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Seit Beginn des Schuljahrs 2016/17 beschäftigt sich die Klasse 7a des Gymnasiums Lüneburger Heide mit dem Handy – am 16. Juni dürfen sie ihre Erkenntnisse bei der „IdeenExpo“ präsentieren. Foto: pet

IdeenExpo: Handys im Unterricht werden belohnt

Melbeck. Handy im Unterricht? Undenkbar ist das in aller Regel in Schulen. Für die Mädchen und Jungen der Klasse 7a des Gymnasiums Lüneburger Heide (GLH) in Melbeck ist das im laufenden Schuljahr anders – sie beschäftigen sich seit dem vergangenen Sommer intensiv mit dem Handy und dürfen ihre Erkenntnisse nun bei der „IdeenExpo“ in Hannover vorstellen. Aus dem Landkreis sind die Melbecker die einzigen, die sich bei Deutschlands größtem Jugend-Event für Naturwissenschaften und Technik präsentieren dürfen.

Den Sprung nach Hannover zu schaffen, war dabei gar nicht so einfach: Die Autostadt Wolfsburg und das Kultusministerium wählten aus zahlreichen Bewerbungen aus ganz Niedersachsen zwölf Schulen aller Stufen aus, die auf dem Stand der Autostadt ihre Projekte vorstellen dürfen – das GLH war dabei.

In Sachen Handy „geforscht“ wurde vor allem bei Lehrer Uwe Wendt im Rahmen des Unterrichts „New Media“, der den Kindern „den sinnvollen Umgang mit den elektronischen Medien“ vermitteln soll.

Der New-Media-Unterricht wird am Gymnasium Lüneburger Heide jeweils in der 6. und 7. Klasse erteilt, berichtet die stellvertretende Schulleiterin Dr. Antje Reichelt. „Fächerübergreifend“ war das Handy aber auch Thema im Biologie-, Erdkunde-, Chemie- und Deutschunterricht.

Dabei gab es für die GLH-Schüler durchaus Neues zu entdecken. Wie viele seltene Rohstoffe etwa für die Handyproduktion benötigt werden, wusste Isobel vorher nicht.

Umfragen unter Schülern, Eltern und Lehrern

Unter welch schlechten Bedingungen viele Menschen beim Abbau dieser Rohstoffe arbeiten, erfuhr Zoe. Und dass die Förderung der benötigten Rohstoffe durchaus nicht auf Dauer sicher ist, weil sie aus Ländern, in denen auch Kriege geführt werden stammen, hat Leonard gelernt.

Zwei Umfragen sind ebenso Bestandteil des Projekts – bei Eltern und Lehrern sowie bei Schülern. Und das mit interessanten Resultaten. So ergab die Untersuchung, dass fast die Hälfte der Schüler (46,8 Prozent) täglich zwei bis drei Stunden „am Handy ist“, 41,5 Prozent der Befragten gaben einen Konsum von ein bis zwei Stunden an. Dass sie alle Funktionen kennen, glauben 54,3 Prozent der Jugendlichen, 45,7 Prozent glauben das nicht.

Unter Eltern und Lehrern können sich 78,3 Prozent einen Urlaub auch ohne Handy „schön“ vorstellen, nur 21,7 Prozent können das nicht. Gemeinsamer Favorit unter den sozialen Netzwerken bei Eltern und Lehrern ebenso wie bei Schülern ist „WhatsApp“ mit 88,6 bzw. 97,9 Prozent. Kaum noch Bedeutung hat „Twitter“ mit 2,7 bzw. 22,3 Prozent.

Die „IdeenExpo“ findet vom 10. bis 18. Juni auf dem Messegelände in Hannover statt. Die Jugendlichen aus der Klasse 7a des GLH machen sich am Freitag, 16. Juni, auf den Weg in die niedersächsische Landeshauptstadt, um ihr Projekt vorzustellen.

Weitere Informationen zur „IdeenExpo“ in Hannover finden Interessierte es im Internet unter der Adresse: www.ideenexpo.de.

Von Ingo Petersen