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18 Jahre lang begleitete Pastor Michael Danne die Menschen in Salzhausen. Morgen geht er in den Ruhestand.

Salzhausen: Pastor Michael Danne geht in den Ruhestand

Salzhausen. In seiner Zeit als Pastor hat Michael Danne viele Kinder aufwachsen sehen, sie getauft, konfirmiert, getraut. Auch Menschen für im mer aus dem Leben zu verabschieden gehörte zu seinem Alltag, ebenso wie Familien in Zeiten der Trauer Trost zu spenden. Als Pastor stand Danne den Menschen nahe. Zuletzt begleitete er die Mitglieder der Salzhäuser Kirchengemeinde St. Johannis auf ihren Wegen. Nun endet dieses Kapitel, nach 18 Jahren als Pastor in Salzhausen beginnt für Michael Danne am Sonnabend der Ruhestand.

Schon als Kind war es Michael Dannes Wunsch, Pastor zu werden. In seiner Heimatstadt Hameln an der Weser besuchte er regelmäßig den Kindergottesdienst. „Ich mochte unseren Pastor, er war mir immer ein Vorbild“, erinnert sich der heute 65-Jährige. Danne verwirklichte seinen Berufswunsch, studierte Evangelische Theologie in Bethel bei Bielefeld, Tübingen und Göttingen, es folgten das Vikariat in Diekholzen bei Hildesheim sowie ein Predigerseminar in Rotenburg an der Wümme. Seine erste Stelle trat der junge Pastor 1982 in Lüchow an. Dort war er als Kreisjugendpastor tätig.

Die Jugendarbeit sei in all den Jahren seine Motivation gewesen, sagt Danne. „Darauf lag immer der Schwerpunkt meiner Arbeit.“ 1997 habe er eine Möglichkeit gefunden, überwiegend mit jungen Menschen zu arbeiten: Er begann als Militärpfarrer bei der Bundeswehr. „Durch die allgemeine Wehrpflicht waren die Soldaten alle zwischen 18 und 30 Jahren alt. Das fand ich spannend“, sagt Danne, der bis 1993 in Lüneburg, und anschließend für weitere zwei Jahre in Munster beim Militär tätig war.

Spannendste Zeit seines Lebens

Bevor es ihn aber nach Salzhausen verschlug, folgte zunächst die wohl spannendste Zeit seines Lebens: 1995 packte Michael Danne seinen Hausstand in große Container und zog mit Ehefrau Katharina sowie seinen beiden damals fünf- und achtjährigen Töchtern Charlotte und Marie-Luise nach Washington, USA. Als „reisender Gemeindepastor“ betreute er dort stationierte deutsche Soldaten. „Ich war für einen Personenkreis von 1500 Menschen in der gesamten Osthälfte der USA sowie Shilo und Goosebay in Kanada zuständig“, erklärt der Pastor. Auch dort gehörten Taufen, Konfirmationen und Trauungen zu seinen Aufgaben, ebenso wie die Veranstaltung von Familienfreizeiten.

„Aufgrund der Weite des Landes bin ich oft herumgeflogen, habe aber auch viel Telefonseelsorge gemacht. Das kannte ich so aus Deutschland nicht.“ Als Militärseelsorger habe er immer versucht, die Menschen auch über die großen Entfernungen hinweg „zu begleiten und ihnen eine Heimat zu geben“. Mit „vielen Erfahrungen und einer Weltoffenheit, die meinen Horizont erweitert hat“ im Gepäck ging es für Michael Danne und seine Familie 1999 schließlich zurück nach Deutschland.

Zwar sei der Wechsel von Washington nach Salzhausen zunächst ein Kulturschock gewesen, doch gerade auf die „persönliche Größe“ seiner neuen Gemeinde habe er sich gefreut, sagt Danne: „Ich liebe das Land einfach. Hier herrscht so eine Menschlichkeit, man kennt sich einfach, steht im Kontakt.“

Gründung der St. Johannisstiftung

In seinen 18 Jahren als Pastor in Salzhausen hat Michael Danne einige Projekte etabliert – zum Beispiel den Umbau des Gemeindehauses oder das Jugendarbeitsprojekt „Brückenschlag“. Besonders verbunden ist sein Name aber mit der Gründung der St. Johannisstiftung, die die Kirchengemeinde finanziell gut für die Zukunft aufstellen soll. Dannes Ziel, bis zu seinem Ruhestand die Kapitalgrenze von 100 000 Euro zu knacken, ist ihm gelungen.

Auf seinen morgigen Abschied nach insgesamt 35 Jahren als Pastor blicke Danne mit schwankenden Gefühlen: „Ich freue mich auf die freie Zeit, die ich meinem Privatleben widmen kann – meiner Familie, dem Jagen, Reiten und Reisen. Aber ich bin auch wehmütig, denn da passiert ein Schnitt.“ Angst in ein Loch zu fallen, habe er aber nicht: Seit letztem Jahr ist Michael Danne stellvertretender Bürgermeister (CDU) in Salzhausen.

Der Abschiedsgottesdienst findet am Sonnabend, 13. Mai, um 14 Uhr in der Salzhäuser St. Johannis Kirche statt. Um 15.30 Uhr schließt sich ein Empfang im Gemeindehaus an.

Von Patricia Luft