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Sie testen den neuen Radweg zwischen Reppenstedt und Lüneburg: (v.l.) Philipp Hesebeck, Markus Moßmann, Michael Thöring und Jens-Peter Schultz.
Sie testen den neuen Radweg zwischen Reppenstedt und Lüneburg: (v.l.) Philipp Hesebeck, Markus Moßmann, Michael Thöring und Jens-Peter Schultz.

Neuer Radweg zwischen Reppenstedt und Lüneburg

Lüneburg. Im September 2015 war eine Fahrradstraße zwischen Reppenstedt und Lüneburg noch eine Vision: Jetzt ist der Wunsch der Reppenstedter CDU zum Greifen nah. Die Stadt hat gemeinsam mit ihrer Nachbargemeinde eine ausgebaute Radwegeverbindung eingeweiht. Ein asphaltierter Weg führt jetzt über den Sülzweg entlang der William-Watt-Straße, dem Schnellenberger Weg über die Sülzwiesen in die Innenstadt. Damit diese Strecke offiziell eine Fahrradstraße werden kann, muss der Landkreis seine Zustimmung geben. Das will die Stadt jetzt mit der Nachbargemeinde in die Wege leiten.

Wie berichtet, gibt es in Reppenstedt bereits Trassen, auf denen Radfahrer Vorrang haben. So wurde 2015 mit der Strecke, die parallel zur Ortsdurchfahrt, der Landesstraße 216, führt und bei der Landwehr zwischen den Abschnitten Eschenweg und Hasenwinkler Weg beginnt, die erste Fahrradstraße im Landkreis genehmigt. Der Sülzweg, früher ein viel genutzter Schotterweg, der von Reppenstedt nach Lüneburg führt, war zu dem Zeitpunkt schon asphaltiert.

Daran hat die Stadt jetzt angeknüpft und ist damit dem langjährigen Wunsch der Reppenstedter CDU-Fraktion um Peter Bergen nachgekommen. Reppenstedts Gemeindedirektorin Susanne Stille sagt: „Wir freuen uns, dass wir endlich eine schnellere Verbindung mit dem Rad in die Innenstadt haben – abseits der Hauptverkehrsstraßen“.  Sie hofft, dass nun mehr Menschen aufs Rad steigen. „Es ist besser für alle, wenn weniger Autos auf den Straßen unterwegs sind.“

Konkret hat die Stadt jetzt über vier Wochen den Weg zwischen der Buskehre in der William-Watt-Straße und der Schnellenberger Allee neu gepflastert – auf 2,50 Meter Breite. Dieses Stück führt durch einen Grünzug mit der Kleingartenkolonie Am Schildstein hindurch. 70 000 Euro hat das gekostet, der Großteil stammt aus dem kommunalen Investitionsprogramm des Bundes. Michael Thöring, Radverkehrsbeauftragter der Stadt: „Vorher war der Weg unbefestigt und uneben.“ Radfahrer hätten bei schlechtem Wetter um kleine Seen herumlenken müssen.

Keine Ampeln, weniger Verkehr

Die anderen Streckenabschnitte hatte die Stadt bereits saniert: 2008 die Schnellenberger Allee, im vergangenen Jahr den Schnellenberger Weg. Moßmann: „Ohne Ampel gelangt man über die Querung Am Grasweg über den Pieperweg in Richtung Innenstadt – zum Platz Am Sande gibt es keine schnellere Route.“ Radfahrer dürften nicht länger als zehn Minuten benötigen, ist sich Thöring sicher. Er will noch großformatige Schilder aufstellen.

Notwendig wurde der Ausbau aus Sicht der Stadt auch aufgrund des Engpasses im Bereich Vor dem Neuen Tore/Neuetorstraße. Viele Radfahrer nutzen diese Straßen, um nach Reppenstedt zu gelangen. Laut Moßmann wurde das Thema im Verkehrsausschuss schon in der vorletzten Wahlperiode „rauf und runter“ diskutiert. Es wurde jedoch keine kostengünstige Lösung gefunden. „Dort ist nicht ausreichend Fläche vorhanden, um einen beidseitigen Geh- und Radweg herzustellen.“ Die alternative Route könnte nun die Situation entzerren. Das hatte auch der Verkehrsexperte Prof. Dr. Peter Pez in der LZ angeregt. Die Vorteile der Alternativroute: keine Ampeln, weniger Verkehr, schneller von A nach B.
Von Anna Paarmann

Weitere Planungen

Gemeinsamer Förderantrag in Sicht
Aus dem Bürgerbeteiligungsverfahren zur Baugebietsplanung Wienebütteler Weg möchte die Stadt den Wunsch aufgreifen, den Abschnitt zwischen Brockwinkler Weg und Reppenstedt sicherer zu machen. Die Forderung nach einer Fahrradstraße hält die Stadt in dem Fall für rechtlich problematisch. Sie sieht aber die Chance, einen Schutzstreifen, „vielleicht sogar einen Radweg mit einer durchgängigen Markierung“ einzurichten, sagt Markus Moßmann. Bei dieser Strecke handelt sich um einen Samtgemeindeverbindungsweg. Deshalb möchte die Stadt gemeinsam mit der Gemeinde Reppenstedt auf die Samtgemeinde Gellersen zugehen, um einen gemeinsamen Förderantrag beim Landkreis zu stellen. Die Beantragung soll im nächsten Jahr erfolgen.