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Die Sprecher des Grünen-Kreisverbands, Oliver Kraemer (l.) und Claudia Schmidt, gratulieren Detlev Schulz-Hendel mit einem bienenfreundlichen Blumenstrauß. Foto: dth

Kandidatenkür der Grünen: Durchmarsch für Detlev Schulz-Hendel

Reppenstedt. Eine Kampfabstimmung blieb diesmal im Reppenstedter Porthhof aus: Die Mitglieder des Kreisverbands Lüneburg der Grünen kürten am Mittwochabend den Amelinghausener Detlev Schulz-Hendel (55) als einzigen Bewerber zum Direktkandidaten im Wahlkreis 49 (Lüneburg) für die niedersächsische Landtagswahl am 14. Januar 2018. Von 34 stimmberechtigten Parteimitgliedern votierten 32 (94,1 Prozent) für Schulz-Hendels Kandidatur, zwei stimmten mit Nein. In seiner Bewerbungsrede sprach er sich unter anderem für eine Absenkung des Wahlalters auf 14 Jahre aus.

„In diesen Zeiten, wo Rechtspopulisten gegen die kulturelle Vielfalt hetzen und Parteien wie die AfD wieder das Völkische propagieren, da müssen gerade wir mit Grünen Grundwerten entschieden gegenhalten“, warb Schulz-Hendel vor anfangs rund 40 Zuhörern für „klare Kante gegen Rechts und jede Form von Rassismus“.

Schulz-Hendel für Wählen mit 14

Zudem müsse die Politik den Menschen nicht nur besser zuhören, sondern auch die Mitspracherechte, insbesondere von Kindern und Jugendlichen fördern. Konkret griff Schulz-Hendel eine Forderung aus dem Grünen-Wahlprogramm auf, das Wahlalter auf 14 Jahre abzusenken. „Politische Teilhabe und Beteiligung an demokratischen Prozessen ist keine Frage des biologischen Alters.“ Auf eine spätere Frage eines Familienvaters aus dem Publikum, ob das wirklich eine so gute Idee sei, verwies der Amelinghausener Kommunalpolitiker auf Beispiele aus seiner Samtgemeinde. Jugendbeteiligungsprojekte wie „Rockt den Rat“ oder die „Heidekasse“ würden belegen, dass das Interesse Jugendlicher, Politik mitzugestalten, größer sei, als man gemeinhin annehme.

Als weiteres Kernthema nannte Schulz-Hendel die Elektromobilität und betonte weiterhin seine Ablehnung gegenüber Autobahn-Neubauten wie der A39. Und: „Auch wenn wir Grüne im Land mit dem Reaktivierungsprozess für Bahnstrecken erste Erfolge erzielen konnten, muss dieser Prozess fortgesetzt werden. So müssen wir die Reaktivierung der Bahnstrecken Lüneburg-Bleckede sowie Lüneburg-Amelinghausen für den Personennahverkehr im Fokus haben.“ Das sei auch ein Beitrag, bei gleichzeitiger Umstellung auf Elektromobilität die Zahlen im Individualverkehr zu reduzieren. Dafür gab es individuellen Applaus von der Bundestagsabgeordneten Julia Verlinden.

Pro Abschaffung der Elternbeiträge bei Krippen und Kitas

Zudem liege der frühkindliche Bildungsbereich Schulz-Hendel besonders am Herzen, er sprach sich für eine Abschaffung der Elternbeiträge bei Krippen und Kitas aus. Aber das dürfe weder zulasten der Qualität gehen „und es darf auch nicht zu einer weiteren Belastung der Kommunen führen, denn unsere Kommunen stehen bereits jetzt an der Grenze ihrer Belastbarkeit“. Das wurde im Publikum vor allem von Amelinghausens Samtgemeindebürgermeisterin Claudia Kalisch beklatscht.

Zum Abschluss redete Schulz-Hendel der Agrarwende von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer das Wort, der wiederum seiner Hoffnung Ausdruck verlieh, den Amelinghausener bald als weiteren Landtagskollegen begrüßen zu dürfen.

Zweiter Anlauf nach fünf Jahren
In Harmonie übten sich Vertreter des Lüneburger Stadtverbands, der Kreistagsfraktion und der Ortsverbände bei der Kandidatenkür. Das war nicht immer so.

Vor fünf Jahren noch waren bei einer Kampfabstimmung um die Direktkandidatur der damalige Grüne Lüneburger Bürgermeister Andreas Meihsies und der Amelinghausener Kreistagsabgeordnete Detlev Schulz-Hendel aufeinandergeprallt. Meihsies setzte sich seinerzeit denkbar knapp mit 42 zu 40 Stimmen durch, schmiss aber wenige Monate den Bettel hin, weil er keinen aussichtsreichen Listenplatz für die Landtagswahl erstreiten konnte, um seine Kandidatur abzusichern.

Schulz-Hendel hingegen kümmerte das wenig, wurde dann im Herbst 2012 zum neuen Direktkandidaten des Kreisverbands erkoren und holte bei der Landtagswahl 2013 als Direktkandidat immerhin 17,2 Prozent der Erststimmen.

Das Rennen der Direktkandidaten im Wahlkreis 49 (Lüneburg) entschied damals allerdings Andrea Schröder-Ehlers (SPD) für sich mit 37,5 Prozent der Erststimmen gegen CDU-Kontrahent Bernd Althusmann mit 33,1 Prozent.

Bei den Zweitstimmen hatten die Grünen im Wahlkreis Lüneburg sogar 25,1 Prozent erzielt. Bei der Landtagswahl 2018 tritt Schulz-Hendel unter anderem gegen folgende Direktkandidaten der anderen Parteien im Wahlkreis 49 (Stadt Lüneburg und Samtgemeinden Bardowick, Gellersen und Amelinghausen) an: Andrea Schröder-Ehlers (SPD), Alexander Schwake (CDU), Christoph Podstawa (Die Linke), Berni Wiemann (FDP) und Stephan Bothe (AfD). dth

Von Dennis Thomas

One comment

  1. das akademische viertel der grünen übertreibt mal wieder. welche(r) 14 jährige(r) macht sich gedanken über die folgen seiner,ihrer forderungen? sollen sogenannte frühreife die politik mitbestimmen, ganz ohne dafür verantwortung übernehmen zu müssen?