Mittwoch , 20. September 2017
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In Echem ist die Stimmung eindeutig: Die Einwohner wünschen sich nach dem Brand den Wiederaufbau „ihrer“ Schule. Im Rat der Samtgemeinde sind die Meinungen nicht ganz so klar, erste Diskussionen sind in der kommenden Woche zu erwarten. Foto: t&w

Grundschule Echem: Debatte um Wiederaufbau

Artlenburg. Offiziell stand der Wiederaufbau der Grundschule Echem nicht auf der Tagesordnung des Scharnebecker Samtgemeinderates, zentral war das Thema am Mittwochabend im Artlenburger Schützenhof dennoch. In seinem Bericht kündigte Samtgemeindebürgermeister Laars Gerstenkorn (CDU) an, die Diskussion über die Zukunft des Schulstandortes nach dem verheerenden Brand schon in der nächsten Samtgemeindeausschuss-Sitzung am Mittwoch, 17. Mai, zu eröffnen. Konkret will der Verwaltungschef dem Ausschuss eine Beschlussvorlage für den Wiederaufbau vorlegen. „Endgültig entscheiden muss der Samtgemeinderat“, sagte er.

Für den Wiederaufbau sprechen aus Sicht des Verwaltungschefs im Wesentlichen zwei Gründe. Erstens: In der Region rund um Echem zeichneten sich in den kommenden Jahren steigende Einwohner- und damit auch Schülerzahlen ab. „Wir haben die Stagnation überwunden, aktuell sind sowohl in Echem, Hohnstorf als auch Lüdersburg neue Baugebiete geplant, und auch die Experten prognostizieren uns hohe Zuzugsraten.“ Damit würde die Grundschule Hohnstorf als alleiniger Standort für die Gemeinden Hohns­torf, Echem, Hittbergen und Lüdersburg an ihre Kapazitätsgrenzen stoßen. Dort sei ein Anbau zwar grundsätzlich denkbar. „Wir waren als Samtgemeinde an Grundschulen aber immer breit aufgestellt“, sagte er, „und ich möchte da keine Zentralisierung wie in anderen Regionen.“

Nicht alle Ratsmitglieder für Wiederaufbau

Hinzu kommt, dass Gerstenkorn nicht ein zufälliges Ereignis wie den Brand über die In­frastruktur in der Samtgemeinde entscheiden lassen will. „Darüber sollten wir als Politik schon selbst entscheiden.“ Sein Wunsch: Der Samtgemeindeausschuss gibt am Mittwoch einem Wiederaufbau grünes Licht, „sodass wir dann auch im Rat die endgültige Entscheidung für den Wiederaufbau treffen können“.

„Wir haben die Stagnation überwunden, auch die Experten prognostizieren uns hohe Zuzugsraten.“ Laars Gerstenkorn, Samtgemeindebürgermeister Scharnebeck

Ob sich diese Hoffnung erfüllt, bleibt allerdings fraglich. Denn klar ist: Längst nicht alle Mitglieder im Samtgemeinderat Scharnebeck stehen zum aktuellen Zeitpunkt so eindeutig hinter dem Wiederaufbau. Skeptisch äußerte sich auf Nachfrage eines Elternteils aus Echem in der Einwohnerfragestunde etwa Grünen-Ratsherr Claus-Cornelius Poggensee. Aus seiner Sicht seien noch zu viele Fragen offen, um über einen Wiederaufbau entscheiden zu können. „Noch wissen wir nicht, wie viel wir von der Versicherung bekommen, wie die Landesschulbehörde zu einem Wiederaufbau steht und an welche Bedingungen ein Bau-Zuschuss aus der Kreisschulbaukasse geknüpft ist.“ Solange diese Fragen nicht geklärt seien, „können wir zu einem Wiederaufbau weder Ja noch Nein sagen“.

Echems Bürgermeister übergibt Resolution

Wie die anderen Fraktionen zu der Frage stehen, blieb am Mittwochabend offen. „Die Diskussion zu dieser Frage steht heute nicht auf der Tagesordnung“, erinnerte Ratsvorsitzender Hans-Georg Führinger (CDU). Lediglich Steffen Schmitter, ebenfalls CDU, meldete sich in der Einwohnerfragestunde zu Wort – und übergab in der Funktion des Bürgermeisters der Gemeinde Echem eine Resolution des Gemeinderates für den Wiederaufbau an den Samtgemeindebürgermeister.

Einen Tag später stellte zudem Ratsherr Jens Kaidas (CDU) in einer Pressemitteilung klar: „Die zwei Hohnstorfer CDU-Samtgemeinderatsmitglieder Annette Kork und Jens Kaidas, die gerade aus dem Urlaub zurück sind, sprechen sich eindeutig, entgegen vieler Gerüchte, für den sofortigen Wiederaufbau der einzügigen Grundschule Echem mit der dazu gehörenden Einfeldsporthalle aus.“

Damit scheint die Diskussion um den Wiederaufbau der Grundschule Echem eröffnet. Öffentlich könnte sie erstmals im Schulausschuss am Dienstag, 16. Mai, ab 19 Uhr in der Grundschule Scharnebeck geführt werden. Dort steht neben der „Berichterstattung der Verwaltung zum Brand des Grundschulstandortes Echem“ erneut der SPD-Antrag zur Änderung der Schulbezirkssatzung auf der Tagesordnung – und im Zentrum der Schulbezirks-Diskussion stehen die Grundschulstandorte Echem und Hohnstorf. Nichtöffentlich wird einen Tag später dann der Samtgemeindeausschuss beraten – und zwar erstmals über einen Beschlussvorschlag der Verwaltung zum Wiederaufbau der Grundschule in Echem.

Von Anna Sprockhoff