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Mahnfeuer gegen den Wolf gab es am Wochenende an zahlreichen Orten in Niedersachsen, auch in Amelinghausen, wo Kreislandwirt Jens Wischmann (l.) und Jochen Studtmann dabei waren. Foto: t&w

Mahnfeuer gegen den Wolf

Amelinghausen. Brockhimbergen im Kreis Uelzen, Goldenstedt bei Vechta, Alfeld im Kreis Hildesheim – und auch Amelinghausen. In insgesamt 20 deutschen Gemeinden, acht davon in Niedersachsen, haben am Freitagabend Mahnfeuer gebrannt. Mit den Feuern wollten die Initiatoren gegen „die uneingeschränkte Ausbreitung des Wolfes“ protestieren.

Jochen Studtmann und Wendelin Schmücker vom Verband der Weidetierhalter Nordost-Niedersachsen hatten zum Mahnfeuer auf eine Weide zwischen Amelinghausen und Etzen, gelegen an der Bundesstraße 209 aufgerufen. 50 Interessierte kamen. „Wenn es nicht so geregnet hätte, wären sicher noch mehr gekommen und hätten ihre Solidarität bekundet“, glaubt Jochen Studtmann.

46 Rudel, 15 Paare, dazu vier sesshafte Einzeltiere, von dieser bundesweiten Population gehen Experten zurzeit aus – eine beachtliche Steigerung gebenüber den ersten Sichtungen vor einigen Jahren.

Und Landbewohner wie Jochen Studtmann gehen von einer weiteren Steigerung aus. Im Bereich Amelinghausen habe es zwar noch relativ wenige Probleme mit dem Wolf gegeben, für Aufsehen hatten zuletzt aber zwei Vorfälle in Neetze und Reinstorf gesorgt, wo Wölfe in Damwildgattern zugeschlagen hatten.Landwirt und Reiterhofbesitzer Studtmann, wie viele, die am Freitagabend gekommen waren, fühlt sich abgehängt von der Politik, die in den Städten gemacht wird. „Für uns hier auf dem Land geht es um die Existenz“, sagt er und nennt nur ein Beispiel: „Ich muss meine Pferde auf der Weide halten können, ich kann sie nicht in die Box stellen. Das ist auch ein Teil artgerechter Tierhaltung.“

„Wir werden weiter auf unser Anliegen aufmerksam machen“, kündigt Jochen Studtmann weitere Aktionen für die Zukunft an.

Von Ingo Petersen