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Lüneburg profitiert auch durch den Geschäftsbereich Tourismus, die Hotels freuen sich über Gäste, die auf den Spuren der „Roten Rosen“ wandeln wollen. Foto: A

Lüneburg Marketing sorgt für Plus

Lüneburg. Schwarze Zahlen schreibt erneut die Lüneburg Marketing GmbH (LMG), an der die Stadt Anteile hält. Der Jahresabschluss 2016 weist ein en Überschuss von 22 300 Euro aus, er liegt damit 1300 Euro über dem Planansatz. 2015 sah das Ergebnis mit einem Plus von 117 000 Euro zwar noch üppiger aus, doch das lag daran, dass es Personalabgänge gegeben hatte und die Stellen nicht alle gleich wieder besetzt worden waren, also Gehalt eingespart wurde. So war unter anderem die Stelle des Geschäftsführers ein Dreivierteljahr vakant.

Mediale Präsenz befördert Entwicklung

Als Grund für das positive Ergebnis in 2016 nannte Geschäftsführer Claudio Schrock-Opitz im Wirtschaftsausschuss jetzt unter anderem, dass sich der Geschäftsbereich Tourismus aufgrund eines boomenden Städtetourismus erfreulich entwickelt habe und im Bereich Veranstaltungen durch eine „aktive Sponsorenakquise“ die Einnahmesituation verbessert werden konnte. Die Mitglieder des Ausschusses votierten einstimmig für den Jahresabschluss.

Veranstaltungs- und Citymanagement, Tourismusförderung und Marketing für Lüneburg weit über die Stadtgrenzen hinaus umsetzen, das sind die Aufgabenfelder der Marketing GmbH. Von ihren neun Gesellschaftern erhält sie Zuschüsse in Höhe von 386 000 Euro, die 2016 etwa 24 Prozent der Erträge ausmachten. 76 Prozent resultieren aus Umsatzerlösen und die konnten 2016 gegenüber dem Planansatz noch einmal um 15 Prozent – 174 000 Euro – gesteigert werden.

Lüneburg profitiert weiterhin von „Rote Rosen“

Bei der touristischen Entwicklung profitiert die Stadt von der Medienpräsenz durch die ARD-Telenovela „Rote Rosen“ und die Vox-Serie „Hautnah: Die Tierklinik“ sowie der gestiegenen Nachfrage nach Städtereisen. So stiegen die Übernachtungszahlen im vergangenen Jahr um 4,7 Prozent auf 334 000, bei den Stadtführungen, die die Marketing GmbH vermittelt, wurde eine Steigerung um 10,1 Prozent auf 5272 verzeichnet.

Auch in den kommenden Jahren geht Schrock-Opitz von einem moderaten Wachstum bei den Übernachtungs- und Tagesgästen aus.
Inzwischen gebe es auch erste Überlegungen für eine Kooperation im Bereich Kongresstourismus mit dem Veranstaltungsservice der Leuphana Universität. Wenn künftig Kongresse in Lüneburg durchgeführt werden, wäre die LMG mit bestimmten Dienstleistungen und Produkten gerne daran beteiligt. Mit Blick auf den anhaltenden Boom im Städtetourismus hält Schrock-Opitz einen moderaten Ausbau von Hotel-Kapazitäten für sinnvoll und wünschenswert.

Angebote werden gut angenommen 

Der Veranstaltungsbereich, früher oft finanzielles Sorgenkind, erzielte durch verstärkte Ansprache von Sponsoren und „ein optimiertes Risikomanagementsystem“ ein kostendeckendes Ergebnis. Der Geschäftsführer machte aber auch deutlich, dass es zunehmend schwieriger werde, neue, wirtschaftlich starke Sponsoren an das Unternehmen zu binden.
Im Bereich Citymanagement wurden vier verkaufsoffene Sonntage in Abstimmung mit dem Lüneburger Citymanagement organisiert, die dem Handel gute Geschäfte bescherten (LZ berichtete). Als Vermarkter der Weihnachtsstadt bewerte es die LMG als positiv, wenn sich diese durch weitere thematische Angebote fortentwickele, sagte Schrock-Opitz.

Auf die Frage von Dr. Monika von Haaren, Grüne Vorsitzende des Ausschusses, welche Angebote die Marketing GmbH in Sachen nachhaltiger Tourismus anstrebe, erläuterte der Geschäftsführer: Hinter der Tourist-Info könne zum Beispiel eine E-Bike-Station entstehen. „Und wir werden die Anreise per Bahn verstärkt in Paketreisen einbinden.“ Heiko Meyer (parteilos in der SPD) wollte wissen, ob die Stadt von Rad-Touristen, die im Umland Quartier bezogen haben, profitieren könnte. Schrock-Optiz sieht sie als zusätzliche Tagestouristen, die dem Handel und der Gastronomie extra Einnahmen bescheren.

Fürs laufende Jahr weist der Wirtschaftsplan ein Plus von rund 19 000 Euro aus.

Von Antje Schäfer