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Wohnblöcke auf dem Kreideberg: Gerade im Lüneburger Stadtgebiet ist die Quote derer, die in den eigenen vier Wänden wohnen, gering. Foto: phs

Lüneburg: Nur jeder zweite wohnt im Eigenheim

Lüneburg. Vom Einfamilienhaus bis zur Eigentumswohnung – im Landkreis Lüneburg gibt es rund 42 700 Wohnungen, für die keine Miete bezah lt werden muss, weil die Eigentümer sie selbst nutzen. Die Wohneigentumsquote liegt damit bei rund 51 Prozent. Im Gebiet der Stadt Lüneburg sind es rund 34 Prozent. Das geht aus einer aktuellen Regional-Untersuchung des Pestel-Instituts in Hannover hervor. Zum Vergleich: Im bundesweiten Durchschnitt liegt die Eigentumsquote bei knapp 45 Prozent. Damit sei Deutschland weit weg von einem „Wohneigentümer-Land“ und lande im Europa-Vergleich lediglich auf dem drittletzten Platz.

Die Macher der Studie sehen eine neue „Verlierer-Generation“: „Insbesondere die 25- bis 40-Jährigen können sich immer seltener ein eigenes Haus oder eine Eigentumswohnung leisten. Immer mehr von ihnen sind gezwungen, zur Miete zu wohnen. Dabei gehören gerade die Jobstarter und Familiengründer eigentlich zur typischen Klientel für Wohnungskauf und Hausbau“, sagt der Leiter des Pestel-Instituts, Matthias Günther.

Oft nur Zeitverträge für junge Menschen

Immerhin handele es sich bei den Mittzwanzigern bis Enddreißigern um eine starke Bevölkerungsgruppe: Rund 32 700 Menschen dieser Altersgruppe leben im Kreis Lüneburg, davon allein rund 16 300 in der Stadt Lüneburg. Ihre Chance auf Wohneigentum ist stark gesunken: „Bei den 25- bis 40-Jährigen ist die Eigentumsquote innerhalb von zwölf Jahren um 9,8 Prozent zurückgegangen“, sagt Günther und beruft sich dabei auf Zahlen aus dem neuesten Mikrozensus.

„Die eigenen vier Wände rangieren bei vielen zwar ganz oben auf der Wunschliste. Aber es hapert oft an guten Bedingungen für eine solide Finanzierung. Daran ist auch eine unsichere berufliche Perspektive schuld: Häufig werden gerade jungen Menschen nur Zeitverträge angeboten. Für einen Immobilienkredit wären allerdings unbefristete Jobs notwendig“, analysiert Günther. Mit der Abschaffung der Eigenheimzulage sei zudem vor elf Jahren die letzte Förderung von Wohneigentum in Deutschland faktisch eingestellt worden.

Wohnungen sind wichtiger Baustein der Altersvorsorge

Das räche sich nun: „Wohneigentum ist ein wichtiger Baustein der Altersvorsorge. Und die kommt bei vielen jetzt zu kurz. Die eigene Wohnung ist die einzige Alterssicherung, die – unabhängig von jeder Schwankung bei der Rentenhöhe – im Alter verlässlich genutzt werden kann“, sagt der Institutsleiter.

Mehr zur Untersuchung und Informationen und Tipps rund ums Wohneigentum auf www.wohn-perspektive-eigentum.de.

Eigentumsquote in der Region

Ludwigslust-Parchim: 53,8 %
Uelzen: 57,5 %
Heidekreis: 57,9 %
Harburg: 62,4 %
Lüchow-Dannenberg: 63,1 %

Auftraggeber der Regional-Untersuchung ist die Initiative „Wohn-Perspektive Eigentum“. Darin haben sich unter anderem der beim Hausbau und Wohnungskauf beratende Verband privater Bauherren, der Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel und die Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau zusammengeschlossen.

Von Alexander Hempelmann