfernt werden. Die Lüner Straße soll auch komplett Tempo-30-Zone werden.

In einem zweiten Schritt soll im kommenden Jahr im Zusammenhang mit der Umgestaltung der Bardowicker Straße der Gehweg in diesem Bereich von gegenwärtig 1,40 auf 2,50 Meter verbreitert werden. Hierzu müssen dann nochmals ein bis zwei Parkplätze weichen.

Den Knoten endlichen durchschlagen

„Noch ist nicht alles bis ins Letzte feinabgestimmt“, sagte Verkehrsdezernent Markus Moßmann, der dazu einen Ortstermin ankündigte. Zwar begrüßten alle Ausschussmitglieder den Vorschlag der Stadt, doch es gab auch kritische Anmerkungen. So wies Birte Schellmann (FDP) auf Gefahrenpotenzial durch im Einmündungsbereich plötzlich „herausschießende Radfahrer“ in die Bardowicker Straße hin, Heiko Meyer (SPD-Fraktion), der sich bei der Abstimmung enthielt, sah die Fußgänger am Schuhhaus Schnabel gefährdet und Einnahmen aus den Parkgebühren für die Stadt schwinden: „Zigtausende Euro fallen weg, wie wollen Sie das auffangen?“, fragte er in Richtung der Antragsteller.

Ulrich Löb (Grüne) empfahl, das Problem „nicht zu überspitzen“, Autofahrer könnten damit umgehen. Michèl Pauly (Linke) bedauerte, dass die Polizei dem Vorschlag kritisch gegenüberstehe. Er hätte sich mit Blick auf die vielen dort bereits illegal fahrenden Radler die „Abschaffung der Illegalität durch Legalisierung“ gewünscht.

Am Ende folgte der Ausschuss seinem Vorsitzenden Jens-Peter Schultz (SPD), der dazu aufgerufen hatte: „Schlagen Sie den Knoten endlich durch!“

Von Ulf Stüwe